Bauarbeiten

Hostatoschule: Die Unterführung hat ausgedient

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Früher strömten die Rotfabriker durch die Unterführung ins Werk. Jetzt wird die eher spärlich genutzte Rinne mehr oder weniger stillgelegt: Das Eingangsgebäude neben der Hostatoschule wird abgerissen, um einem dringend notwendigen Schulerweiterungsbau Platz zu machen .

Schon im kommenden Jahr soll es losgehen, das planen zumindest die Architekten so. Der Bauantrag ist eingereicht, allerdings muss die Stadtverordnetenversammlung der Magistratsvorlage noch zustimmen. Ihre Pläne hat Architekt Christian Nasedy von „Dierks Blume Nasedy“ bereits Anfang August im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) vorgestellt und ist auf große Zustimmung gestoßen: Um die Hostatoschule zu erweitern, soll der geklinkerte und mit Glasbausteinen errichtete Flachbau an der Ecke Hostao- / Leunastraße verschwinden, der östlicher Hauptzugang zu der Unterführung der mehrspurigen Leunastraße ist.

Die Vorlage hat der Magistrat jetzt in den Geschäftsgang gegeben. Das heißt: Die Fachausschüsse der Stadtverordnetenversammlung und der Ortsbeirat müssen noch zustimmen. Das Vorhaben gilt jedoch als unumstritten: Die Grundschule, die unter chronischem Platzmangel leidet, soll endlich einen Erweiterungsbau mit Cafeteria bekommen. Und weil das Zugangsgebäude zur Unterführung zum Teil auf dem Schulgrundstück steht, soll es weg.

Die Unterführung wird allerdings nicht komplett stillgelegt: Von der Westseite, also vom Industriepark her, sowie von ihren Zugängen auf den Verkehrsinseln zwischen Leunastraße und den Industrieparkzufahrten wird sie weiter offen stehen. Wer aus der Stadt zum Industriepark möchte, wird allerdings die Straße künftig oberirdisch queren.

Dafür soll ein Überweg als Provisorium eingerichtet werden. Als Provisorium deshalb, weil die Leunastraße wegen der Regionaltangente West (RTW) ohnehin ihre Erscheinung völlig ändern soll: Geplant ist, in die Straßenmitte eine Haltestelle für die neue Nord-Süd-Schienenverbindung zu bauen (wir berichteten).

Wenn die Stadtverordneten dem Schulerweiterungsbau zustimmen, stimmen sie auch über die „Herstellung der oberirdischen Querung der Leunastraße als Übergangslösung bis zur Realisierung der Regionaltangente West“ zu – so steht es zumindest in der Magistratsvorlage. Rund 8 Millionen Euro sind für den Schulerweiterungsbau und die damit verbundenen Veränderungen vorgesehen.

Die Unterführung stammt aus den 1960er Jahren, als der Großteil der Beschäftigten noch zu Fuß und mit dem Tender untern Arm zur Arbeit strebte. Heute wird sie fast ausschließlich von Provadis-Mitarbeitern oder Lehrlingen benutzt, die in der Mittagspause nach Höchst möchten. Die Unterführung ist schmutzig, über und über mit Graffiti beschmiert, stinkt nach Urin und dient allenfalls einigen Drogenkonsumenten als Rückzugsraum.

Auch wenn der Zugangsbau fällt – vielleicht schon Mitte nächsten Jahres – bleiben die Unterführung und ihre unterirdischen Nebenräume – etwa ihre Elektrik-Zentrale erst einmal bestehen. Die Zugänge auf den Verkehrsinseln, die hin und wieder von Radfahrern genutzt werden, die dort auf dem Radweg entlangkommen, sehen schon „angefressen“ aus: Dort wurden zum größten Teil die Glasbausteine entfernt, so dass diese Zugänge nun wie Bauruinen aussehen. Wenn die RTW in die Straßenmitte kommt, wird die Unterführung wohl aus statischen Gründen komplett verfüllt werden müssen.

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