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Landtagswahl

Ingo von Seemen geht als Direktkandidat der Linken in den Landtagswahlkampf

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Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Ingo von Seemen (Die Linke – Wahlkreis 33 – Main-Taunus II).

Bei der Bundestagswahl vergangenes Jahr erreichte Ingo von Seemen als Direktkandidat der Linken mit fünf Prozent der Erststimmen ein für seine Partei durchaus akzeptables Ergebnis. „Zudem haben wir im Bundestagswahlkampf neue Mitglieder gewonnen“, erinnert sich der stellvertretende Wiesbadener Stadtverordnetenvorsteher gerne. „Dass sie mitmachen, freut uns riesig.“

Nun tritt der „Rote Baron“, wie er dank seines Namens gerne gerufen wird, erneut im Main-Taunus-Kreis an – und würde das Ergebnis gerne ausbauen. Es sei „allerhöchste Zeit“, dass die CDU an der Spitze des Landes abgewählt werde. Es gebe zu viele Missstände im Land, die die CDU verursacht habe.

Von Seemens Alternative heiß Rot-Rot-Grün. Die Inhalte müssten bei einer Zusammenarbeit mit SPD und Grünen natürlich passen. Der Mann aus Wiesbaden könnte sich vorstellen, dass die Inhalte passen. Am Programm der Linken für die Landtagswahl hat er jedenfalls selbst mitgeschrieben.

Punkten will der 31 Jahre alte Ingo von Seemen vor allem bei der Bildungspolitik. Das sei sein persönlicher Schwerpunkt; zumal er selbst mitten in der Ausbildung stecke. Seine erste Forderung: kostenfreie Bildung; von der Kita bis zum Meisterbrief oder Studium. Die Gebührenfreiheit für Kitas sei eine Mogelpackung der Landesregierung. Da gehe die verspätete Umsetzung eines Wahlversprechens zulasten der Kommunen, die einen Großteil der Kosten tragen müssen. „Als Kommunalpolitiker sehe ich, wie das Land uns die Arbeit erschwert.“ Ausbessern, was das Land falsch macht, sei angesagt. „Wir Linken können das besser.“

An ein anderes Thema, das von Seemen am Herzen liegt: die Polizei. Von wegen, da denkt ein Linker nicht dran. Die Landespolizei müsse ordentlich ausgestattet werden. Die Sicherheit nicht nur im MTK sei jedenfalls Sache der Landespolizei. Dass zum Beispiel bei Weinfest in Bad Soden die Bundespolizei eingesetzt werde, sei „Verschwendung“. Jeder solle seine Aufgaben erledigen. Die Forderung der Linken, die Landespolizei zu verstärken, sei aber blockiert worden.

Dass Ingo von Seemen auch im sozialen Bereich mitredet, liegt sicherlich daran, dass er im Wiesbadener Stadtparlament für die Linken die Gesundheitspolitik im Blick hat. Für ihn ganz wichtig: „Krankenhäuser gehören nicht in private Hand.“ Sie gehörten in die Verantwortung der Kommunen. Das Land sei für einen „ordentlichen Bedarfsplan“ für die Kliniken in Hessen zuständig.

Kostenloser ÖPNV (Öffentlicher Personen-Nahverkehr) ist für den Studenten von Seemen „eine Gerechtigkeitsfrage“. So, wie die Preispolitik zurzeit gehandhabt werde, seien „Menschen von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen“. Menschen seien so in Stadtteilen eingesperrt. Das sei nicht gerecht.

Wären ÖPNV-Tickets kostenlos oder zumindest deutlich günstiger, würden gerade in belasteten Städten wie Frankfurt und Wiesbaden viel mehr Menschen auf Bus oder Bahn umsteigen. Das habe inzwischen sogar die Bundesregierung erkannt und prüfe zumindest die Umsetzung von Alternativen. Bei der ganzen Diskussion dürfe auch nicht vergessen werden, „das Öl ein endlicher Rohstoff ist.

„Wir vertreten die Interessen der Mehrheit“, ist sich der Linke sicher. Seine Partei kämpfe nicht für partikulare Interessen und vertrete schon gar nicht Interessen von Lobbyverbänden. Stolz ist er zudem, dass die Linken keine Spenden von juristischen Personen annehmen. Der Verdacht, nicht unabhängig zu sein, dürfe gar nicht erst aufkommen.

Zum Schluss kommt von Seemen noch zum Dauerthema Fluglärm. Er gehe zulasten der Gesundheit und mit ihm Lebensqualität verloren. Ganz wichtig sei ein striktes Nachtflugverbot.

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