Projekt in Kelkheim

Eichendorffschüler entwickeln Laptop-Unterlage mit beleuchteten Retro-Landkarten

Das Institut der deutschen Wirtschaft bietet Schülern alljährlich die Möglichkeit Firmenluft zu schnuppern. Politiklehrer Roland Struwe hat das Angebot an die Eichendorffschule (EDS) geholt und ist Pate für die Jungunternehmer der Klassenstufe 10.

Beim Tag der offenen Tür präsentierten 17 junge Leute ihre Innovation „Mapled“, eine Art Kissen mit Platte, das eine bequeme Laptopnutzung auch ohne Tisch ermöglicht. „Mein Opa hatte einmal so ein ähnliches Kissen, allerdings nutzte er es nicht für seinen Laptop“, erzählt David Schröpfer, der Kopf der 17 Mädchen und Jungs, die im Rahmen des Programms „Junior Expert“ die Firma Mapled gründeten. Das Projekt wird in Hessen vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung gefördert. Die dazu aufgewendeten finanziellen Mittel kommen aus der Europäischen Union, dem Europäischer Sozialfonds und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Doch was steckt hinter „Mapled“?

Das Wort setzt sich zusammen aus den Begriffen „Map“ und „LED“. „Map, weil wir zur Fertigung der Platte alte, nicht mehr gebrauchte Schullandkarten recyceln. Die LED-Beleuchtung macht unser Produkt interessanter und beeinflusste den zweiten Wortbaustein“, löst Tim Bremer, Geschäftspartner der Firma, das Rätsel. „Mapled“ ist ein mit Styroporkügelchen gefülltes Kissen auf dem eine feste Platte montiert ist. Damit ergibt sich ein mobiler Tisch, den man überall, ob im Bett oder auf dem Sofa als Laptop-Unterlage nutzen kann. Die LED-Leiste gibt den besonderen Pfiff. „Mapled erleichtert das Arbeiten enorm. Ich nehme mein Laptop häufig mit ins Bett und lerne online“, erklärt David. Die Handhabbarkeit des PCs sei nun viel angenehmer. Spontan seinem Kopf entsprungen, fand die Geschäftsidee sofort Zuspruch unter den anderen Projektteilnehmern.

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln zertifizierte den Jugendlichen ihre Geschäftsidee bereits. Bis Sommer nächsten Jahres soll darauf basierend ein Jungunternehmen realisiert und zur Marktreife geführt werden. Seit über zwanzig Jahren lernen Schüler mit „Junior“ Grundkenntnisse der Wirtschaft kennen. In der Geschäftsform einer „Junior“-AG, verkaufen die Jungunternehmer zunächst Anteilsscheine. „90 Aktien zu 10 Euro das Stück bilden das Grundkapital mit dem die Schüler das Unternehmen in Gang bringen“, erläutert Lehrer Roland Struwe. Nicht nur Eltern und Großeltern sollten Aktien kaufen. Man hoffe auf Investitionen lokaler Prominenter. Diese hätten auch in der Vergangenheit finanziell unterstützt, so dass man der nahenden Aktionärsversammlung im Januar positiv entgegensehe.

Auch Powi-Lehrer Struwe nutzte während seiner Schulzeit das Schülerangebot „Junior“. „Ich habe während des Projekts mehr gelernt als in der Schule“, gesteht er. Denn durch die Gründung einer eigenen Schülerfirma, dem Vertrieb der Produkte an Kunden und die damit verbundenen Einnahmen ergeben sich Einblicke in die Praxis.

Dies bestätigt auch Schulleiter Stefan Haid. Er schätze das Projekt sehr. „Die Schülerinnen und Schüler sammeln erste Erfahrungen im BWL-Bereich, lernen die Welt der Wirtschaftswissenschaften kennen und haben damit eine tolle Studienvorbereitung.“

Dass die Jugendlichen Existenzgründer über die Schulstunden hinaus Zeit und Arbeit investieren, zeigt Engagement. „Wir treffen uns zwei Stunden die Woche und besprechen alles Wichtige. Danach bleiben wir über WhatsApp und Chats in Kontakt. So kann man seine Ideen schnell an alle weitergeben“, berichten David und Tim. Schließlich sei ihr Unternehmen in verschiedene Unternehmensbereiche gegliedert. Marketing, Technik, Finanzen, Verwaltung und Vorstand müssten untereinander kommunizieren. Am 28. November werden alle Junior-Startups zusammenkommen, bevor es im Mai zum Landeswettbewerb geht. Läuft alles glatt, kann man sich im Bundeswettbewerb in Berlin präsentieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare