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Die wilden Wutzen fühlen sich wohl am Kapellenberg.

Hofheim

Die Wildparkretter starten ein ambitioniertes Projekt

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Hofheims Wildparkretter engagieren sich seit 2015 für den Erhalt des kleinen Tiergeheges am Forsthaus am Kapellenberg. Wer dachte, der Elan lässt schnell nach, liegt falsch.

Gegen Mittag sieht man sie in ihren Gehegen am Waldrand umherlaufen, hier und da halten sie an, schnüffeln und wühlen auf dem Boden herum. Dann rennen sie weiter: Ob Wildschwein oder Damwild, sie fühlen sich sichtlich wohl im kleinen Wildpark am Kapellenberg. Dass die Tiere noch da sind, das verdanken sie den Wildparkrettern. Der Verein stemmt etwa die Hälfte der Kosten für das Gehege, die bei 20 000 bis 25 000 Euro jährlich liegen. „Wir sind der einzige Verein, der fest im Haushaltsplan der Stadt steht“, erzählt Marc Djakeli, Vorsitzender der Wildparkretter. Das bedeutet, dass die Stadtkämmerei die vereinbarten 10 000 Euro vonseiten des Vereins fest einkalkuliert. Mit ihrer Finanz-Zusage hatten die Retter verhindern können, dass die klamme Stadt den beliebten Wildpark schließt.

Das Geld kommt durch Spenden und Mitgliedsbeiträge zusammen. „Aktuell haben wir knapp 70 Mitglieder. Wir würden gerne bis 2020 insgesamt 100 Mitglieder haben.“ Das klingt leicht, ist es aber leider nicht. Denn viele Leute haben Sorge, dass sie sich auch aktiv im Verein engagieren müssen, wenn sie beitreten. „Dann spenden die Leute lieber einfach, doch eine Mitgliedschaft würde helfen.“ Etwa 15 Leute seien im Verein aktiv. Seit der Gründung hat der Verein bereits 45 000 Euro für den Park gesammelt.

Im nächsten Jahr soll ein neues Förderprojekt angegangen werden: „Wir wollen den Tümpel im Damwild-Gehege wieder zum Teich machen“, berichtet Djakeli. Damit der Teich langfristig in Ordnung gebracht werden könne, müsse er „komplett neu ausgehoben und dann mit Ton beschichtet werden.“ Ideal sei es, wenn die Arbeiten im Herbst beginnen würden.

Was leider immer noch ein Problem ist, sind Leute, die die Wildschweine füttern. „Viele werfen ihre Essensreste über den Zaun“, berichtet Djakeli. Die Wildschweine haben allerdings kein Sättigungsgefühl. Und so fressen sie alles, was da ist. „Daher unser Appell: Bitte nur organische Lebensmittel, also Äpfel oder Nüsse, verfüttern.“ Bereits im vergangenen Jahr wurden Hinweisschilder mit Informationen aufgehängt, um mehr Bewusstsein für das Fressverhalten zu schaffen.

Angst haben, dass die Tiere zu wenig zu essen bekommen, muss niemand. Denn es ist so, dass die Tiere einmal am Tag vom Förster versorgt werden. An den Wochenenden übernehmen Mitglieder des Tierpark-Retter-Vereins und des Jagdclub Main-Taunus die Fütterung. „Das sind immer die gleichen Leute. Sie haben eine Schulung vom Förster bekommen, wie sie sich den Tieren gegenüber zu verhalten haben.“ Denn der Futterdienst muss durch das Damwild-Gehege, um zu der Plattform zwischen den Gehegen zu gelangen, von der aus die Wildschweine gefüttert werden.

Wie es mit den Wildparkrettern weitergeht, wenn die Stadt 2020 die Beforstung ihres Waldes übernimmt, das wissen beide Seiten noch nicht. Sie versichern aber, dass sie den Tierpark am Kapellenberg erhalten wollen. 2020 wird die Stadt einen Förster stellen. Bis dahin ist Hessen Forst noch von der Stadt beauftragt. „Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Förster Karlheinz Kollmannsberger. Er ist nah am Thema und immer parat, wenn etwas ist“, sagt Djakeli. Häufig sei es so, dass Besucher sich telefonisch bei den Wildparkrettern meldeten, wenn ihnen etwas ungewöhnliches im Gehege auffiele. „Wir geben die Informationen dann direkt weiter, und der Förster kümmert sich schnellstmöglich darum.“ Jetzt vor dem Winter stehen keine speziellen Arbeiten an: „Das Damwild bekommt mehr Heu, und die Wildschweine kriegen Stroh in ihre Hütten gelegt. Ansonsten schaffen die Tiere das auch gut alleine“, weiß Förster Karlheinz Kollmannsberger.

Nach dem erfolgreichen Gehegefest planen die Wildpark-Retter am 15. Dezember einen Stand in der Innenstadt. „Vor Weihnachten werden wir gegenüber vom Buch über unsere Arbeit informieren.“

Wer auch ein Wildpark-Retter werden will, kann sich an einem der Info-Kästen am Gehege einen Mitgliedsantrag holen oder im Internet unter Mitglied werden. Der Beitrag beträgt 24 Euro im Jahr.

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