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Kelkheim: Erstes Nachbarschafts-Elektroauto soll bald anrollen

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Von: Frank Weiner

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Nah-Cars sollen bald auch in Kelkheim parken.
Nah-Cars sollen bald auch in Kelkheim parken. © Ruppert

Genossenschaft "Solar-Invest" steht in Startlöchern - Auch Anbieter "Mobileeee" will in möglichst alle Stadtteile expandieren.

Kelkheim. Autos zu "teilen", sie also gemeinsam zu nutzen - dieses Angebot besteht schon einige Jahre ganz grundsätzlich. Doch genutzt wurde die Möglichkeit bisher kaum. In der Möbelstadt wird die Beschleunigung bei den sogenannten Carsharing-Autos in den nächsten Monaten aber von null auf hundert in kurzer Zeit gehen. In Fischbach und Münster wird die Hofheimer Genossenschaft "Solar-Invest" zwei Nachbarschafts-E-Autos realisieren. Zudem plant Anbieter "Mobileeee", der mit einem Fahrzeug am Rathaus vertreten ist, sich in möglichst alle Stadtteile auszubreiten.

Das erste Projekt von "Solar-Invest" sollte Fischbach werden. Dort wohnt Vorstand Wolfgang Hoffmann, der im Stadtteil Kontaktperson für dieses Projekt ist. Weil sich aber die Installation der Ladesäule mit Stromanschluss für den Standort am Kreisel "Im Schulzehnten" verzögert hat, wurde dieses Car-Sharing vom "Nah-Car" am Hofheimer Kapellenberg überholt. Dort kann das Elektroauto seit Februar geteilt werden. Laut Hoffmann läuft das sehr gut, das Auto werde häufig gebucht. Die Gruppe der sogenannten "Möglichmacher", also der festen Bucher und Finanzierer, sei von elf um vier, fünf weitere Familien gestiegen.

So etwas wünscht sich das Vorstandsmitglied nun auch für Fischbach. Dort soll es bald losgehen. Das könnte einen Schub geben für das erste "Nah-Car" in Kelkheim, glaubt Hoffmann. Denn in Münster, beim zweiten Nachbarschafts-E-Auto am Kulturbahnhof, werde es noch zwei bis drei Monate dauern. Dort fehlen Stromanschluss und Ladesäule ebenso wie das Fahrzeug selbst. Hier gebe es Lieferschwierigkeiten, der so beliebte und geplante Renault Zoe sei gar nicht mehr zu haben, berichtet der Fischbacher. Weshalb sich die Solar-Invest und die fünf "Möglichmacher" schon nach einer ebenso erschwinglichen Alternative umschauen.

Drei weitere Projekte im Kreis für 2022

An den Start gegangen ist Mitte März inzwischen auch das "Nah-Car" an der Altkönigstraße in Kriftel. Hier sei eine private Initiative mit Stromanschluss von Vorteil gewesen, so Hoffmann. Im Kreis hat die Genossenschaft neben den beiden Kelkheimer Projekten, Hofheim und Kriftel noch zwei weitere Nachbarschaftsautos im Blick: In Wildsachsen gibt es Interesse, dort wurden die Bürger bereits informiert, doch es fehlen noch aktive Mitstreiter und ein Standort. In Schwalbach könnte es am ehemaligen Lokal "Mutter Krauss" eine Möglichkeit mit dem neuen Eigentümer geben, weiß der "Solar-Invest"-Fachmann. Für 2023 seien aber durchaus weitere Vorhaben im Kreis angedacht.

Die Nachfrage sei da, betont er. Die Genossenschaft aus Hofheim, die den Schwerpunkt in der Photovoltaik hat, habe mit dem "Nah-Car" ein erstes Angebot im Kreis schaffen wollen. Deshalb sieht es Hoffmann nicht zwingend als Konkurrenz, wenn sich Anbieter "Mobileeee" in Kelkheim in möglichst alle Stadtteile ausbreiten will. Umweltpolitisch sei jedes Engagement in diese Richtung zu begrüßen. Es sei ein anderer Ansatz, ein Auto an einem zentralen Punkt allen Bürgern zur Verfügung zu stellen. Hoffmann ist guten Mutes, dass beide Aktivitäten nebeneinander existieren können. Dass immer mehr Menschen auf das Zweit- oder Erst-Auto verzichten, wenn es eine attraktive Alternative gibt.

Genau das hofft auch Bürgermeister Albrecht Kündiger, weshalb er die Engagements der Genossenschaft und des Unternehmens jeweils begrüßt. In jedem Stadtteil ein Car-Sharing-Angebot zu haben, das sei schon sein Ziel. Noch sei der Markt überschaubar. Und wenn es wirtschaftlich darstellbar ist, seien die Konzepte interessant, so Kündiger. Die Stadt ist aktuell dabei, mit dem Anbieter "Mobileeee" nach den weiteren Standorten zu schauen.

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