Rückblende: Im Herbst 2015 musste in der Wallauer Ländcheshalle eine Notunterkunft für 500 Flüchtlinge eingerichtet werden.
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Rückblende: Im Herbst 2015 musste in der Wallauer Ländcheshalle eine Notunterkunft für 500 Flüchtlinge eingerichtet werden.

Soziales

Hofheim: Pro Woche kommen noch vier Flüchtlinge in den Main-Taunus-Kreis

  • vonBarbara Schmidt
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1777 Flüchtlinge, das sind rund 58 Prozent der anerkannten Personen, können ihren Lebensunterhalt mittlerweile komplett selbst bestreiten.

Main-Taunus.Sie ist aufgrund der Corona-Pandemie in der öffentlichen Aufmerksamkeit etwas aus dem Blick geraten. Gleichwohl ist die Integration der Flüchtlinge, die vor allem 2015 und 2016 in sehr großer Zahl auch in den MTK kamen, nach wie vor eine wichtige Aufgabe. Wir haben im Landratsamt mal die aktuellen Fakten erfragt: Der jüngste Statusbericht aus dem März, so Kreissprecher Dr. Johannes Latsch, nenne für den MTK die Zahl von 4530 hier lebenden Flüchtlingen. 3082 von ihnen sind mittlerweile anerkannt. Bei 1035 Menschen laufe das entsprechende Verfahren noch. Eine Duldung haben 413 Personen. In diesen Zahlen enthalten sind auch die 255 unbegleiteten Minderjährigen, die zum Teil mittlerweile junge Volljährige sind. Sie leben in der Regel laut Latsch den besonderen Umständen entsprechend nicht in Gemeinschaftsunterkünften, sondern in Einrichtungen, in denen sie eine alters- und entwicklungsgerechte Betreuung und Begleitung erfahren.

Der Kreis unterhält aktuell noch 27 Unterkünfte. In diesen leben insgesamt 1666 Menschen. 535 von ihnen haben ein Bleiberecht und könnten eigentlich auch in einer Mietwohnung leben, doch der Mangel an günstigem Wohnraum im MTK macht dies schwierig.

Der Kreis lässt noch wissen, dass aufgrund der Pandemie und der geschlossenen Grenzen Ausreisen und Abschiebungen von Flüchtlingen in den vergangenen Monaten nicht möglich waren.

Eine Mehrheit der Flüchtlinge (60 Prozent) im MTK sind aktuell noch auf Transferleistungen des Staates wie Sozialhilfe oder Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz angewiesen. Auch hier sind die 255 unbegleiteten Minderjährigen/jungen Volljährigen, die sich in der Regel in Schule oder Ausbildung befinden, eingerechnet. Sie alle seien auf Transferleistungen angewiesen, wenn auch zum Teil nur aufstockend, sagt Latsch. Immerhin 1777 Flüchtlinge, das sind rund 58 Prozent der anerkannten Personen, können ihren Lebensunterhalt mittlerweile komplett selbst bestreiten.

Die Zahl der Flüchtlinge, die pro Woche neu in den Kreis kommen, liegt aktuell bei vier Personen, berichtet Kreissprecher Latsch. Hauptherkunftsländer seien Afghanistan, Türkei, Iran, Syrien und Eritrea. babs

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