Auszeichnungen

Was uns Ehrenamtler antreibt

  • schließen

13 Vereinsleute und 5 Politiker haben jetzt die Anerkennung erhalten, die sie dank ihres Engagements verdienen. Es war ein schwungvoller Ehrungsabend.

Das Ehrenamt in der neuen hessischen Verfassung als Staatsziel verankern – auch das wird am Sonntag bei der Wahl abgestimmt. Stadtverordnetenvorsteher Wolf-Dieter Hasler formuliert es so: „Der Kitt, der diese Gesellschaft zusammenhält, soll gestärkt werden.“ Die Stadt hat das jetzt mit ihrem Ehrungsabend für engagierte Bürger getan. An einem „Tag des Ehrenamts“, wie es Bürgermeister Albrecht Kündiger nennt. Der eine bunte Mischung zu bieten hatte: neben launigen Worten schwungvolle Musik der heimischen Band „Scheunenjungz“. Die Gäste gingen bei Titeln wie „Jailhouse Rock“ oder „Ring of Fire“ mit. Und das Kreisblatt hat sie alle mit einer Frage erwischt: „Warum Sie sich engagieren?“, wollten wir wissen.

Er wolle jungen Leuten zeigen, dass sie ihren Kopf für etwas Vernünftiges nutzen können, nicht nur am PC, sagt Alexander Matzies . Der 38-Jährige ist seit 20 Jahren Jugendleiter bei den Schachfreunden, leitet wöchentlich das Training, hat mit dem Nachwuchs schon viele gute Plätze errungen und nun auch die neue Internetseite entwickelt.

Dem Nachwuchs hat sich auch Heike Fischer (59) verschrieben. Weil ihr Sohn früher anhänglich war, musste sie beim Fußballtraining mit auf dem Platz des SV Ruppertshain bleiben. Da wurde sie als Trainerin „entdeckt“, dann war sie 21 Jahre Jugendleiterin, ist zudem in der Fastnacht aktiv, beim Gesangverein und den Bier-Braumeistern „Brauwichte“.

„Der Verein motiviert“

, sagt Holger Becker. Der 49-Jährige ist ebenfalls lange beim SVR aktiv, war Kassierer und Technischer Leiter, organisierte Vereinsheim und Einkauf, mischte zudem bei der Fastnacht mit. Sein Engagement sei „erblich bedingt“, schon der Vater des Schalke-Fans war Vorsitzender. „Ich bin da so reingewachsen“, sagt Becker.

Carsten Schreiber (52) schätzt „die Leute, die im Verein sind“ und das „gute Klima“. Er engagiert sich in der Schützengemeinschaft Münster, seit 1986 als Zweiter und Erster Schießwart Gewehr. Auch sein Vater habe ihm die Aufgaben als Mitgründer des Vereins „in die Wiege gelegt“, sagt Schreiber, der sich handwerklich am Schützenhaus einbringt. Clubkollege Karl-Heinz Roos (69) war 16 Jahre Zweiter Kassierer und kümmert sich seit 1997 um die Clubgaststätte. 35 Jahre hat er aktiv geschossen. Beim Offensiv-Cup dieser Zeitung hilft er hinter der Theke, bei den Tennisfreunden war er im Vorstand. Und warum? „Weil’s Spaß macht. Und wenn es gut läuft, bin ich zufrieden.“

„Weil ich mich für die Natur interessiere und mit 15 schon Ebbelwoi gekeltert habe.“ Das liefert Walter Ohlenschläger als Begründung für sein Engagement im Obst- und Gartenbauverein Fischbach. Er ist seit 1993 Vorsitzender des Clubs, der rund 30 000 Quadratmeter mit 300 Obstbäumen pflegt. Der Erhalt der Wiesen und die Information ist dem 61-Jährigen wichtig.

„Ich möchte auf diese Weise etwas Gutes tun“, sagt Stefan Diehl (54). Er ist seit fast 20 Jahren im Vorstand des Ruppertshainer Feuerwehrvereins, im Haustechnik-Team und kümmert sich als Sicherheitsbeauftragter um die Fortbildung zum Thema. Ihm sei schlicht das Ehrenamt wichtig. Sein Kamerad Manfred Kilb war im Vorstand und um Ausschuss, ist nun seit 24 Jahren der Gerätewart bei den Brandschützern. Der 53-Jährige möchte den Nachwuchs fördern. Zudem ist ihm Geselligkeit wichtig – daher macht Kilb im Thekenteam und den Festausschüssen mit.

Josef Pamer hat doppelten Grund zur Freude. Beim Ehrungsabend feiert er 80. Geburtstag. Er ist Mitgründer des Kleingartenvereins „Krautgärten“ in Münster, war lange Kassierer, entwickelte die Gestaltung der Anlage mit, packt bei Umbauten mit an. Warum er viel Zeit opfert? „Weil ich für die Allgemeinheit etwas tun möchte“, sagt das erste Ehrenmitglied des Vereins.

„Mir macht es einfach Spaß, Generationen im Verein groß werden zu sehen“, sagt Stefan Dobhan , seit 2009 Abteilungsleiter Handball bei der TSG Münster. Das habe bei seinen Söhnen angefangen, das setze sich nun in der Jugend fort. Der 57-Jährige, der es zudem auf 40 Jahre als Schiedsrichter bringt und lange Jugendleiter war, sieht auch „den sportlichen Anreiz, den Verein nachhaltig aufzustellen“. Was ihm mit vielen sportlichen Erfolgen der TSG auch gelungen ist.

Georg Sonnentag (75) hat eine klare Vorstellung: „Wenn ich in einem Verein bin, muss ich auch irgendwas einbringen.“ Bei der TSG Münster ist er seit 1960 Mitglied, engagiert sich seit über 50 Jahren – etwa im Vorstand der Abteilung Karneval. Bühnenbild, Dekoration, Umzugswagen, Reparaturen von Sportgeräten – das ist so sein Faible. Und das Ehrenmitglied ist auch bei den Radsportlern aktiv.

„Weil es einfach Spaß macht und weil ich den Leuten etwas geben will“ – deshalb ist Hendrik Schmitt (67) bei der TuS Hornau seit 1960 Mitglied und viele Jahrzehnte aktiv. Er hat die Basketball-Abteilung mit aufgebaut, war Kassierer, nun ist er seit 16 Jahren Chef der Abteilung Freizeit- und Gesundheitssport, der „Speckbauchriege“. Diese Truppe hat er mit initiiert, unter seiner Regie ist die Boule-Anlage am Reis entstanden.

Uwe Struck engagiert sich „in erster Linie für die Jugend“. Seine drei Kinder spielten oder spielen noch Tischtennis, er ebenfalls seit fast 50 Jahren in der SG Kelkheim. Dort ist der 57-Jährige seit 1994 Abteilungsleiter, hat sich dabei vor allem um die Förderung von eigenen Jugendtrainern bemüht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare