Eine riesige Mannschaft: Neben dem Vorstands-Kern hat das CDU-Team nun viele Beisitzer.
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Eine riesige Mannschaft: Neben dem Vorstands-Kern hat das CDU-Team nun viele Beisitzer.

Politik:

Kelkheim: "Bundes-CDU will dahin, wo wir hier wieder sind"

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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Union wird weiblicher und selbstbewusster.

Kelkheim. Das Foto vom neuen Vorstand der CDU spricht Bände: Denn die größte Partei der Stadt mit knapp 200 Mitgliedern ist gefestigter und weiblicher geworden. Alexander Furtwängler, mit 29 von 30 Stimmen erneut zum Parteichef gewählt, wird auf dem Foto von gleich drei Damen umrahmt: den neuen Stellvertretenden Vorsitzenden Carolin Eichhorn-Loftus und Lavinia Schrage sowie der neuen Schriftführerin Sonja Kövari. Die dritte Stellvertreterin Sabine Heffter fehlt sogar noch. Auf dem Bild ist auch die große Riege der Beisitzer zu sehen (Text unten). Nicht nur für Furtwängler ein Zeichen, dass die CDU wieder gefragt und das Interesse an der Mitarbeit groß ist. Corona und der Absturz der Bundes-Union hatten jedenfalls keine personellen Folgen in der Kelkheimer Partei. Furtwängler: "Wir lassen uns von einem Gegenwind aus Berlin nicht entmutigen."

Und deshalb kommen aus der Möbelstadt forsche Töne. Bei seinem Antritt vor zwei Jahren habe er angekündigt, die Kommunalwahl gewinnen und CDU-Bewerber Dirk Hofmann zum Bürgermeister machen zu wollen, blickt Furtwängler zurück. Mit fast 39 Prozent und 17 Mandaten im Parlament sei ein Ziel gelungen und eine Koalition mit SPD und FDP gebildet worden. Sie machte Hofmann zum Ersten Stadtrat, der mit der Kämmerei und Personalamt "Schlüsseldezernate" habe, "die ihm Gestaltungsspielräume geben". Und so stimmt Furtwängler die Mitglieder bei der Versammlung im Bürgerhaus Fischbach ein: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit Dirk bei der nächsten Bürgermeisterwahl auch wieder den Bürgermeister in Kelkheim stellen werden."

Sehr positiv sieht der alte und neue CDU-Chef auch das Kelkheimer "Deutschland-Bündnis". Der 56-Jährige findet: "Die Koalition ist gut aufgestellt, sie arbeitet gut, professionell konstruktiv und verlässlich miteinander." Die Koalitionsvereinbarung trage "in überwiegendem Maß die Handschrift der CDU". Es mache "richtig Spaß", sich mit SPD und FDP an einen Tisch zu setzen. Sehr regelmäßig gebe es Treffen, die dann wiederum in den Fraktionen abgesprochen werden.

Hofmann soll nächster Bürgermeister werden

Aktuell bestimmen neben dem Haushalt die großen Themen "Schlämmer" und "Hornau-West" die Runden. Wobei das Trio beim Baugebiet in Münster jetzt seine Pflöcke eingeschlagen hat. Es soll um ein kleines Stück wachsen, darüber hinaus nicht. Bei "Hornau-West" untermauert Furtwängler die CDU-Richtung: Die kleine Umgehungsstraße "Gagern-Spange" sei gewollt. Ebenso der gemeinsame Feuerwehrstützpunkt, wenn die Brandschützer aus Kelkheim, Hornau und Fischbach das gemeinsam wollen. Bei der Bebauung könnte es ein Stück über die zunächst angesagten zwei bis drei Hektar hinausgehen, weiß der Vorsitzende. Denn als Optionen sieht die CDU hier den Bau eines Supermarktes und eines Kindergartens. Mit den Anwohnern und der Bürgerinitiative habe es schon Gespräche gegeben, die Bedenken würden ernst genommen und abgewogen.

Hier schwenkt er zur Bundespolitik. Wenn 400 000 neue Wohnungen entstehen sollen, werde die neue Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP das nicht realisieren. "Das müssen wir, die Kommunen, bauen", fordert er, "denn da ist das Planungsrecht". Im Übrigen ist seine Philosophie, über den Parteien-Tellerrand hinaus nach Lösungen zu schauen. Mit der Verwaltung und der UKW-Spitze habe er zum Beispiel den Koalitions-Antrag zum "Ein-Euro-Stadtbus" weiter ausgearbeitet. Dann gestern Morgen mit einem anderen UKW'ler über die Kelkheimer Situation geredet. Und deshalb macht er auch deutlich, künftig sehr konstruktiv mit Bürgermeister Albrecht Kündiger zusammenarbeiten zu wollen.

Weniger positive Worte findet der Immobilienentwickler hingegen für die Parteifreunde in Berlin: "Das was bei uns gut läuft, läuft bei unserer Bundespartei schlecht." Es haben sich "Verschleißerscheinungen" auch im Wahlkampf gezeigt, "anfangen bei der Auswahl und Anzahl an Wahlplakaten über inhaltslose, bleilastige Wahlkampfbroschüren bis hin zu ständigen Giftpfeilen aus Bayern gegenüber dem Kanzlerkandidaten". Furtwängler: "Der Bundes-CDU steht ein Neuaufbau bevor, personell und auch inhaltlich. Sie wollen im Bund dahin, wo wir in Kelkheim wieder sind." Und wer soll Bundesvorsitzender werden? "Ich glaube, dass Friedrich Merz in der jetzigen Situation der geeignetste Kandidat ist, um die CDU neu aufzustellen." Ob er Kanzler-Bewerber in vier Jahren sein kann, diese Antwort lässt Furtwängler offen.

Riesiges Vorstandsteam

Der CDU-Vorstand ist nun eine riesige Mannschaft. Neben Furtwängler und "seinen" drei Damen im Kernteam gehören Schatzmeister Mathias Weiser, Mitgliederbeauftragter Thomas Weck sowie Fabian Beine, Alexander Fleischmann, Andreas Hessling, Andreas Meirer, Dominique Reinhardt, Jürgen Schnabel und Carsten Schrage als gewählte und Christian Barde, Norgard Ortwein-Horn, Larissa Weck und Eike Winter als kooptierte Beisitzer dem Vorstand an. Nicht mehr dabei sind die Stellvertreter Wolfgang Zengerling und Georg Schrage, der im Sommer 2020 starb.

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