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Marisa Sattler hat sich auf einem der Fotos vom ersten Grenzgang 1967 wiedererkannt.

Langenhainer Grenzgang

Jubiläum im Regen

Viele der rund 100 Teilnehmer waren schon bei den ersten Grenzgängen dabei. Sie waren sich einig: Früher war das Wetter besser.

Seit Stunden prasselt der Regen auf das Zeltdach im Start und Zielbereich der 51. Auflage des Grenzganges. Die Teilnehmer haben sich auf Biertischgarnituren niedergelassen und stärken sich nach dem feuchten Gang entlang der Ortsgrenze. Man kennt sich und unterhält sich, gerne auch mal über mehrere Tische hinweg. „Das bin ja ich“, sagt Marisa Sattler lachend und zeigt auf ein Schwarzweißfoto, das die heute 53-Jährige zeigt, wie sie als kleines Mädchen vorsichtig ein Ei auf einem Kochlöffel balanciert. Auf dem Bild darüber hat eine Horde Kinder sichtlich ihren Spaß beim Sackhüpfen, wieder andere erinnern an fröhliche Menschen, die sich mit einer Flasche Bier zuprosten und sich ganz offensichtlich an diesem sonnigen 1. Mai im Jahre 1967 an dem guten Wetter erfreuen.

Inzwischen ist ein halbes Jahrhundert vergangen und Langenhain hat doppelt so viele Einwohner wie damals. „Die Teilnehmerzahl liegt von Beginn an stabil um die 100“, weiß Hans Herbert Schaller, der seit vielen Jahren die Veranstaltung federführend organisiert. Die Bilder hat der Vereinschef mit seinem Team auf bunte Pappe geklebt. Sie sollen bei der Jubiläumsausgabe der Veranstaltung bei den Teilnehmern die Erinnerung wecken. „Damals hatten wir aber besseres Wetter “ erinnert sich Otto Stemmler, der am vergangenen Montag mit seiner Frau Brigitte eine Erbsensuppe verspeist.

Die beiden Langenhainer waren bisher jedes Mal dabei, wenn die Freunde vom Akkordeonverein am Maifeiertag zur Wanderung geladen haben. Während Brigitte Stemmler viele Jahre im Orchester musizierte, hat ihr Ehemann sich im Vorstand engagiert. Die gute Stimmung und die Geselligkeit waren damals wie heute für die beiden das ausschlaggebende Argument, sich immer wieder auf die fünf bis sieben Kilometer lange Strecke zu begeben.

Viel hat sich nicht verändert in dieser Zeit. Die Teilnahme ist immer noch kostenlos, nur gibt es heute statt belegter Brote eine herzhafte Erbsensuppe, für die manche aus dem Ort sogar ohne vorher zu wandern auf den Festplatz „Unter den Eichen“ kommen. Zwei Wochen bevor es losgeht, treffen sich die Helfer zur Vorbereitung. „Dann laufen wir die Strecke ab, um sicherzustellen, dass die Wege auch frei sind. Nach dem Testlauf gibt’s dann Kaffee und Kuchen, das macht einfach Spaß“, bekennt Vereinschef Schaller. Er will „so lange es noch geht“ dabei bleiben und noch viel Grenzgänge organisieren, nur dann hoffentlich mit besserem Wetter.

(mkn)

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