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Kelkheim: Ein Japan-Abenteuer für die Jugend

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Von: Frank Weiner

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Die Japan-Prospekte in Händen, den Segen des Bundespräsidenten im Rücken: So kann für Max Kraushaar heute das Austausch-Abenteuer losgehen.
Die Japan-Prospekte in Händen, den Segen des Bundespräsidenten im Rücken: So kann für Max Kraushaar heute das Austausch-Abenteuer losgehen. © wein

Stadt-Mitarbeiter Max Kraushaar startet besonderen Austausch.

Kelkheim. Die Vorfreude, aber auch Anspannung ist Max Kraushaar schon anzumerken. Heute sitzt der 29 Jahre alte Kelkheimer im Flieger nach Japan. Während der zwölf Stunden Flug werde er sicher noch mal ein paar Vokabeln büffeln. Denn er reist in ein besonderes „Abenteuer“ und will gut vorbereitet sein. Gestern sitzt er noch plaudernd im Rathaus und erzählt von seinem Projekt, das ihn für zwölf Tage ins „Land der aufgehenden Sonne“ führt.

Kraushaar gehöre zur „Creme de la Creme“ von acht Deutschen, die beim Index-Programm der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) den Zuschlag erhalten haben, formuliert es Petra Bliedtner. Die Leiterin des Amtes für Jugend und Integration ist schon stolz, dass Kraushaar als Jugendarbeiter aus ihrem Team die Zusage unter deutlich mehr Bewerbern erhalten hat. Vielleicht auch, weil das Rathaus sehr hinter diesem Projekt steht, Bürgermeister Albrecht Kündiger betont: „Der Blick darüber hinaus, das Weltoffene zeichnet unsere Jugendarbeit aus, das ist eine besondere Note.“ Seit gut zehn Jahren ist die Stadt für ihre Jugend in diesem Bereich unterwegs, als „Kommune goes International“. Der Name „Kelkheim“ sei unter den Kollegen bundesweit schon ein Begriff, weiß Kraushaar.

Natürlich geht es bei diesem Projekt, wo die acht Deutschen - drei Frauen und fünf Männer zwischen 18 und 30 Jahren - auf die gleiche Anzahl an Vertretern aus Japan und Estland treffen, zunächst um die Förderung von Freundschaft und Verständigung. Aber es steht auch eine zentrale Fragestellung im Blickpunkt: „Wir können wir die Digitalisierung und Informationstechnologien nutzen, um unsere Gemeinden zu entwickeln und unsere Gesellschaften zu verändern?“ Dazu hat Kraushaar schon eine Präsentation erarbeitet, dazu wird er mit den Kollegen der drei Nationen in Englisch diskutieren, neue Perspektiven erarbeiten und in Regionalprogrammen in Japan an Ort und Stelle auch gleich antesten. Mit dabei sind Fachkräfte für Jugend und IT. Letztlich solle es ein Ziel sein, Ergebnisse mit nach Deutschland zu bringen, die für die Jugendarbeit in Kelkheim von Interesse sein könnten.

Nicht nur Bliedtner, Kündiger und Co. setzten auf das Programm, in Japan ist es sogar direkt beim Premierminister angesiedelt, wird von dort finanziert. Und es hat noch eine zweite Säule: Zeitgleich nimmt ein anderes Länder-Trio mit den Japanern, Mexiko und der Dominikanischen Republik seine Arbeit auf - hier geht es um die Themen „Arbeitsintensität und Katastrophenschutz“. Eine Vernetzung beider Gruppen sei aber durchaus willkommen, weiß Kraushaar. Und ihm ist auch bewusst, dass es sich hier um keine Urlaubsreise handelt. Da sei vieles schon zeitlich getaktet. Die Bewerber haben sich mehrfach vorbereitet, die erste Aktivität war schon Anfang 2021. Zu Beginn dieses Jahres folgten weitere Seminare, wo es dann besonders auch um Land und Leute, einen Knigge und die Sprache ging. Auch einen „Dresscode“ gebe es, schmunzelt Kraushaar, der sich dafür dann extra mal einen Anzug und Hemden zulegte. Besondere Formen wie die Verbeugung oder die Übergabe von Geschenken seien wichtig. So hat der Jugendarbeiter fleißig kleine Päckchen gepackt - um die 50 in einem zweiten Koffer: mit Süßigkeiten aus Deutschland, aber auch speziellen Mitbringseln der Kelkheimer Jugendarbeit von der Tasse bis zu kleinen Geldbörsen aus recycelten Werbeplanen.

Für Kraushaar, der Soziale Arbeit studiert hat und noch an seiner Bachelorarbeit über internationale Jugendarbeit schreibt, ist die Japan-Reise wohl erst der Beginn seiner weltweiten Aktivitäten. Im nächsten Frühjahr will er für unbestimmte Zeit nach Argentinien gehen, hatte dort bei einem Besuch 2019 schon Kontakte geknüpft. In beiden Fällen werde er als Bindeglied nach Kelkheim über Berichte auf Instagram (jugendarbeit_kelkheim), den Kontakte zur Jugend via Skype und auch den Schulen fungieren, berichtet Amtsleiterin Bliedtner. Denn gerade die Eichendorffschule habe selbst schon Kontakte in das südamerikanische Land. Zunächst aber steht Japan für Kraushaar an. Mit einem kleinen Haken: Der ehemals sehr aktive und erfolgreiche Handballer der TSG Münster ist fast 2 Meter groß. Er werde sehen, ob er dort dann durch alle Türrahmen passe, sagt er schmunzelnd.

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