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Eine knifflige Ecke ist der Zubringer von der B 519 auf die Limesspange. Hier ist nun eine Ampel als "Problemlöser" im Gespräch.

Verkehrssicherheit

Hessen Mobil schlägt Ampel für Unfall-Kreuzung vor

Die Auffahrt von der B 519 auf die Limesspange in Richtung Liederbach/Bad Soden ist seit vielen Jahren ein Unfallschwerpunkt. Die Umsetzung einer Einfädelspur gestaltet sich schwierig. Deshalb ist eine Ampel nun Thema.

Kelkheim - Ein Straßenprojekt zwischen Kelkheim und Liederbach nimmt derzeit noch eine Umleitung und befindet sich in der Warteschleife. Anfang 2018 hatte diese Zeitung berichtet, dass an der Auffahrt von der B 519 nach rechts auf die Limesspange (L 3014) ein Beschleunigungsstreifen eingerichtet werden soll. Die zuständige Straßenbaubehörde Hessen Mobil hatte schon den Planungsauftrag erteilt und strebte ein beschleunigtes Verfahren ohne Planfeststellung an. Dann hätte wohl bereits 2019 gebaut werden können.

Doch statt dessen wird in diesem Jahr weiter diskutiert über eine Kreuzung, die schon seit vielen Jahren von der Polizei als Unfallschwerpunkt eingestuft ist. Laut Arne Krummel, dem Stellvertretenden Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes in Hattersheim, waren es 2017 und 2018 jeweils sieben Auffahrunfälle. Die passieren, wenn der Vordermann plötzlich bremst, weil von links doch ein Auto mit hohem Tempo kommt - und das Fahrer dahinter nicht rechtzeitig bemerkt und auffährt.

Alle Seiten - Hessen Mobil, Polizei, Stadt und Main-Taunus-Kreis - sind sich längst einig: Hier muss etwas passieren. Doch nun wird noch einmal über das "Wie" gesprochen. Laut einer Vorlage der Stadt für den Verkehrausschuss am Montag liegt eine Gas-Hochdruckleitung in der möglichen Fläche für die Einfädelspur, die Hessen Mobil immerhin schon gehört. Deshalb ist jetzt eine Ampel im Gespräch.

Hessen Mobil indes teilt offiziell dazu mit: Die Behörde tendiere "zu einer Lösung mit Lichtsignalregelung mit Blick auf die Aspekte Kosten, Verkehrssicherheit und Umsetzungszeitraum", so Sprecher Stefan Hodes. Eine Entscheidung für die Ampel sei aber noch nicht abschließend getroffen, da die Gespräche andauern. Aus dem Kreishaus kommt eine ähnlich zurückhaltende Aussage: "Tatsächlich ist diese Abfahrt zur L 3014 seit einigen Jahren ein Unfallpunkt, und wir werden die Absprache mit den Kommunen und Hessen Mobil eine Lösung suchen, um die Sicherheit zu erhöhen", berichtet Sprecher Johannes Latsch. "Inwiefern es dort eine Einfädelspur oder eine Ampel geben soll, darüber laufen die Gespräche noch."

Stadt: Viele Wartestunden

Auch der Kelkheimer Magistrat hatte die Sache zuletzt auf dem Tisch. Er hat den Gremien für die nächste Sitzungsrunde laut Bürgermeister Albrecht Kündiger aber keine Beschlussempfehlung gegeben. Der Rathauschef spricht sich indes gegen eine Ampel aus. Diese sei "nicht erforderlich" und erhöhe nur noch die Wartezeit und den Abgas-Ausstoß der Motoren. Der Rathauschef würde daher die Einfädelspur bevorzugen, zumal eine Ampel auch im Unterhalt dann teurer wäre. In der Vorlage heißt es kritisch noch, durch "die Summe tausender Jahreswartestunden an der Ampel" werden "volkswirtschaftliche Nachteile entstehen".

Die Polizei tendiert ebenfalls weiterhin zum Beschleunigungsstreifen, sollte das technisch noch möglich sein. Das sei "aus polizeilicher Sicht sehr attraktiv", so Krummel. Bei einer Ampel sieht er das Problem der Koordinierung mit der Kreuzung oberhalb an der B 519. Dort gebe es bereits eine solche Anlage, die dann mit dem Projekt unten an der L 3014 genau abgestimmt werden müsse. Denn einen Rückstau im Berufsverkehr - morgens auf dem Weg nach Frankfurt, abends zurück - gelte es auf jeden Fall zu vermeiden. Krummel weiß auch, dass sich etwas tun muss, denn die Ecke sei "seit Jahren schon ein Unfallschwerpunkt".

Nun legt die Stadt dem Verkehrsausschuss das Projekt zur Kenntnis vor. Da wird es sicher Meinungen zur Ampel geben, ein Beschluss des Gremiums ist hier aber nicht vorgesehen. Klar ist auf jeden Fall: Die fast schon unendliche Geschichte wird um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben.

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Verkehrsausschuss am Montag 

Neben der Limesspange und der "Gagern-Spange" (Text oben) befasst sich der Verkehrausschuss am Montag, 20. Mai (20 Uhr, Gartensaal am Rathaus), mit weiteren wichtigen Themen wie Mehrwegbechern für die Weihnachtsmärkte, Wege in den "Sindlinger Wiesen" sowie einem ersten Angebot für Car-Sharing. Die Sitzung ist öffentlich.

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