Mehrheit lehnt FDP-Antrag ab

Kein Rückbau der Unfall-Kreuzung in Kriftel

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In der Parlamentssitzung wurde eins deutlich: Eine optimale Lösung für die vielbefahrene Kreuzung an der L 3011 gibt es nicht.

Einen Rückbau der Unfall-Kreuzung an der L 3011/Gutenbergstraße wird es vermutlich nicht geben. Und das nicht, weil die FDP, die die sofortige Rückkehr zur alten Verkehrsführung forderte, am Donnerstagabend in der Gemeindevertretung keine Unterstützer fand. Die Planungshoheit für die Kreuzung liegt bei Hessen Mobil und die Landesstraßenbaubehörde wird die Kreuzung nicht wieder zurückbauen, die sie schon mehrfach nachgebessert hat. Auch das wurde in der Sitzung deutlich

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Florian Conrad hatte in der Sitzung am Donnerstagabend eingeräumt, dass der Antrag formuliert worden sei, bevor Hessen Mobil die Leitschwellen, die die Spuren auf der Landstraße trennen, bis in die Kreuzung verlängert hatte. Zuvor habe es seit dem Umbau viele Unfälle gegeben. Doch es ist nicht nur die Sicherheit, die die Liberalen umtreibt. Auch dass Radfahrer aus der Gutenbergstraße kommend nicht mehr ins Feld gegenüber fahren und die Autofahrer vom Parkplatz an der Ecke nur noch schwer auf die Spur Richtung Hattersheim einfädeln können, ist den Liberalen ein Dorn im Auge. Conrads Fraktionskollege Berthold Heil ergänzte, dass die Landwirte nur noch über die Kreuzung „An der Hohlmauer“ ins Hochfeld gelangen. Von der

Fußgängerampel

, die im kommenden Jahr am Drogeriemarkt das Queren der Landstraße für Fußgänger und Radfahrer sicherer machen soll, halten die Freien Demokraten auch nichts.

Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek machte seinem Ärger über die Liberalen Luft. Es sei einer der „unsinnigsten Anträge“, die er je gesehen habe. Denn mit dem Umbau der Kreuzung sollte ein Unfallschwerpunkt entschärft werden, bei dem es 2016 mindestens 16 mal gescheppert hat. Mit dem von der FDP geforderten Rückbau würde also wieder ein Unfallschwerpunkt geschaffen, folgerte Jirasek kopfschüttelnd. Dass er mit der anfänglichen Umsetzung des Umbaus nicht mit allem einverstanden gewesen sei, das habe er zur genüge kundgetan. Doch an einer Kreuzung mit einem Verkehrsaufkommen von 55 000 Fahrzeugen täglich zwischen 6 und 19 Uhr könne man nicht erwarten, dass nichts passiert. Ortslandwirt Andreas Theis sei im Übrigen mit der letzten Nachbesserung einverstanden gewesen.

Und dass die

Fußgängerampel

komme, das sei gut so. „Gott sei Dank“, denn er habe schon Menschen mitten auf der Straße gesehen, so der Erste Beigeordnete. Mit der jüngsten Nachbesserung zeigt sich der Planungsdezernent zufrieden. Mit dem sogenannten Bypass-Verfahren sei die Leistungsfähigkeit der Kreuzung erheblich erhöht worden. Durch die Leitschwellen mit Sichtzeichen über den gesamten Kreuzungsbereich kann aus der Gutenbergstraße kommend niemand mehr auf die äußere Spur Richtung Hattersheim abbiegen.

Weniger zufrieden mit dem Umbau ist Gerhard Mantel (SPD) und würde gerne im Ausschuss noch einmal mit einem Verkehrsexperten die Situation durchsprechen. Wenn der dann zu dem Ergebnis käme, es gibt keine andere Lösung, dann müsse man das eben akzeptieren.

CDU und Grünen erschließt sich nicht der Sinn, Geld für einen Fachmann auszugeben. „Wir können im Planungsausschuss so viel diskutieren wie wir wollen, einzig und allein Hessen Mobil entscheidet, was an der Kreuzung gemacht wird“, verdeutlichte Jirasek noch einmal die Zuständigkeit. Die Fraktionschefin der Grünen, Regina Vischer, hält es eher für sinnvoll, wenn in der übernächsten Sitzung des Planungsausschusses der Gemeindevorstand einen Erfahrungsbericht vorlegt, wie sich der Umbau der Kreuzung bewährt hat. Der Antrag fand eine klare Mehrheit.

(ulk)

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