Ein Blick in die Anmeldezentrale im Hattersheimer Impfzentrum im Kastengrund: Viele ältere Menschen kommen in Begleitung zum Impf-Termin.
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Ein Blick in die Anmeldezentrale im Hattersheimer Impfzentrum im Kastengrund: Viele ältere Menschen kommen in Begleitung zum Impf-Termin.

Corona-Schutz

Verteilung der Impftermine: Manchmal entscheidet der Zufall

  • vonBarbara Schmidt
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Die Impfungen in Hessen laufen – wenn auch schleppend. Im Main-Taunus-Kreis spielt bei der Terminvergabe manchmal auch der Zufall eine Rolle.

Main-Taunus – Wie funktioniert das eigentlich mit der Terminvergabe bei den Corona-Impfungen? Warum etwa bekommt der eine, der sich anmeldet, ganz schnell einen Termin, ein anderer wartet lange darauf? Nach welchem Prinzip werden Termine vergeben, heißt es: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, geht es nach dem Alphabet oder wie sind die Kriterien? Was ist mit denen, die wegen des Impf-Stopps für Astrazeneca ihre Termine abgesagt bekommen haben? Diese und ähnliche Fragen treiben derzeit viele Menschen um.

Nicht der Main-Taunus-Kreis ist für die Terminvergabe zuständig, er hat lediglich das Impfzentrum im Hattersheimer Kastengrund ermöglicht und die Organisation der Arbeit dort sichergestellt. Die Terminvergabe ist derzeit Landessache. Zuständig ist das Hessische Innenministerium. Dessen Sprecher Michael Schaich hat auf Anfrage versucht, die wichtigsten Prinzipien bei der Terminvergabe zu erläutern. Das Land bedient sich dabei der Hilfe eines Computerprogramms.

Corona in Hessen: Termine für Impfungen werden nach festen Parametern vergeben

Aktuell ist die sogenannte „Priorisierungsgruppe 2“ an der Reihe. Das sind im wesentlichen Menschen im Alter von 70 bis 79 Jahren, außerdem Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, bestimmten Tätigkeiten wie Erzieher oder Grundschullehrer sowie Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren. „Grundsätzlich läuft die Terminvergabe innerhalb der Priorisierungsgruppe 2 für Menschen zwischen 70 und 79 Jahren durch die Vergabesoftware nach Alter fallend“, so Schaich. Entschieden werde dabei keinesfalls willkürlich, wer als Nächstes an der Reihe sei. „Es gibt fest definierte Parameter für aktuell priorisierte Personen. Innerhalb dieser Parameter erfolgt die Auswahl der Menschen nach dem Zufallsprinzip.“

Zwei Drittel der Terminvergaben für eine Corona-Impfung richteten sich derzeit nach dem Alter (79- bis 70-Jährige), das restliche Drittel werde an andere Personen in Gruppe 2 vergeben. „Nur in Ausnahmefällen und aufgrund logistischer und technischer Erfordernisse kommt es vor, dass jüngere vor älteren Bürgern ihre Impftermine erhalten“, versichert der Ministeriums-Sprecher. Ein Beispiel: Ein 71-Jähriger mit Vorerkrankung oder einem anderen zusätzlichen Kriterium für Gruppe 2 wie Betreuungsperson kann aufgrund dieser weiteren Parameter früher an der Reihe sein als ein 79-Jähriger, dessen einzige Impfberechtigung sein Alter ist.

Terminlücken bei den Impfungen: Wer eine Mailadresse hinterlegt hat, kann nachrücken

Dann sind da noch die kurzfristig frei gewordenen oder zusätzlich verfügbaren Termine. Sie kommen zustande, weil überraschend zusätzlicher Impfstoff zur Verfügung steht oder bereits erfolgte Terminbuchungen seitens eines anderen Impflings abgesagt wurden, erläutert Schaich. Weil es dann schnell gehen muss, könnten solche Termine „nur an Personen vergeben werden, die bei ihrer Registrierung eine Mailadresse hinterlegt haben“.

Vom vorübergehenden Stopp der Impfungen mit Astrazeneca waren vom 16. bis 20. März in Hessen rund 24 000 Termine betroffen, wie der Sprecher des Innenministeriums wissen lässt. Allerdings wurde im MTK auch schon am 15. März nach Bekanntwerden des Stopps durch das Bundesgesundheitsministerium nicht mehr geimpft, viele Menschen kamen umsonst in den Kastengrund, da sie keine Absagen erhalten hatten oder sogar am Info-Telefon die Auskunft erhielten, sie könnten den Termin trotzdem wahrnehmen, der Arzt entscheide dann vor Ort. Schaich sagt dazu: „Uns liegen wenige Rückmeldungen über die Impfzentren vor, dass einzelne Personen angaben, nicht informiert worden zu sein.“ Vereinzelt seien Personen mit Astrazeneca(AZ)-Termin mit Biontech oder Moderna geimpft worden. Für den MTK war das nach Auskunft des Hofheimer Landratsamtes definitiv aber nicht der Fall.

Corona in Hessen: Impfungen mit Astrazeneca werden im April nachgeholt

Das Innenministerium meint, es habe „zumindest keinen technischen Fehler“ gegeben, „der dazu geführt hätte, dass eine größere Anzahl von Menschen mit AZ-Termin in dieser Woche nicht erreicht werden konnten. Bei vielen Tausend Betroffenen kann es aber natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt diese Personen nicht erreicht werden konnten.“

Die ausgefallenen Impftermine mit Astrazeneca würden nun zwischen dem 5. und 11. April nachgeholt. Schaich versichert: „Die Personen werden über ihren konkreten Termin schriftlich per Mail oder Post informiert. Sie müssen nichts weiter veranlassen.“ (Barbara Schmidt)

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