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Freuen sich über die neuen Räume: (v. l.) Pia Schachtschabel, Christa Bohrmann, Brigitta Kornblum, Miriam Velte und Helga Saalbach.

Caritasverband

Sozialstation bezieht neue Räume –Pflegekräfte gesucht  

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Die Sozialstation Hofheim ist umgezogen. Ihre neuen Räume sollen die Einrichtung als Arbeitsplatz attraktiver machen. 

Hofheim – Kerstin Jährling-Roth, Bereichsleiterin Gesundheitsdienst/Altenhilfe beim Caritasverband Main-Taunus, machte keinen Hehl daraus, dass sie schon unter Druck stand und die Stimmung unter den Mitarbeitern der Sozialstation Hofheim-Eppstein-Kelkheim nicht die beste war. Drei kleine Räume standen für das ganze Team in der bisherigen Unterkunft im Vincenzhaus zur Verfügung - das ist schon nicht viel für die fünf dauerhaft anwesenden Mitarbeiter: Aber die 25 Pflegekräfte, die unterwegs sind, brauchen eine Anlaufstelle, brauchen Platz zur Beratung Angehöriger und anderes. "Das war kein Zustand mehr", sagt auch Torsten Gunnemann, Geschäftsführer des Caritasverbandes.

"Jetzt haben Sie endlich Platz", freute sich auch Hofheims Bürgermeister Christian Vogt bei der offiziellen Einweihung der neuen Sozialstation im Schmelzweg. Die Besucher spürten eine große Verbesserung schon vor Betreten des Gebäudes - es gibt dort kein Parkplatzproblem. Für die, die mit dem Auto kommen, war die Situation am Vincenzhaus eine Katastrophe.

Deutlich wurde bei der Einweihung, dass es nicht nur darum geht, dass die Mitarbeiter etwas mehr Platz und ihre Autos in Reichweite haben. Sondern es geht um Arbeitsbedingungen in einer Branche, die händeringend nach Personal sucht. In den letzten Jahren habe man fünf Fachkräfte verloren, räumte Jährling-Roth ein. Noch nie habe man so viele Patienten ablehnen müssen wie in letzter Zeit. "Wir haben einfach ein Riesen-Problem", fasste sie zusammen.

Hofheim: Sozialstation sucht neue Pflegekräfte

Hautnah spürt das auch Lorena Kunkel, die als Pflegedienstleiterin das Personal koordiniert. "Wir müssen mit weniger Mitarbeitern die gleiche Zahl von Patienten versorgen", berichtet sie. Die Hoffnung von Pfarrer Josef Peters, es bleibe Zeit nicht nur zum Kleben eines Pflasters, sondern auch für ein liebes Wort für die Klienten, scheint so ein frommer Wunsch zu bleiben - es geht eher eilig zu. "Dementsprechend ist die Stimmung unter den Mitarbeitern", sagt Kunkel.

"Die Politik hat lange zu wenig getan für die Pflege", fordert Jährling-Roth mehr Unterstützung für ihre Branche. Ausgerechnet jetzt, wo mehr Pflegekräfte gebraucht würden, verschärfe sich auch die Konkurrenz mit anderen Berufen um die weniger werdenden Jugendlichen. Aber pessimistisch ist sie nicht. "Wir haben die Chance, Leute zu finden, wenn wir den Beruf attraktiver machen", ist sie überzeugt. Immerhin handele es sich um eine sinnstiftende Tätigkeit, und das sei durchaus gefragt. Sie weiß von Fällen zu berichten, dass Mitarbeiter aus dem Bankensektor in die Pflege gewechselt hätten. Zu den attraktiven Arbeitsbedingungen gehörten auch vernünftige Räume; drei Arbeitsplätze seien übrigens, mit Blick auch auf die Auszubildenden, jetzt mit Computern ausgestattet.

Hofheim: Suche nach neuem Personal für Sozialstation ist schwierig

Schwierig ist es freilich nicht nur, zusätzliches Pflegepersonal zu finden, auch mit den Räumlichkeiten tut man sich eher schwer. Drei Jahre habe sie gesucht, berichtet Bereichsleiterin Jährling-Roth. Mit dem, was sie gefunden hat, ist sie sehr zufrieden, schon wegen der verkehrsgünstigen Lage, die es auch mit sich bringt, dass die Sozialstation schon von draußen gut wahrgenommen wird. "Wir wollten es auch richtig schön haben" lässt sie durchblicken, dass sie auch auf eine vernünftige Renovierung der Räume bestanden hat. Jetzt wäre sogar Platz für zusätzliche Mitarbeiter - wenn sich solche auftreiben lassen.

Caritas-Geschäftsführer Gunnemann hat keinen Zweifel, dass die Aufgaben der Sozialstation noch zunehmen werden. "Viele werden deutlich älter, und das ist als Gewinn zu sehen", erklärte er zur Eröffnung der Einweihungsveranstaltung. Pflegerische Unterstützung gehöre zu einer älter werdenden Gesellschaft aber dazu.

Mit der Übernahme der Betreuung von drei Wohngemeinschaften sei die Sozialstation gerade dabei, sich entsprechend breiter aufzustellen. Eine besondere Herausforderung dessen sei, dass es daneben immer noch neue gesetzliche Vorgaben zu berücksichtigen gelte. "Sie stellen sich dem mit einem Lächeln im Gesicht", ließ er die Mitarbeiter wissen - angesichts der Ausführungen seiner Mitarbeiterinnen zur Raum- und Personalsituation war es wohl angemessen, dass er das Wort "immer" in diesen Satz nicht eingebaut hatte... 

Von Manfred Becht

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