Die Fläche am Großen Haingraben.
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Die Fläche am Großen Haingraben.

Stadtplanung:

Kelkheim: Gespräche: Awo-Heim am Großen Haingraben?

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Neuer Kurs bei Areal im Zentrum in Sicht.

Kelkheim -"3 D-Modell soll her. Was wird aus dem Haingraben?" Das schrieb diese Zeitung vor mehr als zwei Jahren und gab damit offiziell ein letztes Lebenszeichen ab zu einem umfangreicheren Bauprojekt in der Stadtmitte. Dem am Großen Haingraben zwischen Penny-Markt auf der einen sowie Getränkemarkt und "Haus der Senioren" auf der anderen Seite sollten vier Wohngebäude mit insgesamt rund 50 Einheiten entstehen. Für ein entsprechendes Bebauungskonzept hatte die Kelkheimer Politik Anfang 2018 grünes Licht gegeben.

Doch seitdem ruht der See vor den Kulissen still. Der Ball liegt mit dem Beschluss der Stadtverordneten wieder auf Seiten des Eigentümers, der Kokabpick-Rahbari-Grundstücksverwaltungsgesellschaft in Kelkheim. Ein Kontakt zum Investor war nicht zu bekommen - weder direkt noch über die Stadt Kelkheim. Bürgermeister Albrecht Kündiger räumt immerhin ein, dass es neue, weitreichendere Ideen gebe. Diese Umplanung sei umfangreich, das sei wohl ein Grund für die Verzögerung. Auf Nachfrage wird der Bürgermeister noch etwas konkreter. Möglicherweise werde es kein privates Wohnprojekt am Großen Haingraben mehr sein. Eine Option könnte die Einbindung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Hessen-Süd sein. Sie betreibt am Kelkheimer Kloster das Pflegeheim "Haus Mainblick". Es ins Zentrum zu verlegen, das könnten "neue Überlegungen" sein, äußert sich der Bürgermeister noch sehr vorsichtig.

Neuer Beschluss der Politik?

Immerhin rechnet Kündiger nach den Sommerferien mit neuen Entwicklungen und dann auch mit einem neuen Grundsatzbeschluss der Parlamentarier. Denn mit Blick auf die lange Verzögerung will auch er an dem Thema "dran bleiben". Nur dass aktuell der Eigentümer und möglicherweise die Awo am Zug sind.

Vom Betreiber für das "Haus Mainblick" gibt es recht offene Worte zur Sache zu hören. Susanne Magnus, bei der Awo Hessen-Süd für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, hat im Hause schnell nachgefragt und erfahren, dass zunächst einmal der Mietvertrag für die Immobilie am Kloster um drei Jahre verlängert worden sei. Doch sie bestätigt auch erste Ideen und Vorplanungen, vielleicht in eine zentrale Lage in der Kommune umzuziehen. Mit der Stadt habe es da Gespräche gegeben. "Es ist aber jetzt nicht so, dass wir morgen die Schaufel auspacken und übermorgen die Koffer packen", sieht die Awo-Sprecherin das Thema noch in einem sehr frühen Stadium.

Es gebe schon länger Ideen, dass ein solcher Umzug vom Außenbereich ins Zentrum der Möbelstadt für das Pflegeheim Sinn ergeben würde. Solche Häuser "auf der ,grünen Wiese' - diese Zeiten sind vorbei", weiß Magnus. Eine attraktivere Immobilie mit einem anderen Zuschnitt, das sei für die Awo durchaus vorstellbar. So gibt es am "Mainblick" derzeit 89 vollstationäre Pflegeplätze, darunter fast nur Doppelzimmer. Die aber seien nicht mehr so zeitgemäß. In Bruchköbel zum Beispiel eröffnet die Awo bald ein Pflegeheim komplett mit Einzelzimmern. "Der Trend ist eindeutig", sagt Susanne Magnus. Dennoch sind in Kelkheim sicher einige weitere Gespräche nötig für ein solches Großprojekt. Aber immerhin gibt es zum "Großen Haingraben" jetzt nicht mehr nur noch Rätselraten, sondern ein paar neue Erkenntnisse.

Kreis bringt dort junge Flüchtlinge unter

Im "Haus Mainblick" sind zudem unbegleitete minderjährige Ausländer untergebracht. Dort leben nach Auskunft des Kreises derzeit elf junge Menschen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren, darunter acht Afghanen, zwei Pakistani und ein Syrer. "Alle Plätze sind belegt. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Angebot für Heranwachsende, die dort erfolgreich auf eine eigenständige Lebensführung vorbereitet werden, so dass es von unserer Seite keinen Anlass für Veränderungen gibt", teilt Sprecherin Katrin Förster mit.

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