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Kita „Regenbogen“

Dieses Engagement steckt an

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Seit Sommer leiten Anke Ziehm und Kathrin Kilb die Kita Regenbogen während der Elternzeit von Nicole John. Und die beiden haben sich viel vorgenommen.

Da war das „Hallo“ groß, als die Kinder der Kita „Regenbogen“ von der Evangelischen Stephanusgemeinde einen Bollerwagen in die Kirche fahren durften. Er war voll beladen mit haltbaren Lebensmitteln. Die Kinder haben sie mitgebracht und dann ganz offiziell an die Hattersheimer Tafel für bedürftige Menschen übergeben. Auch in den Gruppen sei dieses Thema angesprochen worden, freuen sich Anke Ziehm und Kathrin Kilb. Das Duo leitet derzeit das Kinderhaus am Flachsland – und die Tafel-Spende war eine ihrer ersten öffentlichen Aktionen. Sie wollen das gerne wiederholen, kündigen die engagierten Frauen bereits an.

Kilb und Ziehm sind im Juni und August für Leiterin Nicole John gekommen, die seit März in Elternzeit ist. Eine Rückkehr der Chefin ist zwar geplant, doch das Duo möchte sich bis dahin richtig ins Zeug legen. Zumal lange ohne Leitung hier einiges liegen geblieben sei, betonen beide. Katrin Kilb ist vor allem für den Bereich Verwaltung in ihren zehn Stunden zuständig, kümmert sich um Akten, Verträge, Anmeldungen. Die Sozialpädagogin ist zudem noch in der Einzelfallintegration im Hofheimer Vincenzhaus tätig und zuvor in vielen Kinderhäusern herumgekommen: von Eppenhain über Mainz, Ingelheim zurück in den MTK mit Bremthal, Langenhain (bis zur Leitung des Kinderhauses), Hochheim und nach der Elternzeit der beiden Töchter (4 und 14 Jahre alt) in Sulzbach. Durch Zufall habe sie dann von der Stelle in Hornau erfahren, sagt die 43-Jährige, die in Niederjosbach wohnt und dort eine kleine Näh- und Strick-Firma hat.

Genug Arbeit

Die Kelkheimerin Anke Ziehm ist Diplom-Religionsberaterin und systemische Beraterin. Sie hat Projekte geleitet, etwa eine Epilepsie-Kampagne oder mit Arbeitslosen. „Ich wollte wieder mehr an der Basis arbeiten“, sagt sie zum Entschluss, 2016 in den Gruppendienst der Kelkheimer Kita „Große Strolche“ zu gehen. Dann habe eine Freundin angefragt, ob sie sich die Leitung des Kinderhauses „Regenbogen“ vorstellen könnte. Sie konnte: „Ich bin schon eine Macherin“, sagt die 49-Jährige, die früher in der Evangelischen Paulusgemeinde Kindergottesdienste und Freizeiten organisierte und deren Kinder nun 17 und 20 Jahre alt sind.

Arbeit hat das Duo hier in Hornau genug gefunden. Sie entwickeln etwa eine „Organisationsstruktur, wenn eine Leitung mal nicht da ist“. Dann müsse ein System auch laufen, sich ein Team führen können, betont Anke Ziehm. Schließlich sind hier mit Praktikanten bis zu 20 Mitarbeiter beschäftigt. Auch die Eltern sollen mehr einbezogen, der Kindergarten-Ausschuss stärker belebt werden. Abende zu Themen wie Zahnpflege, Gesundheit, Natur- oder Religionspädagogik sind geplant. Zudem will das Duo die Anmeldung vereinfachen, mehr als drei Module für die Zeiten von 7.30 bis 12.30, 14.30 und 16.30 Uhr soll es nicht mehr geben.

Und das Team hat die Kosten im Blick, denn die Kita „Regenbogen“ war mit ihren hohen Krippengebühren in Kelkheim in die Kritik geraten. Seit dem 1. August hat die Stadt den Elternbeitrag im Monat auf 500 Euro gedeckelt. Das Essen kommt aber hinzu, etwa 90 Euro. Das geht noch günstiger, ist Anke Ziehm überzeugt und holte schon Alternativangebote ein.

Das gilt auch für ein weiteres Großprojekt für die Interims-Leitung: das Außengelände. Außer dem Sandkasten haben die Kinder derzeit nicht die optimalen Möglichkeiten, zumal die große Rutsche gesperrt ist. Rund 30 000 Euro soll eine Umgestaltung kosten, das Team möchte gerne noch 2018 den Startschuss für den Umbau geben und im Frühjahr 2019 alles einweihen. Einen Mini-Bauwagen haben die Eltern schon aufgebaut. Das Haus sei sonst „ganz gut in Schuss“, sagt Anke Ziehm, die derzeit privat noch ein weiteres Großprojekt im Blick hat: die Gründung einer Natur-Grundschule in Kelkheim.

Der große Umbau in Hornau samt Erweiterung war vor etwa sechs Jahren. Seitdem gibt es hier 60 Kita- und 33 Krippen-Plätze in jeweils drei Gruppen. Alles sei voll belegt, es gebe auch Wartelisten – selbst für Krippen-Kinder sei beim Wechsel in die Kita nicht zwangsläufig immer etwas frei, bedauert das Duo. Beide wollen zudem die Fortbildung ihrer Mannschaft forcieren und stärker am Bildungsplan arbeiten. Personell ist die Lage in Ordnung, eine neue Kollegin in Sicht, um die letzten freien Stunden abzudecken. Auch sei einiges am „Beschwerdemanagement“ gemacht worden, betont die Doppel-Leitung, die sich gut ergänzt und über viele positive Rückmeldungen der Eltern zum frischen Wind und einen aktiven Förderverein freut.

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