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Annika Sommerfeld und ihr Team sind derzeit mit dem Umzug beschäftigt: Die Stadtbücherei zieht innerhalb des Wilhelm-Kobelt-Hauses um, weil ihre alten Räume saniert werden müssen.

Stadtteilbibliothek Schwanheim

Für ein Jahr wird’s enger

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Für ein Jahr bezieht die Stadtteilbibliothek Schwanheim im Wilhelm-Kobelt-Haus wegen anstehender Sanierungsmaßnahme neue Räume. Bis zum 15. Februar noch läuft der Umzug in das kleinere Ausweichquartier, das direkt um die Ecke liegt.

Die Umzugskisten stapeln sich in der Stadtteilbibliothek im Wilhelm-Kobelt-Haus in Alt-Schwanheim 6. Im Untergeschoss sind bereits fast alle Bücher eingepackt, die gelben Metallregale so gut wie leergeräumt. Seit zwei Tagen läuft das Unternehmen „Die Bücher um die Ecke bringen“, wie der Umzug überschrieben ist. Annika Sommerfeld, Leiterin der Stadtteilbibliothek, und ihr Team arbeiten bei der Umsetzung mit einem spezialisierten Unternehmen zusammen. Für rund 10 000 Medien – überwiegend Bücher, aber auch Hörspiele, Filme und Konsolenspiele – muss am neuen Ort ein Platz gefunden werden.

Die bisher genutzten Räume sind dringend sanierungsbedürftig. Feuchtigkeit steckt in den Mauern. Der leicht muffige Geruch macht sich im Erdgeschoss besonders bemerkbar. Das Wilhelm-Kobelt-Haus, das 1832 fertiggestellt wurde, ist nach dem gleichnamigen Arzt, Natur- und Heimatforscher benannt, der im Stadtteil wirkte und seine Spuren hinterließ. Lange Zeit wurde das Gebäude als Volksschule genutzt.

„Ein Jahr etwa werden die Maßnahmen dauern“, sagt Sommerfeld. Zunächst würde das Untergeschoss, später die oberen Räume der Stadtteilbibliothek saniert. Bei der Umsetzung kooperiert die Stadtbücherei Frankfurt mit dem Liegenschaftsamt, dem Hochbauamt und dem Denkmalamt.

Es gibt viel zu tun, auch wenn das Ausweichquartier nicht weit weg vom alten Standort liegt. Es befindet sich tatsächlich um die Ecke, im hinteren Teil des Wilhelm-Kobelt-Hauses, und ist künftig über den Eingang „Am Abtshof“ zu erreichen – weiterhin barrierefrei über den Innenhof. In diesem Teil des Hauses hat auch das Museum des Heimat- und Geschichtsvereins Schwanheim seinen Platz.

Mit 110 Quadratmetern, verteilt auf vier Räume im Erdgeschoss, steht dem dreiköpfigen Team der Stadtteilbibliothek am neuen Ort nur noch ein Drittel des Platzes zur Verfügung. Im Vergleich: Der bisherige Standort hat eine Fläche von rund 320 Quadratmetern. Obwohl dies eine räumliche Einschränkung mit sich bringt, soll es sich aber nicht auf die Auswahl der ausleihbaren Medien auswirken.

„Die Medien, die keinen Platz in den neuen Räumen finden, werden am alten Ort zunächst im oberen Stockwerk untergebracht“, erklärt Sommerfeld. Die Fläche wird zum Magazin und ist somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Bücher, Hörspiele, Filme sowie weitere Medien wie Zeitungen und Zeitschriften können auf Anfrage, jedoch mit einer Zeitverzögerung, über den Katalog der Bibliothek jederzeit bestellt werden. Auch das Kinderprogramm und die Klassenführungen durch die Einrichtung sollen wie gewohnt weitergehen.

„Ich freue mich sehr, dass wir ein Ausweichquartier gefunden haben und wir weiterhin die Öffnungszeiten wie gewohnt halten können“, sagt Sommerfeld. Die Stadtteilbibliothek sei für viele Nutzer zu einem Lernort geworden. „Schüler treffen sich hier, um Referate vorzubereiten und Hausaufgaben zu machen“, beschreibt die Einrichtungsleiterin die Alltagsnutzung.

Das Ausweichquartier lädt ebenfalls dazu ein. Die Wände sind frisch gestrichen, die Räume lichtdurchflutet. Es gibt einen Raum ganz ohne Bücher mit vier PC-Plätzen. Zwei hiervon sind ans Internet angeschlossen, über einen weiteren kann der Katalog der Stadtbücherei abgerufen werden. Am vierten Computer ist es möglich, beispielsweise Bewerbungen zu schreiben.

Für die Medien, die sich an die jüngsten Nutzer richten, steht ein weiterer Raum zur Verfügung. „Die Kinderbücher ziehen zum größten Teil mit ins Ausweichquartier“, sagt Sommerfeld. Zusätzliche Regale mit Literatur zum Lernen für Schüler finden sich im Eingangsbereich des neuen Standortes. „Wir arbeiten eng mit den Grundschulen im Stadtteil zusammen“, betont sie. Seit vielen Jahren bereits legt die Einrichtung ihre Schwerpunkte unter anderem auf die Leseförderung und die Medienbildung von Kindern. In der Zeit des Umzugs bleibt die Stadtteilbibliothek Schwanheim geschlossen. Medien, die zurückgegeben werden müssen, nimmt jede Bibliothek der Stadtbücherei entgegen.

Am 16. Februar öffnet die Stadtteilbibliothek ihre Räume im Ausweichquartier. Die Einrichtung ist dienstags und donnerstags von 13 bis 19 Uhr, mittwochs von 11 bis 17 Uhr sowie freitags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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