Der neue Magistrat mit (v. l.): Wolfgang Zengerling (CDU), Heinz Kunz (FDP), Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW), Thomas Weck (CDU), Thomas Zellhofer (SPD), Alexander Furtwängler, Michael Jung (beide CDU), Stefan Thalheimer, Sabine Mündlein-Dosch, Wolf-Dieter Hasler (alle UKW), Kay Möller (FW), Eusebia Talavera-Lopez (UKW).
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Der neue Magistrat mit (v. l.): Wolfgang Zengerling (CDU), Heinz Kunz (FDP), Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW), Thomas Weck (CDU), Thomas Zellhofer (SPD), Alexander Furtwängler, Michael Jung (beide CDU), Stefan Thalheimer, Sabine Mündlein-Dosch, Wolf-Dieter Hasler (alle UKW), Kay Möller (FW), Eusebia Talavera-Lopez (UKW).

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Kelkheim: Es bleibt kunterbunt in der Stadtregierung

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Bekannte Persönlichkeiten im Magistrat - Dezernatsverteilung offen, da noch Zuwachs geplant ist.

Kelkheim. Vor fünf Jahren kam es in der Stadtverordnetenversammlung zum Eklat. Es war die erste Sitzung unter dem damals neu gewählten Stadtverordnetenvorsteher Wolf-Dieter Hasler (UKW). Die Wahl des Magistrats über die eingereichten Parteilisten stand an. Doch eine Stimme war ungültig, weshalb sich das Berechnungsmodell verschob. Die UKW erhielt einen Sitz mehr im Magistrat, die Freien Wähler gingen leer aus. Das Theater zumindest für den Moment war groß.

Nun ist die Welt wieder in Ordnung. Denn im neuen Magistrat sind alle Fraktionen vertreten, die Wahl in der konstituierenden Sitzung lief glatt. Weshalb die neue Stadtverordnetenvorsteherin Julia Ostrowicki (SPD) aufatmete und zugab, sie sei hier aufgeregter gewesen als bei ihrer eigenen Wahl einige Minuten zuvor.

Die neue Stadtregierung wird morgen zum ersten Mal tagen. Nicht mehr dabei sind dann Karin Otto, Christina Dornauf und Volker Dosch (alle UKW), Hans-Walter Müssig (SPD) und Burgunda Laumen-Brunner (CDU). Sie haben zum Teil viele Jahre in dem Gremium mitgewirkt und wurden im Parlament verabschiedet (Bericht folgt). Doch der Magistrat ist trotzdem sehr bunt geblieben und mit bekannten Persönlichkeiten aus Kelkheim gespickt.

Die CDU hat hier weiter vier ehrenamtliche Vertreter mit ihrem Parteichef Alexander Furtwängler, dem langjährigen Feuerwehrdezernenten Thomas Weck, Parlaments-Alterspräsident Wolfgang Zengerling und neu Michael Jung, dem Vorsitzenden der "Bürger für Hornau". Mit Thomas Zellhofer sendet die SPD auch einen Bürgervereins-Chef in das Gremium, er führt den Verein "Stimme für Ruppertshain". Noch ein aktiver Ehrenamtler sitzt mit FDP-Mann Heinz Kunz weiter im Magistrat, er war in den vergangenen fünf Jahren für Stadtteile und einige Vereine zuständig.

Für die Sportgruppen wiede-rum war zuletzt Stefan Thalheimer von der UKW da, der auch Bürgermeister Albrecht Kündiger stets vertrat. Ex-Parlamentschef Hasler ist für die Wählerinitiative in den Magistrat zurückgekehrt. Hier war Eusebia Talavera-Lopez zuletzt für Religionsgemeinschaften zuständig, während die vierte UKW-Kraft Sabine Mündlein-Dosch bisher im Stadtparlament saß. Das Gremium wird komplettiert von Kay Möller, aktiv im Vorstand der Bürgerstiftung. Sie ist aber auch Eigentümerin des Grundstücks am Gagernring, um das wegen der Erweiterung der Richter-Schule ein langwieriger juristischer Streit entbrannt ist.

