Einst belächelt, heute begehrt

Ehrenamtlich erstellte Seniorenzeitschrift „Herbstblätter“ mit 25 bewegten Jahren

Ein engagiertes Team hat nun die aktuelle Ausgabe herausgebracht. Und will die Inhalte erstmals bei einer Lesung vorstellen.

25 Jahre, Auflage von 1200 Heften und nun die neuste Ausgabe: Die Kelkheimer Zeitschrift „Herbstblätter – Lesenswertes für die ältere Generation“ hat sich all die Jahre über gehalten – und ist von immer gefragter. Druckfrisch und mit 72 Seiten umfangreicher als zuvor, liegt die 38. Ausgabe der „Herbstblätter“ zum offiziellen Pressetermin parat. Stolz präsentieren die Verantwortlichen ihr Werk – mit Themen, die so bunt gespickt sind, wie der Name der Zeitschrift vermuten lässt: Von einem Quiz über das Kartoffellied hin zur Geschichte der Sindlinger Wiesen und dem ganz aktuellen Thema der Kelkheimer Wasserversorgung, schreiben die Autoren auch über Alltägliches und besondere Orte in ihrer Stadt. Sie wollen eben auch Neu-Bürgern einiges vermitteln, damit sie ebenso Kelkheim kennen und lieben lernen können, sagt Redaktionsmitglied Günter Pelshenke.

Bürgermeister Albrecht Kündiger schätzt das Engagement der ehrenamtlichen Redakteure sehr – zur Entstehung und Fertigstellung eines solchen Heftes gehöre schließlich auch eine große Portion Arbeit. „So etwas hat nicht jede Kommune. Das ist etwas ganz Besonderes. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die ,Herbstblätter‘ gerne von der Zielgruppe gelesen werden.“ Und eben diese kann sich auch schon auf eine folgende Ausgabe 2019 freuen. Hier stehen als mögliche Themen „Tiere“, „Kelkheim vorstellen“ oder aber auch „Anpassung“ für die Redakteure als Favoriten ganz oben.

Das Interesse war nicht immer so groß. „Seinerzeit wurden die ,Herbstblätter‘ belächelt“, blickt Pelshenke zurück. Die Helfer haben die Zeitschrift eigenhändig adressiert und ausgetragen, erzählt der 86-Jährige. Das sei jetzt anders. „Mittlerweile ist die Zeitschrift sehr gefragt“, bestätigt Redaktionskollege Werner Puchinger. Zum Erfolg und zur Rettung vor dem Einstampfen haben eine Verjüngung des Teams, aktuelle und wissenswerte Themen sowie ein neues Layout geführt. „Was lange währte, wurde endlich gut“, so Puchinger.

„Jeder von uns hat eine bestimmte Funktion“, erklärt Rita Puchinger. So sei zum Beispiel Thomas Berger für die Gedichte auf der Titelseite, Dorothea Gluth für das Preisrätsel – der Gewinn besteht aus einer Tagesfahrt mit dem Roten Kreuz – oder Klaus Quirder für das Layout zuständig. „Jeder von uns ist wichtig. Wir sind offen für jeden, der mitmachen möchte“, betont Rita Puchinger. Schließlich seien einzelne Beiträge von Außenstehenden eine große Bereicherung.

Die Hefte werden verteilt an rund 80 Adressen, wo sie zum Mitnehmen ausliegen (im Rathaus, in Praxen, Apotheken, Kirchenämtern und vielen weiteren Stellen). Zudem veranstaltet das Team am Donnerstag, 18. Oktober, um 16 Uhr eine Autorenlesung am Gimbacher Hof. „Die Leser sollen erfahren, wer hinter der Zeitschrift steckt. Wir verstecken uns nicht, wir sind zum Anfassen“, sagt Puchinger voller Vorfreude. Der Eintritt ist frei.

(vdw)

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