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Zeichen sinnloser Gewalt: Eine zertrümmerte Telefonzelle am Hofheimer Busbahnhof.

Kriminalstatistik

Wieder mehr Sachbeschädigungen in Hofheim

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Die Sachbeschädigungen sind ein wachsendes Problem in Hofheim. Eine große Zahl dieser Delikte geht auf das Konto von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Im Main-Taunus-Kreis wurde 2009 ein Höchststand erreicht - 1695 Fälle von Sachbeschädigung gingen in die polizeiliche Kriminalstatistik ein. Danach gingen die Zahlen zurück, die Polizei führt das auf präventive wie auch auf repressive Maßnahmen zurück. Aber ab 2012 stagnierte die Zahl bei etwa 1200, und im Jahr 2017 ist sie wieder auf 1264 angestiegen. Ganz offensichtlich ist das Problem nicht gelöst.

Das gilt zumindest für die Kreisstadt. Man könnte auch sagen, Hofheim hat durch einen Zuwachs von 92 Fällen die Statistik des ganzen Kreises verdorben. Denn in den meisten anderen Kommunen hat es bei diesen Delikten keine nennenswerte Veränderung gegeben, von einem Rückgang um 30 Prozent in Hochheim einmal abgesehen. In Hofheim wurden im vergangenen Jahr in 260 Fällen Außenspiegel abgetreten, Hauswände beschmiert und ähnlicher Unfug getrieben.

Ärgerlicherweise werden die Täter selten genug erwischt. Zwar ist die Aufklärungsquote bei den Sachbeschädigungen von 18,5 auf 29,2 Prozent gestiegen, und das ist im Main-Taunus-Kreis ein überdurchschnittlicher Wert. Und es handelt sich um ein jugendtypisches Delikt: 43,6 Prozent aller Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt – betrachtet man alle Straftaten, sind es 23,7 Prozent.

In Hofheim haben diese Leute einen maßgeblichen Anteil daran, das die Zahl der Straftaten insgesamt von 1905 auf 1950 angestiegen ist. 58,7 Prozent wurden aufgeklärt. Zuwächse gab es auch bei der Gewaltkriminalität, nämlich um 24 auf 86 Fälle, beim Betrug um 16 auf 277 Fälle und beim einfachen Diebstahl um 14 auf 410 Fälle. Trotz dieser höheren Zahlen ist die Sachbeschädigung das häufigste Delikt in Hofheim, denn die anderen fassen mehrere Tatbestände zusammen – hinter Betrug kann Schwarzfahren, Warenkreditbetrug und auch anderes stecken, hinter dem einfachen Diebstahl unter anderem Laden- und Fahrraddiebstahl, so lange dabei keine besondere Widerstände überwunden werden mussten.

Im Vergleich mit den anderen Kommunen im Kreis nimmt Hofheim keinen guten Platz ein. Nur Eschborn, Flörsheim und Sulzbach stehen schlechter da, wobei Sulzbach wegen des Main-Taunus-Zentrums ein Sonderfall ist. In Hofheim passierten umgerechnet auf 100 000 Einwohner 4935 Straftaten im vergangenen Jahr, in Flörsheim und Eschborn waren es jeweils über 5000, im Kreisgebiet insgesamt 4566. Bei einer landesweiten Häufigkeitszahl von 6046 allerdings kann man nicht davon sprechen, dass Hofheim besonders unsicher sei.

Allerdings fällt noch auf, dass 138 Fälle von leichter Körperverletzung registriert wurden, ebenfalls eine jugendtypische Straftat. Auf Platz drei steht der Diebstahl aus Dienst- und Büroräumen mit 119 Fällen, gefolgt von den Rauschgiftdelikten mit 116 Fällen, 15 weniger als im Jahr zuvor. Außerdem kann man feststellen, dass Autoaufbrüche und Wohnungseinbrüche wegen rückläufiger Fallzahlen seitens der Polizei nicht mehr so in den Mittelpunkt gerückt werden wie vor wenigen Jahren.

Allerdings kam beides vor - im vergangenen Jahr wurden in Hofheim 101 Autos aufgebrochen, und 78-mal waren die Wohnungseinbrecher erfolgreich. Die Verstöße gegen die Ausländer- und Asylgesetzgebung haben abgenommen – es gab noch 27 Fälle, 2016 waren es noch 49. Von den ermittelten 948 Tatverdächtige hatten 362 keinen deutschen Pass, ein Anteil von 38,2 Prozent.

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