Diskussion ums Museum

UKW bleibt bei ihrem Nein zum Erhalt des Pfarrzentrums

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In der heißblütig geführten Diskussion ums Museum plädiert die Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative weiter dafür, es an der Frankfurter Straße zu belassen. Bei den anderen Plänen sieht sie die Kosten davonlaufen.

Die Fraktion der UKW hat nicht lange gewartet. Nur wenige Tage, nachdem die FDP in den Wahlkampf für den Bürgerentscheid am 28. Oktober eingestiegen ist, meldet sich die Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative ausführlich zu Wort. Sie bleibt bei ihrem „Nein“ zum Erhalt des ehemaligen Pfarrzentrums an der Feldbergstraße und dem „Ja“ zum Verbleib des Museums an der Frankfurter Straße. Liberale und UKW haben im Parlament die Mehrheit und mit ihrem Beschluss einen Abriss durchgesetzt. Das wiederum will die Bürgerinitiative Kelkheim mit dem Entscheid verhindern. Die UKW wirbt jetzt wie die FDP für das „Nein“ am 28. Oktober.

„Die Marketingmaschinerie der Bürgerinitiative für die Sanierung des ehemaligen Pfarrzentrums in der Feldbergstraße läuft auf Hochtouren, an finanziellen Mitteln scheint es den Initiatoren nicht zu fehlen, kaum ein Baum oder Laternenpfahl, an dem kein Plakat hängt“, schildert die UKW ihre Eindrücke vom bisherigen Wahlkampf. Sie begrüßt, „dass nun bei einer so weitreichenden Frage alle Kelkheimerinnen und Kelkheimer aufgerufen sind mitzuentscheiden“.

Es sei aber immens wichtig, dass die Bürger „zu einer ausgewogenen, sachlichen Betrachtung der finanziellen Risiken und Auswirkungen des Projekts auf die städtischen Finanzen“ in die Lage versetzt werden“.

Die FDP hatte die Gesamtkosten zuletzt auf rund 2,5 Millionen Euro beziffert. Die UKW benennt nun den Erwerb des Grundstücks mit „knapp einer Million Euro“. Eine Sanierung des Gebäudes würde nach der detaillierten Kostenschätzung eines Kelkheimer Architekten 1,2 Millionen Euro kosten. UKW-Fraktionschefin Doris Salmon betont: „Das ist die Minimalsanierung, nicht einmal eine für ein Museum unverzichtbare Alarmanlage ist in dem Preis enthalten. Ebenso wenig die bei Altbausanierungen quasi unvermeidlichen Überraschungen und Kostensteigerungen.“ Hinzu kämen die Kosten für die Einrichtung des Museums, schätzungsweise mehrere 100 000 Euro, sowie die Ausgaben für Gebäudeunterhaltung und -bewirtschaftung (Heizung, Strom, Wasser, Reinigung). Personalkosten sind bislang ebenfalls noch nicht berücksichtigt. Salmon: „Ob ein Museum in dieser Größe auf Dauer ehrenamtlich betreut werden kann, wird selbst von Mitgliedern des sehr engagierten Museumsvereins bezweifelt.“ Weitere Kosten seien absehbar: Wenn der Saal für kulturelle Veranstaltungen und Familienfeiern genutzt werden soll, kämen unweigerlich Forderungen nach einer Küche und professioneller Licht- und Tonanlage.

„Wir müssen Entscheidungen zur Weiterentwicklung unserer Stadt unter sachlicher Abwägung aller Aspekte treffen“, so Doris Salmon. „Dazu gehören Kultur und gesellschaftliches Leben ebenso wie finanzielle und sozial- und wohnungspolitische Überlegungen.“ Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, das Grundstück für den Bau von dringend benötigten geförderten Wohnungen zu nutzen – eines der wenigen innerörtlichen Areale in städtischem Eigentum, das kurzfristig bebaut werden könne. „Insbesondere generationenübergreifendes und/oder barrierefreies, inklusives Wohnen sind hier denkbar“, meint die UKW und stimmt mit der FDP überein. Dabei würden die Kosten durch die staatliche Förderung und die Mieteinnahmen gedeckt. „Entgegen einiger Gerüchte, die in Kelkheim kursieren, soll nur der Grundstücksteil bebaut werden, auf dem jetzt das ehemalige Pfarrzentrum steht. Der Kindergarten bleibt unangetastet, ebenso der Park. Und das Gebäude wird sich in die Umgebung einfügen“, fasst die UKW zusammen. Sie betont, dass sich die Stadtverordnetenversammlung „klar und deutlich für den Erhalt und die zukunftsfähige Ausgestaltung des Kelkheimer Museums für Stadtgeschichte und Möbel-Handwerk ausgesprochen“ hat. Das „Nein“ zum Umzug des Museums an die Feldbergstraße bedeute „keinesfalls den Verlust des historischen und kulturellen Erbes der Stadt“. Doris Salmon: „Es bedeutet nur, dass die Präsentation dieses Erbes wie bisher in der Frankfurter Straße 21 erfolgen wird. Zumindest, bis bessere und kostengünstigere Räume gefunden sind.“

(wein)

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