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Kelkheim: Eine Polizistin „zum Anfassen“

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Von: Stefanie Kreuzer

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Kontaktfreudig und hilfsbereit: Auch mit Straßenmusiker Nenad kommt die neue „Schutzfrau vor Ort“, Manuela Lehbrink, in der Neuen Stadtmitte schnell ins Gespräch.
Kontaktfreudig und hilfsbereit: Auch mit Straßenmusiker Nenad kommt die neue „Schutzfrau vor Ort“, Manuela Lehbrink, in der Neuen Stadtmitte schnell ins Gespräch. © Kreuzer

Mit der neuen „Schutzfrau vor Ort“ Manuela Lehbrink kommt jeder sofort ins Gespräch.

Kelkheim. Hier ein kurzes Schwätzchen, dort ein fachkundiger Rat und sowieso immer ansprechbar beim Rundgang durch Kelkheim. „Mich hat noch nie jemand böse gesehen, ich bin eigentlich immer freundlich, ,aus dem Bauch heraus’, gelassen und ein Ruhepol“, beschreibt Manuela Lehbrink ihren Charakter. „Mit meiner unkomplizierten Art möchte ich Anderen helfen, Konflikte zu vermeiden“, steht daher auch auf dem Flyer, mit dem die Polizeioberkommissarin für sich als neue „Schutzfrau vor Ort“ wirbt.

In Kelkheim, Eppstein und Liederbach aktiv

Als polizeiliche Ansprechpartnerin steht sie jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um zu vermitteln, zu erklären und anzupacken. Seit August ist sie in dieser Funktion für den Bereich der Polizeistation Kelkheim - also für die Möbelstadt, Liederbach und Eppstein - zuständig und ergänzt das bisher dreiköpfige Team aus Florian Meerheim, David Ausbüttel und Christian Schneider, die schon seit längerem als „Schutzmann vor Ort“ in den Kommunen des Main-Taunus-Kreises unterwegs sind. Die speziellen regionalen Kontaktpersonen sind in der Regel zu Fuß unterwegs und können sich mehr Zeit für die Anliegen der Bürger nehmen. Gemeinsam ist allen Vieren auf jeden Fall die Freude am Umgang und an der Kommunikation mit Menschen sowie eine ganz besondere und verbindliche Zugewandtheit.

„Nach 30 Jahren Schichtdienst war es Zeit, mal etwas Anderes auszuprobieren, und ich freue mich sehr über diese neue Tätigkeit und mein vielfältiges Aufgabengebiet“, strahlt Lehbrink. Die 52-Jährige ist seit 1990 bei der Polizei und kam über Stationen in Frankfurt und Höchst nach Flörsheim, wo sie fast 20 Jahre lang ihren Dienst versah. „Das war immer sehr angenehm, und ich habe auch dort nie Probleme mit Bürgern gehabt“, erinnert sie sich. In Liederbach war sie nun bereits einmal mit der Bürgermeisterin Eva Söllner auf Streifengang, und das soll bald wiederholt werden: „Wir beide harmonieren sehr gut und können gut mit Leuten Kontakt knüpfen. Wenn dann jemand ein Anliegen hat, fällt es demjenigen leichter, uns anzusprechen.“

Dass niemand eine Hemmschwelle verspürt, auf sie zuzugehen, ist Lehbrink sehr wichtig, und so ist sie - gemeinsam mit einem der Kollegen - auch immer auf dem Kelkheimer Wochenmarkt mit einem Informationsstand vertreten. Dort ist sie niedrigschwellig ansprechbar, wenn es ein Problem gibt: „Da sehen die Bürger ganz unmittelbar, was wir machen, und geben uns direktes Feedback.“ Meistens seien es irgendwelche Parkverstöße, die den Leuten am Herzen liegen, aber gerade bei älteren Mitmenschen sei häufig auch Thema, dass diese auf eine Betrugsmasche reingefallen sind und nun (Opfer-)Beratung benötigen.

Bei einem gemeinsamen Rundgang mit ihrem Kollegen Christian Schneider durch Kelkheim wird schnell deutlich, wie leicht es ihr fällt, spontan Kontakt zu knüpfen. Ein Techniker, der gedankenverloren an der Elektrik einer Straßenlaterne schraubt, darf sich über ein paar Scherze freuen, und jeder Entgegenkommende, ob Kind oder Senior, wird freundlich gegrüßt. Vom Marktplatz aus geht es hoch bis zum Bahnübergang und dann parallel der Gleise zurück.

Eine spontane Einladung ins Café

Ein gepflegter Garten fällt direkt ins Auge, und prompt ist Lehbrink mitten im Gespräch mit dem Anwohner - und verspricht, im Sommer wiederzukommen, wenn alles blüht. In der Stadtmitte Süd wird sie auf das Laden-Café „Sonnenschein“ aufmerksam - beziehungsweise die Inhaberin Ana Hampf auf die Gruppe der Polizei mit Reporterin, und ruckzuck sitzt das Trio im Warmen und genießen eine leckere Waffel. Durch den Stadtpark „Sindlinger Wiesen“ führt der Weg dann zurück ins Wohngebiet entlang der Breslauer Straße, und prompt trifft Lehbrink auf eine Anwohnerin, die sich gerade mit einer Streife der Ordnungspolizei austauscht. Pferdeäpfel auf der Straße haben ihren Unmut erregt.

Auf dem Rückweg zum Marktplatz werden die beiden „Schutzleute vor Ort“ noch mehrmals angesprochen - in erster Linie geht es um nächtliche Ruhestörung in den Sindlinger Wiesen. „Das Problem ist halt, dass dann in diesem Moment meistens niemand die Polizei ruft, so dass wir viel zu spät oder nur vom Hörensagen davon erfahren und nichts mehr machen können“, wissen die beiden Beamten. Zum Abschluss des Rundgangs vollbringen sie noch eine gute Tat, indem einer älteren Dame ein Taxi gerufen wird, und der Straßenmusiker Nenad erzählt ihnen fröhlich, dass er gerne in Kelkheim steht und dort ein dankbares Publikum findet.

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