Kinderschicksal

Birgit Gröger erzählt von der kleinen Alima aus Aleppo

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Das Buch „Alima, das Mädchen aus Aleppo“ von Birgit Gröger gibt es jetzt in einer ganz besonderen Auflage. Der Wolfbach-Verlag hat es neu aufgelegt – in deutscher und arabischer Sprache.

30 Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht. Diese Zahl hat Unicef ermittelt. Birgit Gröger aus Kelkheim nennt sie offen – und doch nicht gerne. Denn sie will damit bewusst machen, wie erschreckend viele Kinder das seien. Und sie tut noch mehr: Ihr Beitrag zur Integration ist es, „die Kinder aus der Anonymität dieser Zahlen herauszuholen“. Deshalb hat sie Anfang 2016 das Buch „Alima, das Mädchen aus Aleppo“ geschrieben. Es erzählt die Geschichte eines Flüchtlingskindes aus Syrien, das zwar gerettet ist, aber in Gedanken an Flucht und Krieg immer noch von Albträumen geplagt wird.

Diese erste Auflage des Buches ist fast vergriffen. Doch seit wenigen Tagen gibt es das zweite Werk von Alima. Es ist das Ergebnis eines besonderen Kooperations- und Integrationsprojektes. Der Wolfbach-Verlag hat das Buch neu aufgelegt – in deutscher und arabischer Sprache. Wer von vorne nach hinten und von links nach rechts liest, der hat die heimische Version. Von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen, ist es die arabische Variante. Der Syrer Anas Abdul Dayem aus Kelsterbach hat das Werk übersetzt. Birgit Gröger hat ihn bei dessen Lesung kennengelernt. Dayem hat gemeinsam mit dem Journalisten Wolfgang Bauer seine Geschichte in „Über das Meer. Mit Syrern auf der Flucht“ aufgeschrieben. „Wenn man das liest, dann weiß man, was so eine Flucht bedeutet. Das war sehr rührend.“ Auch lauschte Dayem wiederum einer Lesung von Gröger. „Er hat kaum ein Wort verstanden“, erinnert sich die Kelkheimerin. Und so entschlossen sich beide zu diesem Übersetzungsprojekt. Als dann noch der Verlag auf ihr Buch – illustriert von Grögers Nichte Luzia – aufmerksam wurde, war das neue Projekt geboren.

Birgit Gröger kann sich vorstellen, dass dieses Werk in Schulen als Lektüre eingesetzt werden kann. Der Lehrerclub der Stiftung Lesen hat es als Lektüre für Kinder ab zehn Jahren empfohlen. Gerade ältere Flüchtlinge könnten es als Einstieg nutzen. Sie habe bei ihren Kontakten als Lehrerin einer Sossenheimer Grundschule und in Flüchtlingsheimen viele Geschichten gehört. Verfolgung, Schüsse auf Menschen: „Das muss man erst mal verarbeiten.“ Das Buch könne dabei helfen, solle andere „sensibilisieren, aufrütteln“ und vor allem Mut machen: „Ein positiver Ausblick ist mir ganz wichtig.“

„Es kann jeder seinen Beitrag leisten, jeder kann etwas für diese Kinder tun“, findet Birgit Gröger, die für die FDP im Kelkheimer Stadtparlament sitzt. Sie selbst wird bei Lesungen – gerne mit dem bekannten syrischen Pianisten Aeham Ahmad – weiterhin Geld sammeln und auch aus dem Erlös der zweiten Auflage für den neuen Verein „Miteinander leben in Kelkheim“ spenden.

Weitere kreative Ideen hat die 56-Jährige natürlich, Alimas Geschichte möchte sie gerne weiter erzählen. Doch jetzt habe sie aber erstmal eine schöpferische Pause eingelegt – in der Hoffnung, dass ihr besonderes deutsch-arabisches Projekt ein Erfolg wird.

Jetzt erschienen

Das Buch „Alima, das Mädchen aus Aleppo“ in zwei Sprachen ist im Verlag Wolfbach erschienen, ISBN 978-3-906929-02-6. Es ist in allen Kelkheimer Buchhandlungen zu haben und kostet 12,90 Euro.

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