Bürgermeister Kündiger will sich zum Start mit seinen neuen Magistratskollegen mit solchen oder anderen möglichen Reibungspunkten nicht beschäftigen. Er freue sich über eine "bunte Mischung" in der Mannschaft und habe zum Beispiel mit Kay Möller schon vor Jahrzehnten gemeinsam für ein Jugendzentrum gekämpft. Heinz Kunz wiederum war sein Handballtrainer.

Wie er als Chef des Magistrats nun die Arbeit aufteilt, darüber will sich Kündiger in diesen Tagen Gedanken machen, sagt er dieser Zeitung. Bisher habe er als Bürgermeister die Gesamtverantwortung über alle Dezernate gehabt. Den ehrenamtlichen Stadträten seien aber schon Aufgabengebiete zugeteilt worden, um ihn dabei zu unterstützen - etwa ist Furtwängler als Wirtschaftsdezernent mit zur Immobilienmesse Expo Real nach München gefahren, und Dornauf hat sich um den Ausländerbeirat gekümmert. Sehr geschätzt sei auch Weck als Bindeglied zur Feuerwehr, weshalb sich Kündiger diese Personalie weiterhin vorstellen kann. Die Aufgabenverteilung sei "sehr gut und wichtig", aber nicht mit einer Personalverantwortung verbunden gewesen, betont der Bürgermeister. Kündiger freut sich auch, dass nun alle gewählten demokratischen Parteien mit mindestens einer Kraft im Magistrat vertreten seien. Dieses Credo sei ihm als langjähriger Politiker immer wichtig gewesen, betont der UKW-Mann.

Mit Erstem Stadtrat konstruktiv arbeiten

Sehr wahrscheinlich ist auch, dass der Magistrat in den kommenden Monaten noch einmal wächst. Denn die neue Koalition aus CDU, SPD und FDP hat sich dafür ausgesprochen, den Posten des hauptamtlichen Ersten Stadtrats wieder zu besetzen - und der gehört kraft Amtes dann der Stadtregierung an. Das Bündnis spricht sich dafür aus, dass der gegen Kündiger unterlegene CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Hofmann diesen Posten einnehmen soll. Der ehemalige Fraktionschef arbeitet als Steuerberater in Kelkheim - so läge für ihn das Dezernat Finanzen nahe. Ein ehemaliges CDU-Mitglied spekuliert in einem Leserbrief (Text links) aber schon, dass Kündiger den "Vize" zum "Frühstücksdirektor" degradieren könnte. Der Bürgermeister klingt indes überhaupt nicht so. Wenn ein Erster Stadtrat gewählt werde, "dann werde ich mit ihm sehr gut und konstruktiv zusammenarbeiten - dafür bin ich gewählt worden". Klingt also nach einem künftigen Tandem, das sich gut ergänzen kann.

Die wichtigste Personalie im Parlament war der Wechsel des Stadtverordnetenvorstehers von Wolf-Dieter Hasler (UKW) zu Julia Ostrowicki (SPD), was der neuen Koalition aus CDU, SPD und FDP geschuldet ist. Doch das Trio musste sich an diesem Abend noch einmal bewähren. Für den Fachbeirat in der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft hatte das Bündnis CDU-Parteichef Alexander Furtwängler vorgeschlagen. Die UKW stellte mit Wolfgang Ellwitz einen Gegenkandidaten auf, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder um Verkehrsthemen wie den 15-Minuten-Bahntakt gekümmert hat. Doch letztlich stand die Koalition, Furtwängler wurde gewählt. In die MTV-Gesellschafterversammlung gehen Matthias Weiser (CDU) und Wolfgang Coy (UKW).

Ohne Diskussion fiel das Votum für Altbürgermeister Thomas Horn (CDU) aus, der in die Verbandskammer des Abwasserverbandes rückt. Als Zeichen der guten Zusammenarbeit sieht die Koalition die Personalie, Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) weiter als Nummer eins in die Kammer des Regionalverbandes zu entsenden. Seine Stellvertreter sind Dirk Hofmann (CDU) und Julia Ostrowicki.

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