Teich im Mühlgrundpark

Dieser Weiher in Kelkheim ist ein Drecktümpel

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Auf Antrag der UKW soll nun eine Rettung des Gewässers geprüft werden. Das kann mit einigen Kosten verbunden sein.

Sebastian Borst hatte im Stadtparlament das Schreckmoment auf seiner Seite. Der UKW-Mann hielt eine Flasche mit einer dreckigen Brühe in die Höhe und versicherte, das gestohlene Nass auf jeden Fall zurück in den Weiher im Mühlgrundpark zu schütten. Von dort stammt das trübe Wasser nämlich – und es ist ein Indiz dafür, dass der Teich im beliebten Kelkheimer Park derzeit mehr ein Drecktümpel ist.

In der Tat: Beim Ortstermin haben nur die Enten ihren Spaß. Sonst bietet die Stelle ein trostloses Bild, der Rand ist voller Schlamm, das Wasser dreckig, die Trauerweide nebendran macht der Situation alle Ehre. „Hier sieht’s schon ein bisschen übel aus“, sagt ein Fußgänger und fügt ironisch an: „Immerhin leben die Enten noch.“ So flach sei der Weiher noch nie gewesen, erzählt ein anderer Kelkheimer, der gerade freiwillig den am Mülleimer liegenden Abfall einsammelt. Beide möchten ihren Namen nicht in der Zeitung lesen, wünschen sich aber eine Verbesserung der Situation am Mühlgrundpark-Weiher. „Es wäre schön, wenn man ihn wieder herrichten könnte“, sagt der müllsammelnde Anwohner.

Und genau das soll nun geprüft werden. Denn Sebastian Borst hat die Dreckbrühe nicht nur ins Parlament, um die Kollegen zu erschrecken. Die kleine Demonstration hatte einen konkreten Hintergrund: Die UKW wollte den Magistrat beauftragen, „ein Konzept zur Sanierung und Aufwertung des Weihers“ zu erstellen. Denn der Teich biete „ein trostloses Erscheinungsbild“. Jeden Sommer drohe er umzukippen, das Wasser verschlamme immer mehr, der Geruch sei störend. „Eine Entschlammung ist dringend notwendig. Der aktuelle Zustand wertet den Mühlgrundpark ab“, betont die UKW in dem Antrag und wünscht sich ein Konzept, um die Wasserqualität langfristig zu verbessern.

„Dabei sollte der Park ein Erholungsort ein“, sagte Borst im Parlament. FDP-Chef Michael Trawitzki wunderte sich über den politischen Antrag der UKW und die fehlende Initiative der Verwaltung. Robert Wintermayr (Freie Wähler) wollte erst einmal abwarten, was mit dem benachbarten Pfarrzentrum nach dem Bürgerentscheid passiert. Denn in einem neuen Museumskonzept solle ja der Park auch integriert werden. Das seien zwei Paar Schuhe, stellte Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) klar. Und so fand die UKW breite Rückendeckung für ihren Antrag.

Nun liegt der Ball im Rathaus, wo das Thema laut Kündiger in der Tat nicht neu ist. „Es ist eine gute Sach, das zu prüfen“, sagt er dem Kreisblatt. Denn der Park sei normalerweise schon ein Mittelpunkt. Früher habe es auch einen Springbrunnen im Weiher gegeben, der aus Kostengründen abgebaut worden sei, erinnert er sich. So etwas könnte er sich ebenso wie die UKW wieder vorstellen. Ganz vorne stehe aber die Entschlammung, die wiederum problematisch und sicher nicht ganz günstig sei. Denn der Teich müsse geleert, der Schlamm ausgebaggert und getrocknet werden. Das gebe sicher erhebliche Gerüche, sieht Kündiger einen Knackpunkt. Er weiß, dass hier „jahrelang nichts geworden worden ist“, könnte sich aber eine Aufwertung vorstellen. Etwas Nachholbedarf habe die Stadt auch bei der allgemeinen Situation im Park, der abends Treffpunkt vieler junger Leute ist – was nicht immer ganz leise und sauber über die Bühne geht.

(wein)

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