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Trotz Hitze war das Marktplatz-Open-Air mit Musik und Kinovorführungen in der neuen Stadtmitte an allen drei Tagen gut besucht.

Marktplatz-Open-Air

Drei Tage lang lockten Bands und Kinovorführungen Besucher auf den Marktplatz

Drei Tage dauerte dieses Mal das Kelkheimer Marktplatz-Open-Air. Täglich kamen zwischen 800 und 1000 Besucher auf den Marktplatz. Drei Bands aus dem Main-Taunus-Kreis, zwei Kino-Vorführungen und der kulinarische Genuss im Mittelpunkt des Vergnügens. Seit 2009 gibt es die Veranstaltung in Kelkheims Stadtmitte mit dem Ziel, den dortigen Platz zu beleben.

Getanzt wird später. Claudia Backes lauscht den Klängen der Band „Covermind“ in Kelkheims Neuer Stadtmitte. Sie sitzt auf einer der hinteren Sitzbänke, davor ein Tisch mit Getränken, gegenüber ein befreundetes Paar. Bewusst hat sie etwas Abstand zur Musikgruppe gewählt, um sich unterhalten zu können. Erst später wird sie wahrscheinlich als eine der Ersten vor der Bühne tanzen. „Ich mache meistens den Anfang“, sagt die Kelkheimerin, die jedes Jahr beim Marktplatz-Open-Air dabei ist.

„Ich finde das toll!“ Claudia Backes ist gut gelaunt. Sie genießt die musikalische Unterhaltung als Ausklang zum Feierabend am Freitagabend. Auch an den beiden weiteren Tagen wird sie auf dem Platz sein und sich die Konzerte der anderen Bands anhören – die Open-Air-Kinovorführungen inklusive. Claudia Backes wohnt in der Nähe. Sie habe, so berichtet sie, auch schon mal eigene Liegestühle mitgebracht, um das Freiluft-Spektakel zu genießen.

„In Kelkheim könnte man etwas mehr machen“, findet die Einwohnerin, die „das Leben auf der Straße liebt“. In Kelkheim aufgewachsen, begrüßt sie jede kulturelle Veranstaltung am Ort. „Ich finde es schön, wenn der Ort, in dem man lebt, lebt. Das kann auch bei mir vor der Tür sein.“ Zustimmung erfährt sie von ihren beiden Freunden aus Sindlingen. „In Sindlingen ist das eine Katastrophe“, bemängelt Heike Biasizzo, die sich gerne mit ihrer Freundin sowie deren Familie bei einem Fest in Kelkheim trifft.

Kai (9), Jan (10), Leo (6) haben sich ohne Mama, aber mit Papa Martin gegen 19.30 Uhr bei Temperaturen von fast 30 Grad auf den Marktplatz gewagt. Sie wollen Musik hören. „Die Gemütlichkeit, sich hier zu treffen“, findet der ehemalige Kölner gut. Noch gibt es freie Bänke. „Das wird nachher aber voll“, weiß der Familienvater, der schon öfter das Fest besuchte, aber sich noch nie die Filmvorführungen anschauen konnte. Dafür „ist es zu spät“, sagt er und verweist dabei auf seine Jungs.

Aufbauen, abbauen und wieder auf- und abbauen. Die Großleinwand von acht mal vier Metern sowie die Technik für das Open-Air-Kino auf dem Marktplatz zu platzieren, kosten viel Kraft und unzählige Stunden. Der Tag für Michael Wagner ist lang. Der Techniker steht ehrenamtlich für den Verein Kino Kelkheim parat. Seit 33 Jahren gibt es den Verein mit fünf aktiven Mitgliedern. „20 ehrenamtliche Helfer“, so Michael Wagner, seien es mal gewesen. Nachwuchs fehlt. Seit dem Jahr 2009 und seit Fertigstellung des Marktplatzes und der Stadtbücherei sind der Verein und die Stadt Veranstalter vom Kelkheimer Marktplatz-Open-Air, bei dem Kinofilme vorgeführt und heimische Bands aus dem Main-Taunus-Kreis auftreten. In der Regel dauert die Veranstaltung zwei Tage, an diesem Wochenende sind es drei Tage.

Mit 500 Leuten rechnet Wagner an diesem Abend, die sich den Film „Fack Ju Göthe 3“ anschauen werden. „Es waren auch schon mal über 1000 Zuschauer da“, erinnert sich Wagner. Angesprochen auf die Akustik während der Filmvorführung auf dem Marktplatz – denn diese wurde von einigen Besuchern bemängelt: „Es ist zu laut“, „Man kann nichts verstehen“ – zitiert der Techniker einige Kritikpunkte. „Das ein Problem und ist nur hier so!“ Der Grund: Die Art der Bebauung ist für die Akustik nicht optimal, „weil der Widerhall sich hier einfängt!“ Nicht jedem gefällt die Musik und nicht jedem passt die Akustik.

Dennoch ist die Stimmung bei den meist über 40- bis 70-Jährigen gut. Während einige Gäste wie Andrea Ressel „jeden Freitag“ im angrenzenden Restaurant „etwas essen“ sowie diese „gute Idee für Kelkheim“ bejahen und nun von ihren Plätzen aus die Bühne im Blick haben, sind einige zufällig dort. Zum Beispiel Zahidullah. Der 15-Jährige steht mit einigen Freunden schüchtern am Rand des Platzes und lauscht der Rock- und Pop-Musik. Konzerte in dieser Art, kennt der junge Afghane nicht. Von der Veranstaltung in Kelkheims Stadtmitte sind er und seine Freunde aber sehr angetan.

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