Jascha Wolf greift nach 0,25-Liter-Flaschen, in die frisch gebrautes Pils abgefüllt werden soll.
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Jascha Wolf greift nach 0,25-Liter-Flaschen, in die frisch gebrautes Pils abgefüllt werden soll.

Wirtschaft

„Taunus Hell“: Neues Bier aus Hofheim - Bierbrauer-Duo hat viel vor

  • Dirk Müller-Kästner
    VonDirk Müller-Kästner
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Bald geht die Braumanufaktur mit ihrem „Taunus Hell“ an den Start. Das Bierbrauer-Duo aus dem Taunus probiert aktuell noch viel aus.

Hofheim ‒ Sie haben lange ausprobiert und auch Rückschläge eingesteckt. Doch nun sind Jascha Wolf und Marcel Reimer so weit: Am heutigen Samstag wird in der Turnhalle Marxheim zum ersten Mal ihr Bier ausgeschenkt: „Taunus Hell“. In nächster Zeit soll das Bier der „Taunus Braumanufaktur GmbH“ dann auch in anderen Gaststätten, Kneipen und Restaurants, die nicht vertragsmäßig an eine Brauerei gebunden sind, auf den Tisch oder Tresen kommen.

Seit 2018 betreibt das Duo Reimer/Wolf das Hobby Bierbrauen, hat inzwischen drei Kessel samt Gärtanks. Nun will es mit dem Hobby auch Geld verdienen. 1000 Liter ihres Hellen haben sie in einer Brauerei, die Lohnbrauen anbietet, gebraut. Abgefüllt wird das Helle in 30-Liter-Fässern - und Martin Reiter, Wirt von „Zur Turnhalle“ in Marxheim und Freund der beiden Hobby-Brauer, habe extra einen Zapfhahn freigehalten, um Taunus Hell anbieten zu können, erzählt Marcel Reimer.

Bierbrauer aus dem Taunus: Beim Vertrieb noch in der Lernphase

Die Pläne von Reimer und Wolf gehen aber über den Hofheimer Stadtteil hinaus. Zum einen seien sie gerade in der Akquise, erzählt der 28 Jahre alte Marcel Reimer. Ihr untergäriges Helles wollen sie in Hofheim, Kelkheim und Umgebung in der Gastronomie etablieren - schließlich gebe es in der Gegend nicht viele lokale Biere. Zum anderen wollen sie ihr Bier demnächst auch in Flaschen anbieten.

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„Wir sind noch in der Lernphase“, sagt Reimer, der hauptberuflich Architekt ist. „Wir müssen sehen, wie schnell unser Bier weggeht und wann wir nachbestellen müssen.“ „Eine kleine Brauerei für den Main-Taunus-Kreis“, so der 29-jährige Jascha Wolf, sei das Langzeitziel der Braumanufaktur. Er selbst hat bereits während seines Studiums und der Ausbildung Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt. Zurzeit arbeitet er noch im Personalcontrolling.

Marcel Reimer gibt noch ein paar Hopfenpellets in den Kessel. Dieser steht in Omas Garage, wo von den Gesellschaftern der Taunus Braumanufaktur immer wieder an neuen Bieren getüftelt wird.

Die beiden Hofheimer haben in den vergangenen drei Jahren beim Brauen viel ausprobiert. Ihr „Einstandsbier“, das Taunus Hell, sei „nicht so extrem gehopft“, sagt Reimer. Es soll zunächst wohl vor allem der breiten Masse schmecken. „Guter klassischer Bierstil“ sei das.

Braumanufaktur für den Main-Taunus-Kreis: Hopfenpflanzen im eigenen Garten für regionale Biere

Im Winter soll dann weiter ausprobiert werden. Die Taunus Braumanufaktur soll irgendwann auch Weizenbier und Pils auf den Markt bringen. Zurzeit arbeiten Reimer und Wolf mit klassischem Hopfen aus der Hallertau, dem angeblich größten Hopfenanbaugebiet der Welt mitten in Bayern. Im heimischen Garten haben sie aber auch eigene Hopfenpflanzen. „Damit wollen wir rumexperimentieren“, sagt Reimer. Die unterschiedlichen Hopfensorten haben verschiedene Aromen, zum Beispiel Zitrone oder Johannisbeere.

Als Malz verwenden Wolf und Reimer Pilsenermalz, das Standardmalz der Bierbrauer. Wichtig ist beim Brauen aber auch das verwendete Wasser. Für das Taunus Hell wurde Wasser aus Königstein genommen, wo Marcel Reimers Schwester wohnt. Das Wasser dort sei viel weicher als das aus Hofheim. Für ihr Pale Ale, ein obergäriges Bier, nehmen die Hobbybrauer hingegen lieber härteres Wasser, das bei der in Zeilsheim wohnenden Oma aus dem Wasserhahn kommt.

Ihr Taunus Hell soll spätestens Ende des Jahres auch in Flaschen angeboten werden; in 0,25- oder in 0,3-Liter-Flaschen. Für Flasche wie für Etikett haben Wolf und Reimer spezielle Design-Vorstellungen. Diese schon jetzt umzusetzen, wäre zu teuer gekommen, sagt Reimer. Nun dürfen Bierfreunde gespannt sein, was ihnen demnächst angeboten wird. (Dirk Müller-Kästner)

Auch in Frankfurt locken Gastronomen die Kunden mit selbst gebrautem Bier.

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