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Kelkheim: Eine „Grande Dame“ der kleinen Künste

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Von: Frank Weiner

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Catherine Hueber und Bernd Gieseking, der nun zu ihrem Abschieds-Termin kommt.
Catherine Hueber und Bernd Gieseking, der nun zu ihrem Abschieds-Termin kommt. © privat

Catherine Hueber hat die Kulturgemeinde geprägt, nun sucht sie andere Aufgaben / Programm liegt vor.

Kelkheim. Wer sich in den vergangenen zehn Jahren mit Kultur in der Stadt beschäftigt hat, der kam um sie nicht herum: Catherine Hueber war auf vielen Bühnen und Schauplätzen präsent. Offiziell war sie einige Jahre Zweite Vorsitzende der Kulturgemeinde und für die Sparte Kleinkunst zuständig. Gemeinsam mit Glas-Künstlerin Anja Gilles und deren Initiative „Taunus Soul“ organisierte sie in der Stadt zudem verschiedene Festivals für Kunsthandwerk, Kultur und Kulinarik.

80 Aktivitäten seit September 2013

Doch nun wird sich die bekannte Kultur-Frau von einem Standbein verabschieden. Letztmals organisiert sie am Samstag, 21. Januar, den Jahresrückblick mit Kabarettist Bernd Gieseking (Text rechts), dann ist für sie Schluss bei der Kulturgemeinde, aus persönlichen Gründen. Näher möchte sie nicht darauf eingehen. Ein weinendes Auge gibt es: „Es war eine schöne Zeit, ich möchte sie nicht missen.“ Die Kulturgemeinde sei ja auch „ein toller Verein, da kann man viel draus machen“. Sie selbst hat einiges dazu beigetragen, insgesamt 80 Aktivitäten seit September 2013 organisiert und war bei 5 „Taunus Soul“-Festivals in der Organisation mittendrin.

Der Kultur wird Hueber in der Stadt aber erhalten bleiben. Gemeinsam mit Gilles möchte sie weiter bei „Taunus Soul“ mitwirken. Auch 2023 ist eine solche Feier geplant, die Termin- und Orts-Suche laufe bereits, kündigt die Kelkheimerin mit französischen Wurzeln an. Als sie damals mit ihrem Mann entschieden habe, nicht zurück in die Heimat zu gehen, da habe sie eine Aufgabe in der Möbelstadt gesucht. Und bei der Kulturgemeinde als Nachfolgerin für den langjährigen Vorsitzenden Peter Heß in der Sparte Kleinkunst gefunden.

Hier drückte sie dem Bereich in zehn Jahren ihren Stempel auf, holte bekannte Namen wie Suzanne von Borsody, Hans-Joachim Heist, Michael Fitz oder Barbara Ruscher in die Möbelstadt. Als die Pandemie kam, wurde sie erfinderisch, bot online zum Beispiel ein Krimi-Dinner an. Auch Giesekings Jahresrückblick war per Video abrufbar. Die Kooperation mit dem Kulturkreis Eppstein hebt sie hervor. Im Verein hat sie darüber hinaus die Facebook-Seite betreut, Fotos von Veranstaltungen gemacht. Und auf der Suche nach neuen Akteuren schaute sie regelmäßig bei der Künstlermesse in Freiburg vorbei, wo sie manches Talent für Kelkheim entdeckte.

Ob es neue Projekte gibt, das lasse sie offen. Natürlich würde sich die 66-Jährige wünschen, wenn die Kulturgemeinde weiter bei „Taunus Soul“ an Bord bleibt. Da soll es Gespräche geben. Der Vorsitzende Horst Ackermann jedenfalls bedauert es schon sehr, dass ein Motor des Vereins nun aufhört. „Es ist auf jeden Fall ein Verlust, Catherine Hueber hat hervorragende Arbeit geleistet.“ Doch die Kulturgemeinde müsse nun nach vorne schauen, „wir sind dabei, die Positionen neu zu besetzen“, sagt Ackermann. Denn neben Hueber ist auch die Sparte der Lesungen nicht offiziell besetzt. Der Vorsitzende ist offen für neue Lösungen und weiß, dass die Aktivitäten dort dann mit den handelnden Personen stehen und fallen: „Wer es organisiert, wird der Sparte seinen Stempel aufdrücken.“ So wie es im Fall von Hueber lange der Fall war.

Auf der Suche nach neuem Personal

Ein halbes Dutzend Veranstaltungen in jedem Bereich - das könnte laut Ackermann so ein Ziel ein. Beim Jazzclub, der Teil der Kulturgemeinde ist, übertrifft Ackermann das als Teil des Programm-Teams meist deutlich. Am grundsätzlichen Konzept soll sich nichts ändern. Stabil ist die Zahl der Mitglieder um 350 geblieben. Und stabil sind ebenso die weiteren Sparten. Angegliedert sind noch das Kindertheater, die Klassik, die Theatergruppe „Familie Krause“ und ein Bridgeclub.

Bernd Gieseking kommt am 21. Januar

Es ist schon eine kleine Tradition, dass die Kulturgemeinde das Kleinkunst-Jahr mit dem Jahresrückblick „Ab dafür!“ von und mit Bernd Gieseking startet. „Bis heute bedeutet das jährlich: Satire und Komik, Kommentar und Nonsens über den alltäglichen Wahnsinn des vergangenen Jahres. Eine rasante Achterbahnfahrt durch Peinlichkeiten und Höhepunkte der letzten zwölf Monate. Ein Jahresrückblick von A bis Z, über die Zeit zwischen Januar und Dezember, frech, schnell, sauber, komisch“, kündigt der Verein an. Los geht es am Samstag, 21. Januar, um 20 Uhr im Bürgerhaus Fischbach, Rathausplatz 3. Politik, Gesellschaft und Kultur, die elektronischen Medien und die Tagespresse liefern die Vorlagen für den Rückblick. Der Eintritt kostet 17 Euro, für Mitglieder der Kulturgemeinde sind es 15 Euro. Karten gibt es in der Kunst- und Bücherstube Tolksdorf, Frankenallee 6, bei Micha’s Lädchen, Langstraße 1b in Fischbach und Atelierglas Anja Gilles, Haingraben 8 A, in Fischbach. Reservierungen sind unter der Hotline 01 51 / 54 33 28 55 oder www.kulturgemeinde-kelkheim.de dann möglich.

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