Freiw. Feuerwehr Kelkheim
alter Feuerwehrausweis
Hans Port 70 Jahre
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Freiw. Feuerwehr Kelkheim alter Feuerwehrausweis Hans Port 70 Jahre

Feuerwehr Kelkheim

Von Fanfaren und Feuerpatschen

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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Die beiden treuen Brandschützer wurden jetzt mit einigen Kollegen bei der Jahreshauptversammlung der Kelkheimer Wehren ausgezeichnet.

Auch wenn es für beide schon Jahrzehnte her ist: Wie sie Feuerwehrleute wurden, das wissen Hans Port und Ludwig Will noch ganz genau. Port war in Niederhofheim schon Fanfarenbläser. „Da durfte doch keine Sirene heulen. Da bin ich verpflichtet worden, die Alarmierung zu machen“, erinnert sich der 85-Jährige, der inzwischen in Münster wohnt. Seine Feuerwehrzeit in beiden Orten zusammengerechnet, bringt es Port auf 70 stolze Jahre bei den Brandschützern. Nicht ganz so groß, aber ebenso beachtlich – ist die Ausdauer des Hornauers Will. Der ist seit gut sechs Jahrzehnten Mitglied und wurde es per Zufall: Im Jahr 1954 habe es im Wald gebrannt. „Da ging die Sirene, und die sind alle an meinem Elternhaus vorbei“, blickt der 77-Jährige zurück. Will zögerte damals nicht lange, schloss sich dem Tross an und half mit der Feuerpatsche, den Brand im Wald zu löschen. „Danach wurde ich aufgenommen im Verein“, berichtet er.

„Für die Allgemeinheit“

Das Duo hat sein Engagement für die Brandschützer nie bereut und ist ihnen auch nach der aktiven Zeit treu geblieben. Dafür wurden beide nun bei der Jahreshauptversammlung der Kelkheimer Feuerwehren ausgezeichnet. Will und Port schauten gerne vorbei, schmissen sich in die Uniform – und der Münsterer brachte sogar seinen alten Dienstausweis mit. Er betont aber, dass für ihn die Mannschaft im Mittelpunkt steht. „Ich habe das alles nicht für mich gemacht, sondern für die Allgemeinheit, sagt der gelernte Schuhmacher, der später als Chemiefacharbeiter bei Hoechst beschäftigt war. Hans Port denkt gerne an die „gute Kameradschaft“ mit vielen Aktivitäten zurück. Er selbst war ebenfalls sehr umtriebig, baute die Jugendfeuerwehr Münster mit auf, war von 1974 bis 1988 stellvertretender Stadtbrandinspektor unter Willi Hoppe, vier Jahre „Vize“ und fünf Jahre Wehrführer bei der Truppe in Münster. Zudem gab Port als Kreisausbilder sein Wissen weiter. Besonders erinnert er sich an einen Einsatz in Oberliederbach zurück, als bei einem schweren Unfall zwei Züge aufeinanderkrachten.

Der Mann für die Heringe

Ludwig Will ist bis heute vor allem der Brand der Schreinerei Dichmann in Kelkheim im Gedächtnis geblieben. Er war ebenfalls in der Branche beschäftigt, war als Schreinermeister selbstständig und später im Betriebshof der Stadt engagiert. Auch der Gründer des FZH-Blasorchesters beließ es nicht „nur“ bei den Löschdiensten: Er saß 30 Jahre als Beisitzer im Vorstand und ist im Wirtschaftsausschuss aktiv – vor allem seit gut vier Jahrzehnten als Organisator des Heringsessens. Er sei „einer der ersten Atemschutzgeräteträger in der Stadt gewesen“, erinnert sich der Löschmeister. Die Zeiten seien kaum zu vergleichen: „Die Technik hat sich total gewandelt.“ Als er anfing, habe die Wehr nur einen alten, umgebauten Ford gehabt – heute stehen moderne Fahrzeuge in den Fuhrparks.

Weitere Ehrungen

Es gab übrigens noch eine Reihe weiterer Ehrungen bei der Jahreshauptversammlung: 50 Jahre sind Werner Kalig, Heinz Sauer, Georg Kuhn und Willi-Heinz Jost dabei, auf vier Jahrzehnte bringen es Raimund Lücke, Andreas Schwanitz, Matthias Seiler, Jürgen Stortz, Klaus Vest, Manfred John, Walter Ohlenschläger und Thomas Böhm. Für ein Vierteljahrhundert im Dienst gab es eine Ehrung für Thorsten Knobl, Sebastian Hauff und Hans Triebeler.

(wein)

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