Sie sieht es nun im Vereinshaus aus. Neuer Betreiber ist Calogero Bonanno, der hier das Bauteam mit Wolfgang Zengerling, Peter Morgenstern und Jockel Müller (v. r.) an die Theke bittet.
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Sie sieht es nun im Vereinshaus aus. Neuer Betreiber ist Calogero Bonanno, der hier das Bauteam mit Wolfgang Zengerling, Peter Morgenstern und Jockel Müller (v. r.) an die Theke bittet.

Sanierung:

Hornau: 100 Stunden Arbeit, 12 Container Schutt

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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TuS krempelt Vereinshaus für 330 000 Euro um - "Kelkheimer Italiener" neuer Wirt

Hornau. Die Sportler der TuS hoffen, bald auf der Anlage "Am Reis" wieder gegen den Ball treten oder ihm im Sand hinterherhechten - und danach dann auf ein kühles Getränk und eine Speise in der vereinseigenen Gaststätte einkehren zu können. Wenn die Pandemie es ermöglicht, werden Athleten und Besucher im Vereinshaus "Am Reis" ihren Augen kaum trauen. Denn das Gesicht des Lokals auf der Sportanlage hat sich komplett verändert.

Theke versetzt, Küche erneuert

Gleich hinter der Tür wird der Gast von einer mächtigen Theke in Holzoptik begrüßt. Der Tresen stand bisher im hinteren Teil des Lokals vor der Küche, nun ist er das Herzstück der groß angelegten Sanierung. Insgesamt rund 330 000 Euro investierte die TuS, berichtet Vorsitzender Werner Jakobartl. Den Löwenanteil stemmt der Club über einen Kredit, die Stadt gibt einen Zuschuss.

Seit 32 Jahren sei in dem Vereinshaus mit Gastronomie nicht viel gemacht worden, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende Wolfgang Zengerling, der mit Jockel Müller und Peter Morgenstern das Bauteam bildete. Einige Hundert Stunden haben sie hier investiert - selbst angepackt, sich über Hilfe etwa der Fußballer und Basketballer gefreut sowie Architekt Detlef Schreiber unterstützt. Dessen Beauftragung sei beim großen Umfang des Projektes nötig gewesen, weiß Jakobartl. So wurden die Küche vergrößert, der Fußboden erneuert, ebenso die Elektrik samt einem Beleuchtungskonzept. Eigentlich sollten die alten Fliesen mit einem Vinylbelag überdeckt werden, doch dann kam im August das Hochwasser. Die Brühe floss durch eine Tür durch das Lokal - nun war der Boden nicht mehr zu retten.

Es sah ohnehin nicht mehr so schön aus in der Gastronomie. Die Qualität und die Betreuung des Objekts durch den Pächter hätten schon zu wünschen übrig gelassen, macht der Verein deutlich. Eine Trennung von dem Wirt und die Gedanken über nötige Renovierung waren die Folge.

Fündig wurde die TuS auch bei einem neuen Betreiber, der in der Stadt ein bekanntes Gesicht ist. Calogero Bonanno betreibt bereits seit 18 Jahren das italienische Restaurant im Bürgerhaus Fischbach sowie ein Lokal in seiner Heimat. Nun passt das neue Projekt für ihn prima, sei er doch ein Freund der Vereine, habe früher selbst in Fischbach und Höchst Fußball gespielt. "Ich habe es aus Liebe zum Job hinzugenommen", sagt der "Kelkheimer Italiener", der hier "eine Gaststätte für alle" einrichten will - für die Sportler genauso wie für Ausflügler und Gäste, die einfach gemütlich speisen wollen. Bonanno schwebt ein "Bistrorante" vor mit frisch dort zubereiteten italienischen Speisen und auch mal Sonderaktionen.

Das Lokal verfügt über rund 120 Sitzplätze. Dazu zählt ein Raum für Feiern (über 60 Plätze), der nach dem Umbau noch besser ins Restaurant integriert wurde. Zwei Trennwände können auch für kleinere Einheiten sorgen. Im Außenbereich hinter den nun vollkommen verglasten, neuen Schiebetüren gibt es weitere Stühle für 70 bis 80 Personen.

"Sobald die Gesetzeslage es erlaubt, machen wir auf", kündigt Jakobartl an. Der Pachtvertrag mit Bonanno läuft vom 1. März an, bis dahin wird noch kräftig geputzt und eingeräumt. Vier bis sechs Mitarbeiter will der Gastronom einstellen. Das ganze Projekt habe mit Blick auf die Pandemie schon viel "Fingerspitzengefühl und Ausdauer" erfordert, weiß Zengerling. Und Schweiß noch hinzu gekostet: Bis zu zwölf Container mit Bauschutt wurden gebraucht. Außerdem hat die TuS Hornau den 1. Stock im Vereinshaus aufgewertet, dort die Fenster austauschen und den Boden erneuern lassen. Beim Projekt habe die TuS Kelkheimer Firmen beschäftigt, betont Zengerling.

Damit nicht genug: Schon vor einigen Monaten wurde ein neuer Belag für die drei Tennisplätze verlegt. Dann können die Spieler auf einem roten Kunstrasen, mit Sand verfüllt, aufschlagen. Die Kosten von 65 000 Euro haben Stadt, Land und Kreis getragen, freut sich Jakobartl. Die Technik des Schwimmbeckens nebenan hat der Verein in einer kleinen Hütte nun ebenerdig untergebracht. Und als Teil des Programms "300 Bäume für Kelkheimer" wurden auf dem Gelände immerhin 30 Stämme gesetzt.

Als nächstes Vorhaben will die TuS den Eingangsbereich etwas in Richtung Parkplatz verlegen. Hier soll der Zaun zum Gelände des Tennisclubs verschwinden, um die Anlagen besser zu verbinden. Dann wollen die Hornauer "erstmal durchatmen und das Gelände genießen", wie Jakobartl sagt. Für den August ist zum Beispiel eine "Endless Summer Party" geplant. "Wir freuen uns auf die neue Saison", blickt der Vorsitzende voraus. Wenn es grünes Licht gibt, können die Bälle hier wieder rollen und fliegen - und das Bier aus dem neuen Zapfhahn fließen.

Flutlicht soll kommen, Veranstaltungs-Ideen

Doch mittelfristig gibt es schon wieder neue Projekte. So soll der Rasenplatz noch Flutlicht bekommen. Der war im Corona-Jahr übrigens heiß begehrt: Der Verein "Stimme für Ruppertshain" organisierte dort mit der TuS das erste "Kerzenscheinkonzert", die evangelische Johannesgemeinde Fischbach hielt einen Gottesdienst ab, und das FZH Blasorchester Hornau durfte dort regelmäßig proben. Für Jakobartl und Co. ist es gut vorstellbar, solche Aktionen zu wiederholen.

Blick von der Baustelle auf die Sportanlage.
Die TuS-Tennisplätze haben einen neuen Belag.

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