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Lukas Schauder hat erst dieses Jahr das passive Wahlrecht bekommen. Die 21-Jahre-Grenze ist ihm zu hoch angesetzt. Foto: Knapp

Wahl

Jungpolitiker Lukas Schauder will als Direktkandidat der Grünen in den Landtag kommen

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Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Lukas Schauder (Grüne), Wahlkreis 32 – Main-Taunus I.

Er dürfte einer der Jüngsten sein, die am 28. Oktober in den Landtag gewählt werden wollen. Erst seit Januar ist Lukas Schauder alt genug – 21 Jahre –, um sich bei der Landtagswahl in Hessen als Kandidat aufstellen zu lassen.

Umweltthemen haben Schauder in die Politik getrieben. „Die Erde soll in 70 Jahren noch bewohnbar sein“, sagt er grundsätzlich. Konkret wurde er nach der Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima. „Jetzt musst du selbst was machen“, sagte er sich damals, nahm an Anti-Atomkraft-Demos in Biblis und Kelkheim teil. Auch die Ölpest nach dem Untergang der Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexico beschäftigte Schauder. „Langfristig müssen wir aus der Nutzung fossiler Energieträger raus“, sagte er. Seit 2011 ist Schauder bei den Grünen und war schon früh im Vorstand der Grünen Jugend.

Noch heute liegt einer seiner politischen Schwerpunkte auf dem Energiesektor. Außerdem setzt er sich mit dem Agrarbereich sowie dem Verkehr näher auseinander. Bei der Energie sieht er Hessen im hinteren deutschen Mittelfeld, in der Landwirtschaft sieht er Chancen, den Biolandbau um ein Drittel zu steigern. Beim Verkehr sieht er zum Beispiel das Schülerticket als Beitrag, die Straßen zu entlasten. Auch die Regionaltangente West (RTW) könne dazu beitragen. Das existierende sternförmige S-Bahn-Netz sei alles andere als ideal. Die Zukunft sieht Schauder mit vernetzten Straßen und Car-Sharing. Gänzlich aufs Auto verzichten würden wohl die wenigsten Menschen.

Schauders Interesse gilt auch der Innenpolitik. Da treiben ihn zum Beispiel die digitalen Bürgerrechte um. Mit der neuen Datenschutzgrundverordnung sei viel erreicht, es müsse gegenüber großen Konzernen aber noch viel Druck aufgebaut werden. Microsoft bettele geradezu um Grenzen. Die Privatsphäre des Einzelnen müsse geschützt werden. Gläsern dürfe nicht der Mensch, sondern müsse der Staat inklusive der Wirtschaft sein.

Student Lukas Schauder macht in seiner Freizeit viel Politik, zudem hat er noch einen Job als Wahlkreismitarbeiter der Grünen-Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche. Zehn Stunden pro Woche gehen dafür drauf. Zum Ausgleich spielt er abends gerne Klavier. Und dann ist da noch Eintracht Frankfurt. Schauder ist Mitglied des Vereins und freut sich bereits auf die Auswärtsspiele in der Euro-League. Diese Woche wäre er trotz Wahlkampf gerne nach Marseille gefahren. Schade, dass das Spiel ohne Fans ausgetragen wird. In Rom (13. Dezember) und auf Zypern (8. November) will Schauder aber schon dabei sein.

Zurück zur Politik: Aus seiner Sicht hat das hessische Parlament zu wenige junge Abgeordnete, zu wenige mit Migrationshintergrund und vor allem zu wenige Frauen. Schauder will seinen Beitrag leisten, dass sich das ändert.

Insgesamt will er die Demokratie transparenter machen. So könnte es bei der Beratung von Gesetzen Bürgerforen mit repräsentativ ausgewählten Menschen geben, die mitreden solle. Wichtig sei, auf die Zukunft ausgerichtet zu handeln und nicht nur zu verwalten. Die Politik müsse Visionen haben.

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