In seinem Museum in Fischbach zeigt Klaus-Dieter Weiß das Gebiss eines Dinosauriers.
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In seinem Museum in Fischbach zeigt Klaus-Dieter Weiß das Gebiss eines Dinosauriers.

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Fischbach: Fossilien-Forscher Weiß sammelt fleißig weiter und bereitet besondere Schau vor

  • VonEsther Fuchs
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Verein "Paleo-Geo" ist stark gewachsen.

Fischbach. Er kennt die Urzeiten des Lebens. Evolution ist seine zweite Heimat. Der Fischbacher Klaus-Dieter Weiß ist Paläontologe und Mineraliensammler aus Leidenschaft. Bereits als Zwölfjähriger stand Weiß mit seinem Vater an der Grube Messel, buddelte im Garten und wenig später in den regionalen Mittelgebirgen nach Fossilien, Mineralien und Zeugnissen der Vorfahren. Mit einem selbstgebastelten Plakat demonstrierte er für den Erhalt des heutigen Unesco-Welterbe am Sprendlinger Horst, die Grube Messel. "Ich habe damals das beste Bettlaken aus dem Schrank meiner Mutter geholt und mein erstes Urzeitpferdchen draufgemalt", erinnert sich Weiß.

Heute ist er geschätzter Experte unter Fachleuten, kennt Forscher, Professoren und Gleichgesinnte rund um den Globus. Unzählige Funde gehen auf die Grabungen des Fischbachers und seiner Freunde zurück. Letztere kommen im Verein "Palaeo-Geo" zusammen, der 2004 zum Wissensaustausch und zur Informationsweitergabe, gerade an junge Menschen, gegründet wurde.

Fischbacher Museum weiterhin geschlossen

Auch haben die Eheleute Weiß ein Fossilien-Museum auf ihrem Grundstück in Fischbach neben dem Wohnhaus. Dort gibt Weiß Führungen für Jung und Alt, zeigt versteinerte Urprädatoren, Quastenflosser und Panzerfische. Derzeit ist das Museum jedoch aufgrund der Auflagen um die Covid-19-Pandemie geschlossen.

Der Verein "Paleo-Geo" ist von 28 auf rund 100 Mitglieder gewachsen. Weiß ist Vorsitzender und schätzt den guten Zusammenhalt. Die paläontologischen Erfolge und Fundstücke seien auch auf die Arbeitsgruppe um Vize-Chef Hubert Schöggel, Andre Boland, Birgit Bender und andere Mitglieder zurückzuführen. Dank gebühre seiner Ehefrau Elisabeth, die längst diese Passion teilt.

Die Früchte der Grabungsarbeit sind beträchtlich. Fossilien und Mineralien zieren nicht nur Haus und Garten in Kelkheim. Funde stehen als Exponate in namhaften Häusern, so auch im Frankfurter Senckenberg-Museum. Weiß hat hier erst kürzlich wieder einige prähistorische Preziosen an den Paläontologen Professor Volker Mosbrugger übergeben. "Eine Schenkung von ungefähr 30 Fischen aus dem Oligozän, Ur-Heringen und anderen urtümlichen Fischen", erklärt Weiß.

Funde des Fachmanns nutzen Wissenschaftler zu Forschungszwecken. Der Verein "Palaeo-Geo" möchte daher eine Brücke bauen zwischen Hobbysammlern und Wissenschaftlern. Jungen Menschen möchte er den Zugang zum Fachgebiet erleichtern und so das paläontologische Erbe erhalten. Auch deshalb engagieren sich Weiß, seine Frau und andere Vereinsmitglieder in der Jugendarbeit. Das jüngste Mitglied bei "Paleo-Geo" ist im Grundschulalter.

Abgüsse von Urpferdchen

Weiß ist die Leidenschaft um die Urgeschichte des Planeten vom Vater in die Wiege gelegt worden. Gerhard Weiß war Professor am Paul-Ehrlich-Institut. "Dort lernte ich mikroskopieren. Die Vorliebe zum Sammeln von Fossilien und Mineralien kam irgendwie automatisch dazu."

Langeweile habe er nun in der Pandemie keine. Er fertigt Abgüsse von Urpferdchen und anderen Exponaten und habe im Sommer 2020 die Kelkheimer Ferienspiele mit selbst gegossenen Dinosaurier-Replikationen bestückt. Auch in der Natur grub der Hobby-Paläontologe auf Expeditionen. Zuletzt ergaben sich auch wieder interessante Funde in Kelkheim und Fischbach. "Wissen Sie was das ist?", fragt Weiß und zeigt einen fast vor der Haustür ausgebuddelten Klotz aus Stein. Er ahnt, dass ein Laie die Pracht seines Schatzes nicht erkennt. "Das ist ein Steinbeil aus Feuerstein. Messerscharf", so die Antwort. Im Museum baut der Fischbacher an einer Sonderausstellung zum Thema Mineralien. Er hat Steine gefunden, die bei Bestrahlung mit Schwarzlicht leuchten. Sie sollen, wenn es die Pandemie erlaubt, Besuchern gezeigt werden.

Buchempfehlung und der Kontakt

Die Wissenschaft um die geologische Vergangenheit der Erde sei wichtig. Seine Aufgabe sieht Weiß in der Wissensvermittlung. Als Zeitvertreib in der Krise empfiehlt der Fischbacher Fachmann jedem, der mehr über die Materie erfahren möchte, das Buch "Messel: Ein fossiles Tropenökosystem" aus dem Senckenberg-Verlag. Wer außerdem mehr über "Palaeo-Geo" erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.palaeo-geo-ev.de informieren.

Teil der Schwarzlicht-Ausstellung.

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