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Seilspringen steht bei den Grundschülern besonders hoch im Kurs. Hier geben die Schüler der Klasse von Christina Hänsen eine kleine Kostprobe.

Albert-von-Reinach-Schule

Fischbach: Seilspringen und Dosenwerfen beim Sportaktionstag

  • vonEsther Fuchs
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Die Grundschüler sind begeistert bei der Sache und zeigen, was ein "Side Straddle" und was ein "Jogging Step" ist.

Fischbach – "Head, shoulders, knees and toes", röhrt es aus der Musikanlage. Rund hundert Kinder der Albert-von-Reinach-Schule Fischbach recken die Köpfe, kreisen die Schultern und strecken die Füße in Richtung Himmel. Sportlehrer Dominik Böcher bietet auf dem Sportplatz der SV Fischbach ein Aufwärmtraining an, das müde Muskeln wieder munter werden lässt. Kurze Zeit später wird die Klasse von Christina Hänsen beweisen, wie sportbegeistert Grundschulkinder sein können.

Erstmals nimmt die Grundschule am Aktionstag "Jugend trainiert für Olympia & Paralympics" teil. Klassenlehrerin Christina Hänsen ist Sportkoordinatorin der Schule und hat die Teilnahme wesentlich vorangetrieben. Dafür hat sie ein umfassendes Programm zur körperlichen Ertüchtigung auf die Beine gestellt. Einen Vormittag werden die Kinder während des Aktionstags "Jugend trainiert für Olympia & Paralympics" auf der Fischbacher Sportanlage zeigen, was in ihnen steckt.

Organisation war viel Arbeit

Sieben Stationen gilt es für die Grundschüler der Jahrgangsstufen 3 und 4 zu bewältigen. Gruppenweise betreten sie mit den Lehrkräften die Kunstrasenfläche, desinfizieren sich die Hände und gehen dann zu vorgezeichneten Treffpunkten. "Es war zwar sehr viel Arbeit das Ganze auf die Beine zu stellen. Aber wir sind eine sportorientierte Schule. Bewegung ist uns wichtig. Auch in Zeiten von Corona", betont Hänsen. Sie hat die Mühe auf sich genommen und in den vergangenen Wochen "unzählige Stunden geplant und organisiert". Zu dem bundesweit stattfindenden Aktionstag ist jede teilnehmende Schule individuell für die Art und Umsetzung eines eigens konzipierten Sportangebots verantwortlich.

Hänsens Klasse lässt sich nicht lange bitten und führt vor, was sie sportlich besonders gerne macht. Knapp 20 Kinder greifen zum Springseil. In Windeseile hüpfen die Schüler drauf los. Emma und Emilia sind besonders talentiert und knacken den Ausdauerrekord. "Emma kann vom Seilspringen nicht genug bekommen. Sie hat mir sogar schon mal Videos geschickt. Da schaffte sie fünf Minuten am Stück ohne Pause", unterstreicht Klassenlehrerin Hänsen.

Die Kinder haben bei ihr viele verschiedene Arten des Seilspringens gelernt. Den "Basic Jump", das gewöhnliches Seilspringen, absolvieren sie folglich mit links. Auch den "Side Straddle", ein mit einem Seitenhüpfer angereicherter Sprung, scheint kein Problem zu sein. Der "Side Swing" und der "Jogging Step" scheinen etwas anspruchsvoller, doch auch machbar. "Alle sind total motiviert. Wenn man überlegt, dass zu Beginn der Schulzeit nur drei oder vier Kinder der Klasse Seilspringen konnten...", zeigt sich Sportlehrerin Hänsen sichtlich begeistert.

Die Kinder der Albert-von-Reinach-Schule lernen frühzeitig, dass Bewegung Körper und Geist guttun. "Wir nehmen ganzjährig kreisweit an Wettbewerben teil und sind für alle sportlichen Angebote offen. Zurzeit steht beispielsweise Hockey hoch im Kurs. Das machen wir allerdings auf dem Pausenhof", erklärt Hänsen.

Zum Aktionstag darf sich die Meute Grundschüler auf dem großen Sportfeld der SV austoben. Trainerinnen des Vereins stehen zur Unterstützung bereit. Der Platz lässt ob seiner Größe die Hygiene- und Abstandsauflagen leicht einhalten.

Hürdenlauf und Zonenweitsprung

Im Zehn-Minuten-Takt wechseln die Klassen innerhalb der aufgebauten Stationen. Geschicklichkeit, Koordination und Ausdauer sind gefragt. An der Station "Zonenweitsprung" gilt es, möglichst viele Meter zu springen. Die Station "Dauerlauf" gestaltet sich als Hürden-Wettrennen gegen die Zeit. An der Station "Dosen werfen" dreht sich alles um den zielgenauen Wurf. Das "Seilspringen" fördert Ausdauer und sportlichen Ehrgeiz.

DER GRÖSSTE DER WELT

Mehr als 235 000 Schüler aus 1273 Schulen haben am diesjährigen bundesweiten Aktionstag ein Zeichen für den Schulsport gesetzt. "Jugend trainiert für Olympia & und Paralympics" existiert im 51. Jahr. Der bundesweit ausgetragene Aktionstag wird von der Deutschen Schulsportstiftung, den Kultusministerien der Länder und den am Wettbewerb beteiligten Sportverbänden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportlehrerverband initiiert. Normalerweise werden in jedem Jahr drei Bundesfinals, im Herbst, Winter und Frühling ausgetragen. 800 000 Teilnehmer pro Jahr machen die Veranstaltung zum größten Schulsportwettbewerb der Welt. Aufgrund der Corona-Pandemie kam das Angebot zwischenzeitlich zum Erliegen. Der Aktionstag Ende September sollte zeigen, was unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sportlich möglich ist und Signalwirkung haben.

Jeder Schüler bekommt zur Belohnung einen Stempel in den Stationen-Pass. Die Kinder sind bereit zu mehr. "Das macht enorm viel Spaß", sagt Emma und hätte gegen eine zweite Runde nichts einzuwenden.

Trotz der intensiven Vorbereitungsarbeit könne sie sich vorstellen, auch im nächsten Jahr wieder am Aktionstag teilzunehmen, erklärt Klassenlehrerin Christina Hänsen. "Die Kinder sind gerne draußen und dank der Unterstützung des SV Fischbach haben wir hier tolle Möglichkeiten, uns sportlich auszutoben", lobt sie.

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