VKS-Chef Rainer Brestel, hier bei einem Neujahrsempfang vor Corona im Bürgerhaus Fischbach, freut sich auf den Neustart des Gewerbevereins.
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VKS-Chef Rainer Brestel, hier bei einem Neujahrsempfang vor Corona im Bürgerhaus Fischbach, freut sich auf den Neustart des Gewerbevereins.

Wirtschaft:

Kelkheim: 2022 wird es nur einen offenen Sonntag geben

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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Gewerbeverein hält Mitglieder und Vorstand stabil.

Kelkheim. Wie lange Rainer Brestel schon Vorsitzender der Vereinigung Kelkheimer Selbständiger (VKS) ist? Der Chef des Gewerbevereins weiß es aus dem Kopf nicht genau. Die Zahl ist ihm weitaus weniger wichtig als andere Statistiken und Daten. Vor allem, dass die VKS nach zwei Corona-Jahren keinen Mitglieder-Einbruch erlitten hat und weiterhin bei rund 175 steht. Oder dass es in diesem Jahr wieder einige Veranstaltungen von und mit den Gewerbetreibenden geben soll.

Vor allem aber freut sich Brestel, dass sein Vorstandsteam bei der Mitgliederversammlung ohne Veränderungen wiedergewählt wurde und auch hier die Zeichen auf Kontinuität stehen. Die Zweite Vorsitzende Verena Hasler, Kassierer Erik Sonnemann, Schriftführer Volker Klausch sowie die Beisitzer Stephan Wolf, Jutta Beifuß und Dirk Stelzer stehen ihm zur Seite. Wobei sich der Vorsitzende über Nachwuchskräfte freuen würde. Brestel, um auf sein Grübeln zurückzukommen, ist seit sechs Jahren VKS-Chef, war vorher schon im Team aktiv.

Seine Mannschaft plant nun in den ersten Monaten ohne große Einschränkungen einen intensiven Neubeginn. Da ist zum einen der Kunstparcours mit dem Titel "Statt Galerie". Vom 17. bis 25. Juni machen bereits jetzt gut 20 Geschäfte, Firmen und Ateliers mit, um die Schaufenster und Räume mit passender Kunst zu verschönern. Mit dieser Idee, die Brestel im Orga-Team mit Silke Offermann, Christa Steinmetz und Hans-Peter Krecker umsetzt, wolle er die Stadt ein wenig "bunter machen". Am Samstag, 25. Juni, 16.30 Uhr soll es zum Abschluss auf dem Marktplatz neben einer Verlosung die Prämierung des schönsten ausgestellten Bildes geben. Die Bürger treten als Jury auf, die mit einem verteilten Plan die Stationen ablaufen können.

Starten will die VKS wieder mit ihren "Unter-uns-Treffen", um die Firmen bekannter zu machen. Hier ist die Discothek "City Club" die erste Station. Zudem wird sich der Gewerbeverein am erstmals präsentierten "Kelkheimer Sommer" am 16./17. Juli beteiligen, der in Kombination Stadtmarkt und Wäldchestag ersetzt. Dort kann sich die VKS begleitend wieder einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigen lassen. Eine eigene Initiative wird das Sommerfest am 10. Juli sein, das als "Ersatz" für den Neujahrsempfang im Beach-Club des Schlosshotels Rettershof Gäste aus Wirtschaft, Politik und anderen Bereichen zusammenbringen soll.

Keine VKS-Messe, aber "Neujahrsempfang"

Während die Stiefel-Spendenaktion an Nikolaus ein Klassiker ist, betritt die VKS mit zwei Hilfen Neuland: Sie möchte als Vermittler auftreten, wenn ukrainische Flüchtlinge einen Job suchen, betont Brestel - und kann von einem erfolgreichen Fall berichten. Und sie will mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz "Druck aufbauen", um für die Regionalbahn den 15-Minuten-Takt zu bekommen. Engagiert hat sich der Vorsitzende bereits im Gewerbegebiet Münster, um mehr Photovoltaik auf Firmendächer zu bringen. Erste Projekte gebe es - und auch neue Nachfrage bis in die Stadtmitte, freut er sich. Hingegen müssten die Unternehmen nach ausreichend Werbung durch die VKS nun schauen, ob sie sich der neuen Glasfaser-Technologie in der Stadt anschließen wollen. Brestel hofft, dass die Quote der Firma Giga-Netz erreicht wird.

Es gibt trotz aller Öffnungen auch noch eine Absage: Die VKS-Messe in der Stadthalle wird noch ein Opfer der Corona-Folgen und zu großen Risiken für die Unternehmen. Und somit kann es an diesem Wochenende im Herbst auch keinen zweiten verkaufsoffenen Sonntag geben. Ein langer Samstag sei aber geplant, so Brestel, der ebenso schon auf die Aktion "Heimatshoppen" der Industrie- und Handelskammer am 19. September hinweist.

Was er nach zwei Jahren ohne große Treffen aktuell beim "Neujahrsempfangs-Sommerfest" der Politik sagen würde? Er habe große Sorgen über die Zins-Anstiege bei den Banken. Womöglich würden dadurch Investitionen gebremst. Brestel will den Bundes- und Landtagsabgeordneten diese Sache schildern. Das und die hohen Inflationen "macht mir schon Sorgen", so der VKS-Chef. Dennoch seien die Kelkheimer Unternehmen bis auf wenige Ausnahmen am Ende einigermaßen und ohne Geschäfts-Aufgaben durch die Pandemie gekommen. Und nun, mit etwas Ruhe, hätte er noch einen langgehegten Wunsch an die Einzelhändler: einheitliche Öffnungszeiten.

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