Kommunalwahl

Kelkheim: AfD will nicht antreten

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Die AfD will bei der Kommunalwahl in Kelkheim und Liederbach niemanden ins Rennen schicken. Die Partei setzt stattdessen andere Schwerpunkte.

Kelkheim -Vor knapp zwei Wochen hatte die Kreistagsfraktion der AfD hohen Besuch in der Möbelstadt. Sie begrüßte den Bundessprecher Tino Chrupalla in der Stadthalle. Der Auftritt dort scheint die Menschen in der Stadt aber nicht so wirklich zu mobilisieren. Denn zur Kommunalwahl tritt die AfD in Kelkheim nicht an. Das bestätigt jetzt Evelyn Taylor, Mitglied des Kreisvorstandes, auf Anfrage dieser Zeitung. "Die AfD wird weder in Kelkheim noch in Liederbach zur Kommunalwahl antreten", teilt die Stellvertretende Sprecherin mit.

Zuletzt Aktion

gegen Veranstaltung

Auf weitere Nachfrage macht Taylor noch deutlich: "Ein weiteres Engagement im Stadtparlament von Bad Soden ist noch in der Schwebe. Ansonsten konzentrieren wir unsere Ressourcen auf den Kreistag." Diese beiden kommunalpolitischen Schwerpunkt-Aktivitäten hatte die AfD seit der Kommunalwahl 2016. Im Kreis kam die Partei bei ihrem ersten Anlauf auf 12,7 Prozent und zehn Sitze im Kreistag. In Bad Soden waren es 10 Prozent und vier Sitze. In den anderen Orten war sie nicht angetreten.

In Kelkheim war in den vergangenen Wochen spekuliert worden, ob die AfD ihren Hut in den Ring wirft oder nicht. Zuletzt hatte sich der SPD-Vorsitzende und Bürgermeisterkandidat Michael Hellenschmidt kritisch zu einem möglichen Start der AfD geäußert. Er zeigte dann ebenso wie andere Politiker Flagge rund um den Auftritt von Chrupalla in der Stadthalle. Das Bündnis "Main-Taunus - Deine Stimme gegen Rechts" hatte dazu aufgerufen. Juso-Kreisvorsitzende Lisa Henties aus Kelkheim habe "klare Worte gegen die AfD mit ihren diskriminierenden Phrasen", gefunden, teilt die SPD mit. Auch Vertreter des Bündnisses, von UKW, Grüne Jugend, der Linken, DGB, Antifa-BI und VVN-BdA äußerten sich.

Zum Nichtantritt der AfD in Kelkheim möchte Bürgermeister und UKW-Mann Albrecht Kündiger nicht viel sagen. "Da warten wir erstmal ab", meint er nur mit Blick auf die Meldefrist bis Anfang 2021. Dass die AfD die Stadthalle als Veranstaltungsort bevorzugt, müsse man akzeptieren, so der Rathauschef. Sie sei eine im Bundestag vertretene Partei und habe die Möglichkeit, die Halle zu mieten. "Das gehört zum Rechtsstaat mit dazu." Dennoch dürften die Fraktionen die Nachricht vom Verzicht der AfD mit doppelter Erleichterung vernehmen. Einerseits ist die Partei vor allem wegen ihrer bundesweiten Äußerungen und Schlagzeilen umstritten, andererseits erhöht das die Chancen der bewährten Gruppierungen bei der Wahl. Auch in Kelkheim wäre die AfD aus dem Stand für ein leicht zweistelliges Ergebnis gut gewesen.

Klar ist: Die fünf bisherigen politischen Gruppen werden wieder antreten. Die SPD hat ihre Liste zuerst verabschiedet, es folgte die CDU. Auch die Freien Wähler hatten schon Mitgliederversammlung und feilen an ihrem Namens-Papier. Die UKW will Mitte November die Liste verabschieden und dabei außerdem Amtsinhaber Albrecht Kündiger erneut offiziell zum Bürgermeisterkandidaten küren. Auch die FDP wird noch im November Beschlüsse fassen. wein

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