Der Hofheimer Bestseller

  • vonBarbara Schmidt
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Regionalkrimis boomen. Das ist schon seit Jahren so. In der Buchhandlung am Alten Rathaus in Hofheim wird gerade besonders gern „Ich glaub, es hackt! Ein Hofheimer Lokalkrimi in der Philipp-Reihe“ gewählt.

Regionalkrimis boomen. Das ist schon seit Jahren so. In der Buchhandlung am Alten Rathaus in Hofheim wird gerade besonders gern „Ich glaub, es hackt! Ein Hofheimer Lokalkrimi in der Philipp-Reihe“ gewählt. Tamara von Werthern hat ihn geschrieben. „Nach Verkaufszahlen ist das unser absoluter Renner im Weihnachtsgeschäft, Platz eins auf der ,Hofheim Bestsellerliste’ sozusagen“, sagt Buchhändlerin Annegret Weil. Sie erklärt sich den Erfolg nicht nur mit der Tatsache, dass die Handlung in der Kreisstadt spielt. „Viele kennen auch den Vater von Frau von Werthern, den sie in ihrem Buch als Privatdetektiv agieren lässt“, weiß die Hofheimerin, dass es in diesem Fall nicht die vertrauten Schauplätze der Handlung allein sind, die zum Kaufen reizen.

Tatsächlich ist der Freiherr von Werthern nicht nur „bekannt wie ein bunter Hund“ in der Kreisstadt, er ist auch ein wirklicher „Typ“. Er gebe „eine unheimlich reichhaltige Vorlage“ für einen „ungewöhnlichen Privatdetektiv“ ab, meint seine Tochter Tamara. Als Hommage an ihre Heimatstadt und mehr noch an ihren Vater hatte sie ihren „Lokalkrimi“ denn auch geschrieben, der eigentlich zunächst „nur“ als Geschenk zu einem runden Geburtstag gedacht war. Doch mit der Lesung, die ihre Schwester für das Fest anregte, und dem Angebot an die Gäste, das Werk auch käuflich zu erwerben, kam ein Stein ins Rollen.

Überraschung für den Vater

Sie selbst habe eigentlich nur vorgehabt, den Krimi „richtig in Buchform“ herauszubringen und ihren Vater damit zu überraschen. Für sie keine so große Sache, denn Tamara von Werthern, die in London lebt und dort Englische Literatur und Drama studiert, sowie einen Master in Regie gemacht hat, schreibt Theaterstücke und hat auch schon ein eigenes Buch über ihre Theaterarbeit herausgebracht. Die 30 Exemplare, die sie für das Geburtstagsfest drucken ließ, reichten nicht. „Alle wollten ein Buch kaufen“, erinnert sich Tamara von Werthern. „Da musste ich dann noch mal nachdrucken lassen.“

Das Krimi-Genre hat sie wegen der Vorliebe ihres Vaters für diese Art Bücher gewählt. „Philipp liebt Krimis und hat immer einen – oder drei – irgendwo rumliegen, Gesicht nach unten“, kennt sie die Lesegewohnheiten des Freiherrn, dessen Mutter eine Gräfin zu Castell-Castell war, gut. Einen anderen Schauplatz zu wählen als Hofheim, kam für sie gar nicht erst in Frage. Was ist es, das Krimi-Autoren die Kreisstadt und die Region so tauglich erscheinen lässt als Kulisse für das Verbrechen? „Für mich ist es der interessante Kontrast der kleinen, friedlichen Stadt am Taunus und den dunklen Machenschaften“, sagt Tamara von Werthern.

Krimis liest sie auch selbst leidenschaftlich gern. „Meine Einflüsse reichen von Miss Marple über Kalle Blomquist, den mein Vater uns regelmäßig abends vorgelesen hat, bis hin zu Skandi-noir“, der düsteren skandinavischen Krimi-Literatur. Und „natürlich“ sei sie ein großer Fan von Nele Neuhaus. Selbst mag sie es humorvoll. Die Arbeit am ersten Fall von Privatdetektiv Philipp habe ihr auch selbst viel Spaß gemacht, sagt Tamara von Werthern. Deshalb arbeite sie nun schon am nächsten Band der Philipp-Reihe. Dass ihr nur 63 Seiten starker Erstling in Hofheim so gut ankommt („eine unglaubliche Entwicklung“), wird sie beflügeln.

( babs)

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