Großer Karl und Nassauer Köpfe

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Sie spüren Karl in Kelkheim und berüchtigten Nassauern nach. Zudem wird die „Axt der Hessen“ wieder lebendig.

Der Streit um das neue Museum lässt den Museumsverein nicht kalt. Im Sozialausschuss zeigte der Vorstand Flagge und musste so manches mal den Kopf schütteln. In die politische Diskussion wollen sich Rüdiger Kraatz und sein Team nicht einmischen. Doch nehmen sie Stellung zu einigen Kritikpunkten und Fragen (siehe „Extra“). Ungeachtet dessen arbeitet der Verein engagiert an seinem Programm für dieses Jahr. Einige Eckpfeiler wurden bereits verankert.

Die erste Sonderausstellung befasst sich mit dem Thema „Das Erbe der Karolinger – eine Spurensuche in Kelkheim“. Rüdiger Kraatz macht den Besuchern schon reichlich Appetit auf die Zeit Karls des Großen: So soll eine seiner vielen Töchter in Münster gelebt haben. „Wir haben einige Spuren, die in diese Zeit gehen“, freut sich Kratz und kündigt an: „Das Kelkheimer Gerichtsbuch soll im Zentrum stehen.“ Darin ist eine kolorierte Zeichnung zu sehen, die Karl und den zweiten Schutzpatron der Stadt Frankfurt, den Heiligen Bartholomäus, zeigt. Damals gehörte Kelkheim zum Besitztum des Stiftes. Verantwortlich dafür war eine Frau Rotlint, die im 9. Jahrhundert ihre Besitzungen im Raum Kelkheim nach Frankfurt verschenkt hat. Verein und Kulturreferat wollen mit der Ausstellung auch Verbindungen in die heutige Zeit knüpfen und zeigen, warum das Reformprogramm Karls noch aktuell ist. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, der Startschuss soll Mitte April fallen. Gezeigt werden Leihgaben des Landesmuseums Darmstadt sowie Objekte aus der Region.

Bereits am 25. März wird der Kelkheimer Robert Focken aus seinem neuen historischen Roman „Arnulf, die Axt der Hessen“ vorlesen. Das Buch ist ein historisches Abenteuer aus der Zeit Karls des Großen und der Sachsenkriege. Held Arnulf stößt widerwillig zum Herr am Main, das Karl im Kampf gegen Widukind versammelt. Doch schon bald erwirbt er unter seinem Kriegsnamen „Sax Hamar“ Ruhm.

Der Muttertag hat seit einen Jahren einen festen Platz im Kalender des Museums. Am 10. Mai werden Kinder ihre Mamas durch die Kelkheimer Geschichte führen – das Ziel ist erstmals der Rettershof. Am Internationalen Museumstag wird sich das Team ebenfalls beteiligen. Das Thema am 17. Mai lautet „Museum. Gesellschaft. Zukunft.“. Bei den Tagen der Industriekultur ist der Museumsverein erneut präsent.

Die zweite große Ausstellung des Jahres wird den Titel „Nassauer Köpfe“ tragen. Sie ist zusammengestellt aus den grafischen Sammlungen des Stadtmuseums Wiesbaden. Vorgestellt werden berühmte und berüchtigte Persönlichkeiten, den eins gemeinsam ist: die Verbindung zu Nassau. Der Termin steht fest: 17. September bis 18. Oktober.

Wie es sich für die Möbelstadt gehört, spielen die Firmen dieser Branche eine wichtige Rolle im Programm. Am 11. November lautet das Thema: „Dichmann, Grombach, Diehl und viele andere: Leben und Arbeit in Kelkheimer Möbelfirmen“. Um Spielzeug von anno dazumal geht es in einer Ausstellung vor Weihnachten (26. November bis 6. Dezember): Christa Wittekind und Manfred Kilp sammeln Spielsachen aus den alten Schreinereien. Zum Abschluss wird’s eine Nikolausaktion geben.

Seit fünf Jahren gibt es bereits den Museumsspaß unter dem Motto „Wissen und Werkeln für Grundschulkinder“. Der Verein ist nach dem Wechsel des Angebots vom Donnerstag auf den schulfreien Samstag sehr zufrieden. Das kleine Jubiläum wird beim nächsten Treffen am Samstag, 7. Februar, von 11 bis 12.15 Uhr im Museum gefeiert. Dann machen sich die Kinder auf die Suche von Maskottchen Fridolin, dem Holzwurm. Die Teilnahme kostet 5 Euro (samt Geschenk und Material). Anmeldung unter (061 74) 9 68 54 92 oder fuehrungen.museumkelkheim@web.de .

Mit dem Vorjahr ist der Verein übrigens zufrieden. Gut 5000 Besucher bilanziert Kraatz. Allein zur „Schubkastenausstellung“ seien 600 Gäste gekommen. Die großen Ausstellungen befassten sich mit der Region zur Französischen Revolution sowie den Ost-West-Künstlern Immendorff und Penck. Hinzu kamen Dutzende Veranstaltungen sowie jede Menge Kleinarbeit der Ehrenamtlichen im Hintergrund. Bei der Jahreshauptversammlung am 25. Februar gibt es keine Wahlen. Kraatz kündigt aber an, dass über eine Beitragserhöhung 2016 gesprochen werde. Bisher sind 18,50 Euro im Jahr zu zahlen.

Das Museum für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte, Frankfurter Straße 21, ist mittwochs und sonntags von 15 bis 18 Uhr (bei Ausstellungen auch freitags) geöffnet. Informationen gibt es bei Rüdiger Kraatz, (0 61 95) 90 17 21, oder unter info@museum-kelkheim.de.

(wein)

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