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Riesiges Grundstück, erstklassige Lage: Die ehemalige ?Luft-Klinik? an der Kurhausstraße steht leer.

Bürger spekulieren über Zukunft

Was wird aus der altehrwürdigen „Luft-Klinik“?

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Seit Monaten sperrt rot-weißes Flatterband die Zugänge von der Kurhausstraße her ab. Die Fachklinik, in Hofheim auch noch immer als „Luft-Klinik“ bekannt, steht seit dem Umzug der Klinik für Psychiatrie

Seit Monaten sperrt rot-weißes Flatterband die Zugänge von der Kurhausstraße her ab. Die Fachklinik, in Hofheim auch noch immer als „Luft-Klinik“ bekannt, steht seit dem Umzug der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik und des Schlaflabors ins Hofheimer Krankenhaus leer. Das heizt in der Bürgerschaft Spekulationen an. Immerhin handelt es sich um ein sehr großes Grundstück mit zwei größeren Gebäuden. In Zeiten, in denen händeringend nach Wohnraum gesucht wird, stellt sich vielen die Frage: Was wird aus den Gebäuden, was aus dem vergleichsweise riesigen Gelände in bester, zudem innenstadtnaher Lage?

Rund 11 000 Quadratmeter umfasst das Parkgrundstück oberhalb der Kargeswiesen, die den Schwarzbach säumen. 56 Betten hatte die Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik dort. In einem Extra-Gebäude, das jüngeren Datums ist, waren die Privatpatienten untergebracht.

Der Main-Taunus-Kreis hatte die Klinik 1996 vom damaligen Inhaber und Chefarzt Dr. Helmut Luft gekauft, der hier von 1965 bis 2000 praktizierte. Luft hatte die Klinik von Josephine Schulze-Kahleyß erworben, deren Mann Max wie auch sein Vater Max (seit 1896) hier bereits als Mediziner tätig waren. Von einer „Wasserheil-Anstalt mit schönem Parke“ berichtete Schönmann’s Journal für Lederindustrie bereits 1893. Die „Kaltwasserheilanstalt“ wurde 1861 von einem Konsortium Hofheimer, Lorsbacher und Krifteler Honoratioren begründet. Ab 1872 trug sie den stolzen Namen „Kurhaus“. Angeblich haben sich hier auch Mitglieder des russischen Hochadels mit Licht, sauerstoffreicher Luft, gutem Essen und erbaulicher Musik Gutes tun lassen.

Das Kurhaus zählte zu den ersten drei Häusern an der nach ihm benannten Straße am unteren Kapellenberg. Es soll über „gediegenen Komfort“ und „elegante Bäder“ verfügt haben. Die Jugendstil-Elemente waren allerdings schon 2008 größtenteils verschwunden, als die Fachklinik der Main-Taunus-Kliniken ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Der zugehörige Park wurde nach Plänen des herzoglich-nassauischen Gartenbaudirektors Thelemann gestaltet, schreibt Petra Hoffmann in einem Beitrag für die Historische Gesellschaft Eschborn.

2003 hatte der Main-Taunus-Kreis seine langfristigen Ziele für die Kliniken vorgestellt. Dazu gehörte damals schon ein kompletter Neubau für das Hofheimer Krankenhaus, in dem auch die Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik unterkommen sollte. Für die Liegenschaft an der Kurhausstraße war damals ein modernes Reha-Zentrum geplant.

Was tatsächlich mit dem Gelände geschehen soll, ist aber noch nicht klar. Sicher ist nur, dass es weiter den Main-Taunus-Kliniken zur Verfügung stehen soll, da diese „einen hohen Bedarf für eine Weiternutzung zu medizinischen Zwecken“ haben. Das hatte Kreissprecher Johannes Latsch bereits im Februar 2016 auf Kreisblatt-Anfrage mitgeteilt. Kliniken-Sprecherin Claudia Planz kann aber nach wie vor keine Angaben dazu machen, wie eine künftige Nutzung aussehen soll. Die Main-Taunus-Kliniken erarbeiteten dazu derzeit ein Konzept, berichtete Planz. „Es gibt daher zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung, die wir mitteilen könnten.“

(babs)

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