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"Wir sind so ein bisschen die Exoten"

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Von: Barbara Schmidt

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Susanne Demuth ist schon seit mehr als 30 Jahren im Hofheimer Rathaus tätig. Jetzt wurde sie zur Fachbereichsleiterin Kultur und Sport befördert.
Susanne Demuth ist schon seit mehr als 30 Jahren im Hofheimer Rathaus tätig. Jetzt wurde sie zur Fachbereichsleiterin Kultur und Sport befördert. © babs

Im Hofheimer Rathaus hat sich zuletzt eine Menge getan. Die Verwaltung der Kreisstadt hat nicht nur eine veränderte Struktur, es gibt auch viele neue Fachbereichsleiter. Wir stellen sie in einer kleinen Sommerserie vor.

Hofheim. Neu im Rathaus ist Susanne Demuth nun wahrlich nicht. Seit 31 Jahren gehört sie schon der Hofheimer Stadtverwaltung an. Neu übernommen hat sie aber mit der jüngsten Verwaltungs-Umbildung die Fachbereichsleitung für Kultur und Sport.

Für sie ist das ein wenig wie ein "Zurück zu den Wurzeln", "ganz ursprünglich habe ich ja in der Kultur angefangen", sagt die 54-Jährige. Adi Schmidt war damals Kulturamtsleiter im Rathaus, der Bürgermeister hieß Rolf Felix, und der Hessentag, mit dem Hofheims Stadtkultur kräftig Fahrt aufnahm, lag wenige Jahre zurück. Auch das sogenannte "MKW-Gebäude" Elisabethenstraße 3, in dem sich heute wieder ihr Arbeitsplatz befindet, ist der Kultur-Chefin wohlvertraut. "Damals waren wir mit unseren Büros auch hier im Gebäude", sagt Demuth. Dr. Eva Scheid habe hier ebenfalls einen Schreibtisch gehabt, weil das Stadtmuseum, an dessen Konzept Scheid damals strickte, noch im Entstehen war.

Demuth begleitete ihrerseits den Übergang der Bücherei vom Volksbildungsverein auf die Stadt und war in Sachen Städtepartnerschaften und Ausstellungen im Rathausfoyer eingebunden. Die gebürtige Wiesbadenerin, die eigentlich nach ihrem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirtin zur Ausländerbehörde des Main-Taunus-Kreises gehen wollte, entschied sich am Ende für das Hofheimer Rathaus und kann heute sagen: "Ich habe es nie bereut."

Seit elf Jahren ist sie selbst Hofheimerin. "Eine superschöne Stadt" sei das, findet sie. Im Rathaus hat Demuth schon die von ihrem ersten Chef Rolf Felix angestoßene Verwaltungsreform mitgemacht, bei der aus elf Ämtern drei Dienste wurden. Den Bereich Bürgerdienste hat Demuth zuletzt für kurze Zeit sogar geleitet. "Jetzt ist es mehr oder weniger wieder so, wie es vor der Verwaltungsreform war", meint sie - nur heißen die früheren Ämter jetzt eben Fachbereiche.

Zu Demuths Fachbereich gehören die Stadtkultur und der Sport sowie als Einrichtungen die Stadtbücherei, das Stadtmuseum und das Stadtarchiv. Insgesamt 36 Mitarbeiter sind in diesem Fachbereich beschäftigt, dazu kommen laut Demuth einige unbesetzte Stellen. Ausbildungsplätze soll es auch bald wieder geben, etwa zum Veranstaltungstechniker für die Stadthalle.

"Wir sind so ein bisschen die Exoten", sieht Demuth ihr Aufgabengebiet als eher untypischen Verwaltungsbereich, aber einen, der stark ausstrahle in die Stadtgesellschaft. Kultur sei schließlich verbindend und identifikationsstiftend. "Wenn die Pandemie uns etwas gelehrt hat, dann, wie sehr das Miteinander uns gefehlt hat", verweist Susanne Demuth auf den "insgesamt großen Kultur-Hunger", der unter anderem beim Kreisstadtsommer-Eröffnungsfest spürbar gewesen sei. Viele hätten hautnah in Zeiten des Lockdowns erfahren: "Wenn kein kulturelles Leben stattfindet, nichts Gemeinsames, dann ist die Stadt tot."

Kultur, betont Susanne Demuth, sei "ein Wert an sich" - sie weiß als städtische Mitarbeiterin aber natürlich auch darum, dass es dafür Geld braucht. Fördertöpfe aufzutun und Sponsoren zu finden, gehört daher ebenfalls zu den Aufgaben der Stadtkultur wie auch der Sportförderung. Und manches Schöne lasse sich schließlich auch mit weniger Mitteln realisieren, ist die Chefin sicher, dass selbst in finanziell schwierigeren Zeiten gute Ideen immer weiterhelfen.

Am Freitag lesen Sie,

warum Frank Petry, der neue Fachbereichsleiter Finanzen, mit 55 Jahren noch einmal den Job wechseln wollte und von Hochheim nach Hofheim kam.

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