Astrid und Klaus Peter Hahn erhielten als Anerkennung für ihr Engagement bei der Feuerwehr den Ehrenbrief des Landes Hessen.
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Astrid und Klaus Peter Hahn erhielten als Anerkennung für ihr Engagement bei der Feuerwehr den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Landesehrenbrief für zwei Mitglieder

Sie brennen für die Feuerwehr

  • vonManfred Becht
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Astrid und Klaus Peter Hahn sind seit Jahrzehnten außergewöhnlich stark in der Feuerwehr engagiert. Das brachte ihnen jetzt Landesehrenbriefe ein.

Viele Kelkheimer lernen Astrid Hahn quasi automatisch kennen, im Rahmen ihrer Schullaufbahn nämlich. Sie tingelt durch die Kindergärten und Grundschulen der Möbelstadt, erklärt Kindern, wie man sich im Brandfall verhält und was wichtig ist, um einen solchen Fall zu vermeiden. Jährlich kommt sie mit 600 Kindern in Kelkheim-Mitte, Hornau und ihrem Heimatort Münster in Kontakt und hat viel Spaß dabei.

„Die Kinder saugen alles auf, wie ein Schwamm“, sagt sie. Von den Erzieherinnen hört sie, dass die Kinder auch später noch über ihren Besuch reden, das Thema kommt also an. Und Astrid Hahn weiß auch, dass die Kinder darauf achten, dass ihre Eltern sich richtig verhalten. Schon sehr kleine Kinder könne man für das Thema sensibilisieren. Auf diese Weise, keine Frage, lässt sich viel für den Brandschutz bewegen.

Astrid Hahn ist auch ein Beispiel dafür, dass die, die sich engagieren, dies meist an mehreren Stellen tun. In der Einsatzabteilung der Feuerwehr macht sie selbst mit, seit 1997 gehört sie dem Vorstand an. Außerdem ist sie bei der TSG-Münster als Übungsleiterin und bei den Maltesern aktiv. „Eine Stadt kann stolz darauf sein, solche Bürger zu haben“, so Bürgermeister Albrecht Kündiger bei der Übergabe der Landesehrenbriefe durch Landrat Michael Cyriax.

Der Rathauschef hätte auch „Familien“ statt „Bürger“ sagen können. Denn Ehemann Klaus Peter Hahn ist ebenfalls bei der Feuerwehr, wie auch die beiden Söhne. Nur die Tochter hat andere Interessen. Da ist aber nie Druck gemacht worden. Dass es am Esstisch sehr oft um Feuerwehrthemen ging, das musste sie allerdings hinnehmen, für die anderen war es ohnehin immer selbstverständlich.

Klaus Peter Hahn ist seit mehr als 30 Jahren Atemschutzgerätewart bei der Feuerwehr Münster. Das ist ein verantwortungsvoller Job, denn wenn Menschen aus brennenden Gebäuden gerettet werden müssen, kommt es entscheidend darauf an, dass diese Geräte einwandfrei funktionieren. Nicht zuletzt der spannenden Feuerwehrtechnik wegen ist Hahn, der beruflich als Chemielaborant arbeitet, zur Feuerwehr gekommen.

Den Einstieg fand er damals über die Jugendfeuerwehr, später hat er durch die Verpflichtung zur Feuerwehr den Wehrdienst ersetzt und ist danach immer dabeigeblieben. „Es macht Spaß, wird aber auch schwieriger“, sagt er. Das liegt erstens an den steigenden Anforderungen, zweitens aber auch am Umgang mancher Bürger mit der Feuerwehr. Die sehen die Feuerwehr zunehmend als Dienstleistungsunternehmen, das für sie zu arbeiten hat, und beschweren sich noch, wenn nicht auch die letzten drei Millimeter Wasser aus dem Keller gepumpt werden.

„Manchmal bedankt sich auch einer“, sagt Hahn – aber das scheint eher die Ausnahme zu sein. Gelegenheit, sich mit anderen Freiwilligen aus dem Rettungswesen auszutauschen, hat er genug: Hahn ist, wie seine Ehefrau, ebenfalls noch bei den Maltesern aktiv und leistet außerdem ehrenamtlich Dienst in der Leitstelle.

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