Wenig interesse und verhaltene Reaktionen im Hofheimer Rathaus nach dem Einlauf der ersten Trends.
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Wenig interesse und verhaltene Reaktionen im Hofheimer Rathaus nach dem Einlauf der ersten Trends.

Und das sorgte auch für lange Gesichter

Es wurde munter kumuliert

Bei den Christdemokraten und Genossen sorgte das Wahlsystem für Durcheinander. Bei den anderen Parteien und Wählerinitiativen kamen meist die Kandidaten ins Parlament, die auch vorne platziert waren.

Von MATHIAS GEISS

Manchmal kann der Wählerwille bitter sein. Beispielsweise bei den Folgen des Kumulierens und Panaschierens. Die einen haben unvermittelt und bisweilen ungewollt ein Mandat, weil sie im Stadtteil bekannt sind wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Andere sind eher Schaffer im Hintergrund, weniger populär und finden sich plötzlich im Niemandsland der Kandidatenliste wieder – unverdientermaßen.

Jens Fleck ist so ein Kandidat. Der Schatzmeister der CDU ist engagiert, gehört zur jüngeren Garde der Christdemokraten, ist in der JU aktiv, war beim Wahlkampf vorne dabei. Eigentlich war er auf Platz 13 halbwegs sicher, dann aber wurde er von anderen Kandidaten überholt, die mehr im Licht der Öffentlichkeit stehen oder im Vereinsleben verwurzelt sind. Und schon war er auf Platz 22 gelandet und damit draußen. Da hilft es ihm auch nicht, dass nach der Besetzung der Magistratsposten (siehe Info) noch CDU-Leute nachrücken können. Während Michael Henninger und Birgit Krämer sich noch Hoffnung auf ein Mandat als Nachrücker machen können, haben jetzt auch die bisherigen Stadtverordneten Carsten Zeitz, Günter Westenberger und Kurt Soucek künftig mehr Freizeit.

Ähnliches Bild, aber nicht ganz so deutlich bei den Sozialdemokraten. So schaffte es beispielsweise Wulf Baltruschat , Chef der Hofheimer Schützen und des Vereinsrings, von Platz 15 auf 4, während der junge Christian Matz, inzwischen schon ein Aktiv-Posten der SPD in den Ausschüssen, von 5 auf 10 durchgereicht wurde. Sein Glück: Er rückt sicher nach.

Bei den anderen Fraktion hingegen gab es – abgesehen von der Wallauer Wählergemeinschaft – nicht allzu viele Wechselspielchen. Nur ein bisschen kurios ging es bei den Linken zu: Dort löst das Ergebnis hoffentlich keine kleineren Ehekrisen aus. Sowohl bei Barbara Grassel und Bernd Hausmann als auch bei den Ehepartnern Wagenbach überholten die Männer ihre Angetrauten und ließen sie deutlich hinter sich.

Und noch ein Wort zu Gisela Stang: Die Verwaltungschefin konnte durch ihre Popularität mehr als 3000 Stimmen mehr verbuchen als die übrigen SPD-Spitzen, obwohl sie als hauptamtliche Bürgermeisterin gar nicht Stadtverordnete werden kann. Und diese zusätzlichen Stimmen bescheren den Sozialdemokraten fast einen halben Prozentpunkt. Das hat nun genau ein Stadtverordnetenmandat ausgemacht. . . ..

Von der Möglichkeit des Kumulieren und Panaschierens machten in Hofheim übrigens knapp 50 Prozent der Wähler Gebrauch.

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