+
Sie haben Kisten voller Stifte für die gute Sache gesammelt: Friederike Christmann, Ursula Müller, Dorothee Mohr, Rose-Maria Leckel, Janina Wehde, Klaus Waldeck (von links) und Birgit Merz (vorne).

Hilfe

Kelkheim: Jede Menge Helfer sammeln für geflüchtete Mädchen

  • schließen

Beim Weltgebetstag wurden die Kirchen auf das Projekt „Stifte machen Mädchen stark“ aufmerksam. Alle Gemeinden, fast alle Schulen und Kitas sowie viele Privatleute machten mit.

Kelkheim: Ursula Müller, Janina Wehde, Birgit Merz und Klaus Waldeck stahlen für die Kirchengemeinden in die Kamera, Dorothee Mohr und Rose-Maria Leckel für die Schulen sowie Friederike Christmann für die Stadt. Grund zur Freude haben die sechs Damen und der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus allemal. Denn sie sind in gut zehn Monaten „stiften“ gegangen und haben „schwere“ Errungenschaften gemacht. Mehr als 180 Kilogramm Plastik-Schreiber sind bei der Aktion „Stifte machen Mädchen stark“ in Kelkheim zusammengekommen. Bundesweit sind es schon fast 20 000 Kilo Stifte, die recycelt werden.

Inspiriert durch diese Initiative beim Weltgebetstag im März 2018, gaben die Kelkheimer Kirchen den Startschuss. „In Kirchen und Pfarrbüros, fast allen Schulen und Kitas standen Sammelboxen, Einzelpersonen nahmen Kisten an ihren Arbeitsplatz mit und brachten sie gefüllt wieder zurück, die Boxen im Rathaus füllten sich – und im Zentralen Pfarrbüro wurden es mehr und mehr Kisten“, berichtet Pastoralreferentin Birgit Merz. Am Ende seien es „schier unglaubliche“ mehr als 180 Kilo geworden. Noch in den Ferien brachte eine Lehrerin eine letzte Box. Die Kisten werden die Initiatoren nun verschicken – „und durch das Plastik-Recycling nicht nur einen kleinen Beitrag für unsere Umwelt leisten, sondern durch ganz einfachen Aufwand Hoffnung und Zukunft schenken“, sagt Merz und fügt an: „Auch durch Geldspenden konnten wir einen Beitrag leisten.“ In der Gemeinde wurde das Projekt dazu auch begleitet.

Marke weit übertroffen

Der Erlös soll an syrische Flüchtlingsmädchen in einem Camp im Libanon gehen. Die Stifte sendet Kelkheim an die Recycling-Firma Terry Cycle. Pro Stift gibt es vom Konzern BIC einen Cent ans Komitee des Weltgebetstages für Flüchtlingshilfe. Die Kelkheimer sollten 15 Kilogramm erreichen – das wurde bei weitem übertroffen. Deshalb danken Birgit Merz und Co. allen, „die sich für diese wundervolle Aktion eingesetzt haben“.

Die Helfer wissen, wofür sie aktiv waren: Seit Kriegsbeginn in Syrien sind über eine Million Menschen ins Nachbarland Libanon geflohen. „Viele Kinder gehen seit Jahren nicht mehr zur Schule. Lernen und Therapie geben nun knapp 200 Mädchen wieder Hoffnung“, berichtet Birgit Merz für das Pastoralteam von St. Franziskus. Die Organisation „Beit el-Nour“, Partnerorganisation der Bewegung des Weltgebetstages, stellte ein Programm auf die Beine, das den Mädchen Lernen, sozial-pädagogische und therapeutische Begleitung ermöglicht, je nach Finanzlage sogar Freizeitangebote für die Kinder und ihre Geschwister, „die zumindest für einen begrenzten Zeitraum den Hauch einer normalen Kindheit vermitteln“, so Merz. Es sei vor allem der geregelte Alltag mit Lernen und der Beschäftigung mit altersgerechten Themen, der den Mädchen dabei helfe, die entsetzlichen Erinnerungen an Krieg und Flucht zu bewältigen. Merz: „In einer Situation, in der niemand weiß, welche Nachrichten der nächste Tag bringen wird, ist die Arbeit von ,Beit el-Nour‘ ein Rettungsanker für die verletzen Kinderseelen.“

Und wie geht es in Kelkheim weiter? Am 1. März feiert St. Franziskus Weltgebetstag. Ob wieder ein Projekt unterstützt wird, lässt Birgit Merz noch einmal offen. Doch habe die Stifte-Aktion „so eine Dynamik“ entwickelt, dass sich die Kelkheimer bestimmt weitere Aktivitäten vorstellen können.

(wein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare