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Henning Brandt, angetan im Rokoko-Kostüm, führte gestern Abend die noch amtierende ?Germany Rose? Áine Sullivan und die fünf diesjährigen Kandidatinnen durch den Amtssitz des Bürgermeisters ? derzeit der östliche Gartenpavillon des Bolongaropalasts ? und das Standesamt.

Mädchentraum

Kandidatinnen zum deutschen Vorentscheid der „Rose of Tralee“ sind eingetroffen

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Für die Kandidatinnen des deutschen Vorentscheids der „Rose of Tralee“ gab es gestern Abend einen Empfang beim „Höchster Bürgermeister“ Henning Brandt.

Heute, wenn etwa gegen 19 Uhr die Gewinnerin des Vorentscheids zum Wettbewerb „Rose of Tralee“ bei der offiziellen Eröffnung des Schlossfests auf dem Höchster Schlossplatz bekannt gegeben wird, steht eine allein im Mittelpunkt. Vorher präsentieren sich alle Kandidatinnen gegen 15.30 Uhr auf der Tanzfläche vor der Justinuskirche, wo der Verein zur Förderung und Pflege der Tanzkultur seinen „Tanz unter den Linden“ aussetzen lässt, um den jungen Frauen eine Bühne zu bieten. Nervös sind sie, und das mit Recht, denn eine Teilnahme bei der „Rose of Tralee“ ist ein Traum, den Tausende irische Mädchen (und ihre Mütter) träumen.

Die Kandidatinnen konnten sich gestern das erste Mal beschnuppern – bei einem Rundgang und einem Empfang im Gartenpavillon des Bolongaropalasts mit Verwaltungsstellenleiter Henning Brandt, der gerne als „Höchster Bürgermeister“ bezeichnet wird. Heute Abend wird wohl Schlossfestpräsident Peter Feldmann selbst den Weg nach Höchst finden.

Seit Tralee 2009 Schlossfestpartner war, ist das „Rose Center“ für Deutschland beim Vereinsring Höchst angesiedelt. Bernd Scheu hält dort die Fäden in der Hand und sucht jedes Jahr Kandidatinnen, die Deutschland bei dem internationalen Wettbewerb vom 17. bis 21. August vertreten. Die jungen Frauen müssen irischer Abstammung sein; die deutschen Kandidatinnen müssen in Deutschland leben. So wie Sarah Jane Joklitschke (26), Vicky Lynch (22), Patricia Martin (22), Stephanie Reilly (24) und Giulia Kearney (22). Ein Teil der Kandidatinnen wurde in Irland geboren und ist zum Studium oder zur Arbeit nach Deutschland gekommen. Die in Kiel studierende Giulia Kearney hat eine deutsche Mutter; ihr Opa Brian kommt extra aus Irland nach Höchst, um heute dabei zu sein. Sarah Jane Joklitschke, die schon zuvor beim deutschen Vorentscheid in Höchst angetreten ist, wuchs in Hattingen im Ruhrpott auf; ihre Mutter ist aus Limerick und ihr Vater aus Leipzig. Derzeit macht sie einen Master-Abschluss in Osnabrück. Die Tier-Forscherin Vicky Lynch kommt aus dem County Mayo und lebt seit einem Jahr in Brandenburg, Stephanie Reilly aus Westmeath wohnt in Köln, wo sie ihren Doktor in Meteorologie macht. In Waldaschaff aufgewachsen ist Patricia Martin, wo ihr Vater als Mitglied der „Clonakilty Brass Band“ auf einer Tournee die Liebe seines Lebens fand: „Die Band fuhr heim, mein Vater blieb“, sagt sie – und studiert derzeit Musikerziehung in Würzburg.

Die jährlich neu gewählte „Rose of Tralee“ geht für ein Jahr auf Welttournee und wirbt für die Stadt Tralee, das County Kerry und die Republik Irland. Sie repräsentiert auch das Zusammengehörigkeitsgefühl irischer Auswanderer. Das heißt: Die Mädchen sollten etwas im Kopf und die nötige Ausstrahlung haben. Die Wahl ist kein Schönheitswettbewerb, und es gibt auch keine Auftritte im Bikini.

Übrigens: Einige der in Höchst gewählten Kandidatinnen haben einen Top-Eindruck in Tralee gemacht und wurden von den Buchmachern hoch gehandelt. Die einzige „German Rose“, die den Wettbewerb gewinnen konnte, war jedoch bislang 1990 Julia Dawson aus Hamburg – sie saß vor zwei Jahren in der Jury. Dieses Jahr urteilen Jurypräsident Axel Knauber, die 2006er „Washington Rose“ Carolyn Kirwin und Sharon Preston vom „Rose Center“ im County Laois.

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