Hatschi! Im ersten Halbjahr gab es deutlich weniger Atemwegserkrankungen also sonst. Ein Grund: Das Maskentragen wegen der Corona-Pandemie.
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Hatschi! Im ersten Halbjahr gab es deutlich weniger Atemwegserkrankungen also sonst. Ein Grund: Das Maskentragen wegen der Corona-Pandemie.

Gesundheit

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Im ersten Halbjahr kaum ein Thema

  • VonManfred Becht
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DAK-Report für Main-Taunus- und Hochtaunus: Weniger Atemwegsleiden und mehr psychische Erkrankungen

Main-Taunus. -Die Arbeitnehmer in den Landkreisen Main-Taunus und Hochtaunus sind überdurchschnittlich gesund. Auffällig ist ein starker Rückgang von Atemwegserkrankungen, der im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht. Dagegen haben psychische Erkrankungen zugenommen. Das sind die wichtigsten Aussagen des aktuellen Gesundheitsreports der Krankenkasse DAK.

Bemerkenswert ist der Rückgang der Atemwegserkrankungen. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres gab es auf 100 DAK-Versicherte nur 46 Fehltage, die mit Erkältung und ähnlichem begründet wurden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 142, also mehr als dreimal so viel, und in den ersten sechs Monaten 2019 waren es 140. Die Zahlen gelten für die beiden Landkreise gemeinsam und sind aussagekräftig - im MTK und HTK sind 56 000 Einwohner bei der DAK versichert.

"Die Erkältungssaison im Frühjahr 2021 ist nahezu komplett ausgefallen", kommentiert Norbert Hissting, Chef der DAK in Hofheim. Für ihn ist klar, dass sich Lockdown, Homeoffice und die durch die Pandemie ausgelösten Hygienemaßnahmen positiv ausgewirkt haben. Was man natürlich nicht weiß: Wie groß ist die Zahl derer, die mit einer Erkältung zu Hause gearbeitet haben, mit der sie sich ansonsten hätten krankschreiben lassen?

Einen klaren Trend gibt es auch bei den psychischen Erkrankungen: 80 Fehltage kamen auf 100 Versicherte im ersten Halbjahr 2019, im ersten Corona-Jahr 2020 waren es in sechs Monaten 114 Fehltage. 2021 bewegt sich die Zahl mit 116 Fehltagen auf fast gleichem Niveau. Dies bestätigt die Erkenntnisse über psychische Belastungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat. Der DAK ist noch aufgefallen, dass sich die Krankschreibungen oft über längere Zeiträume erstreckt haben.

Zweithäufigster Grund für Krankschreibungen sind Probleme am Muskel-Skelett-System, Rückenschmerzen etwa. Allerdings gibt es dabei keine eindeutige Entwicklung. In der ersten Jahreshälfte 2019 kamen auf 100 Beschäftigte 131 Fehltage wegen solcher Beschwerden, im Vergleichszeitraum 2020 waren es 113, 2021 schließlich 128 Fehltage. Es gibt ein Auf und Ab, ohne dass es eine naheliegende Erklärung gibt.

Für 2020 registriert die DAK einen rückläufigen Krankenstand. Von 100 Tagen war jeder Arbeitnehmer durchschnittlich 3,5 Tage krankgeschrieben, im Jahr zuvor waren es 3,7 Tage. Im ersten Halbjahr 2021 waren es 3,0 Tage, wobei der Krankenstand in der ersten Jahreshälfte gewöhnlich höher ist als in der zweiten Hälfte. Gut möglich also, dass die Gesamtzahl für 2021 noch einmal niedriger ausfällt. Zu hören ist allerdings, dass die Mediziner damit rechnen, dass die im vergangenen Jahr ausgefallene Grippewelle nachgeholt wird.

Der Gesundheitsreport der DAK zeigt, dass die Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus vergleichsweise gut dastehen. Der Krankenstand am und im Taunus betrug 2020 wie gesagt 3,5 Prozent, in Hessen waren es 4,1 Prozent; dies war auch der bundesweite Wert. In Hessen hatte nur die Stadt Frankfurt mit 3,4 Prozent einen besseren Wert, Wiesbaden und Rheingau-Taunus-Kreis kommen mit 3,8 Prozent auf den dritten Platz der Landkreise - es zeigt sich, dass der Krankenstand im Rhein-Main-Gebiet tendenziell niedriger ist als in ländlichen Regionen. bt

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