Plakate und Kinospot

Bürgerinitiative kämpft wochenlang für Erhalt des Kelkheimer Pfarrzentrums

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„Kulturzentrum Kelkheim mit Stadtmuseum“: Das ist der neue Titel des Projektes, das durch den Bürgerentscheid am 28. Oktober umgesetzt werden soll.

„Wir müssen so langsam aus dem Winterschlaf erwachen“, sagt Wolfgang Zengerling für die neue Bürgerinitiative Kelkheim, die den Abriss des alten Pfarrzentrums an der Feldbergstraße in einem Bürgerentscheid am 28. Oktober verhindern und ein Kulturzentrum mit Museum einrichten möchte. Die Truppe ist gleich hellwach: Sie stellt gestern ihren Aktionsplan für den „Wahlkampf“ erst der Presse, dann gut 60 Helfern vor. Und fährt richtig auf: Roll-Ups und ein riesiger Aufsteller im Besprechungsraum, zwei Plakate und ein Auto mit dem riesigen Aufkleber vor der Tür. Zudem gibt es Blöcke und Bierdeckel, ein Werbespot läuft im Kelkheimer Kino. Eine Homepage, einen Facebook-Auftritt gebe es nicht, sagt Mitstreiter Thomas Zellhofer und betont: „Das ist ein Projekt für Gesamt-Kelkheim.“ Bis zu 14 000 Euro lässt sich die BI das kosten. Einige Unterstützer gibt es, zudem 20 Helfer im harten Kern und 100 „Fans“.

Nach dem Brand am Rettershof habe die BI abgewartet, um in acht Wochen durchzustarten. 250 doppelseitige Plakate werden jetzt aufgestellt, zudem soll es fünf große Transparente auf Bauzäunen geben. Am 2. September ist die BI bei „Hornau feiert“, am 16. September vor dem Kaufhaus Rita Born während der Möbeltage. Dann wird es an vier Samstagen im Oktober Stände geben auf dem Kelkheimer Marktplatz, dem Kirchplatz Münster und vor dem Rewe in Fischbach. Zum Finale sind jeweils um 19 Uhr

Bürgerversammlungen

vorgesehen: Hornau (Vereinshaus, 21. Oktober), Münster (Altes Rathaus, 24. Oktober), Fischbach (Bürgerhaus, 25. Oktober), Eppenhain (Pfarrzentrum, 26. Oktober). Zudem ist die BI präsent, wenn die CDU am 23. Oktober, 19 Uhr, Hessens Minister für Wissenschaft und Kultur, Boris Rhein, in der Stadthalle empfängt. Die CDU-Fraktion unterstützt die BI ebenso wie die SPD im Stadtparlament, die Senioren-Union und der Geschäftsführende Vorstand des Museumsvereins.

Das angestrebte Projekt hat nun einen neuen Titel: „Kulturzentrum Kelkheim mit Stadtmuseum“. Dafür hat der Museumsverein sein längst vorliegendes Konzept für das Gebäude angepasst und Veränderungen bei den Räumen vorgenommen (Bericht folgt). Und dafür hat die BI eine kleine Broschüre mit ihren Argumenten erstellt. Ganz vorne finden sich ihre Gedanken zur Kostendeckung – ein Knackpunkt in der Geschichte. Weil eine neue Schätzung des Architekten die Kosten der Sanierung von gedeckelten 860 000 auf 1,2 Millionen Euro klettern ließ, lehnen UKW und FDP mit ihrer Mehrheit das Projekt ab. Sie wollen das Haus abreißen und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Schlusslicht sei Kelkheim beim Bauen aber keineswegs, hat die BI erfahren. Nach einer Anfrage der CDU im Kreistag 2016 hat die Stadt mit 0,6 Prozent sogar den geringsten Anteil der Wohnungssuchenden an den Haushalten. Deshalb sollten die Themen Wohnen und Kultur nicht gegeneinander ausgespielt werden, hofft das Team.

Die BI betont in ihrem neuen Heft: Ein Großteil der geforderten Summe sei vorhanden. Der Eigentümer des alten Pfarrzentrums, die Städtebauliche Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft, habe 860 000 Euro zur Seite gelegt. Die Stadt habe zuletzt bestätigt, dass diese Summe für die Sanierung des Pfarrzentrums zweckgebunden sei, liest Zellhofer einen Passus vor. Aus einem Topf des Kreises erhofft sich die BI bis zu 400 000 Euro. Werde es weniger, seien andere Modelle in der Planung, betont Reinhard. Etwa der Verkauf von Bausteinen in den neuen Museumsräumen. Für die Inneneinrichtung könnte es erhebliche Zuschüsse des Hessischen Museumsverbandes geben. Insgesamt würden der Stadt Gelder von bis zu 500 000 Euro entgehen, sollte das Projekt nicht kommen, argumentiert die BI. Ihr Ziel ist es weiterhin, dass deutlich größere Haus (452 statt 225 Quadratmeter Ausstellungsfläche an der bisherigen Frankfurter Straße) weiter mit Ehrenamtlichen zu betreiben. Weil dort die Barrierefreiheit fehlt und teuer zugebaut werden müsste, hat der alte Standort für die BI auch „keine Zukunft“.

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