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Hornau: Mit modernster Technik in eine positivere Zukunft

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Von: Frank Weiner

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Kino-Leiter Christian Hofmann zeigt die neuen Projektoren für noch mehr Filmgenuss.
Kino-Leiter Christian Hofmann zeigt die neuen Projektoren für noch mehr Filmgenuss. © privat

Kinoverein hat knifflige Jahre hinter sich und nun 100 000 Euro mit Fördergeldern investiert.

Hornau. In den Corona-Jahren waren sie neben der Gastronomie besonders gebeutelt: Kinos waren viele Monate komplett geschlossen, durften dann nur unter besonderen Auflagen mit einigen Einschränkungen öffnen. Auch am Kelkheimer Kinoverein ging das nicht spurlos vorbei. In den beiden Filmsälen im Vereinshaus Hornau musste das Team um den Vorsitzenden Martin Müller-Raidt doch erhebliche Einbußen hinnehmen. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Mannschaft nun - wo der Betrieb gerade wieder einige Zeit normal läuft - mächtig in die Zukunft investiert.

Alter Projektor mit 17 000 Betriebsstunden

Rund 100 000 Euro hat der Verein in die Hand genommen, im die Technik auf den neuesten Stand zu bringen. Nach zehn Jahren nahezu täglichem Einsatz wurde die digitale Vorführtechnik ausgetauscht. Mit neuen Christie-Projektoren und -Servern mit mehr Speicherkapazität „kann das Kino ab sofort ein weitaus größeres Filmangebot vorhalten und perfekte Bilder auf die Leinwand projizieren“, wirbt Müller-Raidt. Etwa 30 000 Euro wird der Verein aus seiner Kasse beisteuern müssen, der Rest kommt aus Mitteln der Filmförderungsanstalt. Nach der landesweiten Erst-Digitalisierung in 2011/2012 steht nun die aktuelle Generation der Projektoren zur Verfügung. „Mit rund 17 000 Betriebsstunden waren die bislang eingesetzten Maschinen an ihrer Leistungsgrenze, und auch die Ersatzteilversorgung wurde zunehmend schwieriger“, weiß der Vorsitzende.

Eine weitere Investition kommt für die Gruppe indes nicht in Frage. Müller-Raidts Frau Vanessa führt die Lichtspiele in Kronberg und hat dort komplett umgebaut. Es gibt nun breitere Sessel, zudem sogar kleine Tischlampen und insgesamt mehr Platz für die Kinogäste. Das sei dort prima angekommen, allerdings für Kelkheim nicht umsetzbar, so Müller Raidt. Dafür fehle im Vereinshaus schlicht der Platz.

Weitere große Projekte hat der Verein aktuell nicht geplant. Er schaut jetzt nach fast drei kniffligen Jahren erst einmal positiv in die Zukunft, „zumal das Interesse des Publikums wieder deutlich zugenommen hat und auch das Filmangebot inzwischen wieder sehr vielseitig und anspruchsvoll geworden ist“, freut sich Müller-Raidt. Die Menschen fühlen sich im Kino wieder wohl. Durch die professionelle Lüftungstechnik werde ein intensiver Luftaustausch sichergestellt, „der die Säle mit stets frischer Luft versorgt und damit ein Ansteckungsrisiko minimiert“, erläutert der Clubchef und räumt mit oft nicht zutreffenden Einschätzungen auf: „Kinos waren in Zeiten der Pandemie zu keiner Zeit Hot-Spots für die Übertragung des Virus.“

Die neuen Projektoren mit verbesserter Lichtleistung machen sich besonders bei der 3 D-Projektion bemerkbar. Das passt, denn aktuell hat das Kino den Film „Avatar 2“ im Programm. Nach über zehn Jahren will James Cameron an den erfolgreichsten Beitrag der Kinogeschichte anknüpfen. Für den 3 D-Effekt nutzt das Kelkheimer Kino die eine spezielle Technik mit besonderen Brillen, die direkt an der Kasse den Gästen ausgeliehen werden.

Gäste kommen, Energiekosten steigen

Bei aller Freude über neue Filme und neue Technik, sieht Müller-Raidt aber schon wieder auch dunklere Wolken aufziehen. Denn die gestiegenen Energiekosten würden sich in den Umlagen des Kino sicher bemerkbar machen. Deshalb schaut das Team bereits, wo es Strom sparen kann - so läuft der Popcorn-Wärmer nicht länger als nötig. Der Vorsitzende hofft, dass der Verein insgesamt mit einem blauen Auge davonkommen wird.

Wunsch nach etwas mehr Kooperation

Wünschen indes würde er sich noch etwas mehr Aktivitäten in Kooperation mit der Stadt. Von seiner Frau weiß er aus Kronberg, dass es dort viele Veranstaltungen gibt - zum Beispiel das Advents-Kino oder auch Karten für die Feuerwehrleute. In Kelkheim gebe es das Marktplatz-Open-Air, weitere Zusammenarbeit zur Unterstützung des Kinos sei willkommen, findet Müller-Raidt.

Und er macht sich durchaus schon Gedanken um die personelle Zukunft. In drei Jahren feiert der Verein den 40. Geburtstag. Die Truppe ist sehr klein, mit dem gesundheitlich angeschlagenen Thomas Weck ist eine wichtige Kraft nicht mehr aktiv dabei. Nachfolger sind nicht wirklich in Sicht. Und Müller-Raidt fragt schon mal deutlich: „Wer will denn ein Kino übernehmen?“

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