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Ein Renovierungsfall: Ende Juni gibt der Kreis die Flüchtlingsunterkunft Weilbacher Straße in Münster ab.

Schließung im Juni

Main-Taunus-Kreis schließt Flüchtlingsunterkunft in Kelkheim – weitere Nutzung des Gebäudes offen

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Die Zahl der Flüchtlinge in Main-Taunus-Kreis geht zurück, viele erhalten ein Bleiberecht. So schließt der Kreis nach und nach Unterkünfte. In Kelkheim ist nur ein Fall geplant.

Kelkheim - Der Main-Taunus-Kreis bestätigt, was in Kelkheim schon seit einigen Tagen die Runde macht. Die Flüchtlingsunterkunft Weilbacher Straße in Münster „wird nach derzeitiger Planung Ende Juni geschlossen“, teilt Kreishaus-Sprecher Johannes Latsch auf Anfrage mit. Derzeit sind dort 32 Personen untergebracht, in Spitzenzeiten waren es 40 – das ist die volle Kapazität. Aber Latsch macht nach dieser Schließung aufgrund sinkender Flüchtlingszahlen deutlich: „Weitere Unterkünfte in Kelkheim sollen nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht geschlossen werden.“

Das Mehrfamilienhaus an der Ecke Weilbacher Straße/Johann-Strauß-Straße, das ehemalige „Hotel Müller“, ist die am längsten bestehende Unterkunft für geflüchtete Menschen in Kelkheim. Was nach dem Rückzug des Main-Taunus-Kreises als Mieter passiert, kann auch Bürgermeister Albrecht Kündiger nicht sagen. Denn das Haus ist in Privatbesitz. Doch die Stadt hat das Gebäude natürlich im Visier, wenn es um dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum geht. Darüber mache sich die Kommune Gedanken, sagt der Bürgermeister und weiß, dass die Unterkunft sicher renoviert werden muss.

Kauft die Stadt Kelkheim das Gebäude?

Schon in Ruppertshain war die Stadt in ähnlicher Richtung aktiv, hat eine ehemalige Flüchtlingsunterkunft an der Robert-Koch-Straße erworben – dort könnte günstiger Wohnraum entstehen. Kündiger betont, der Kreis dürfe keine „Obdachlosigkeit produzieren“, wenn er solche Häuser wie die Weilbacher Straße abgibt und dann keine Alternativen zur Verfügung stehen.

Viele Menschen haben inzwischen das Bleiberecht, weshalb sie offiziell in die Obhut der Kommunen kommen. Deshalb betont der Rathauschef: „Wenn ich etwas mache, dann nicht, um Luxuswohnungen zu bauen.“ Das aber ist direkt auf der anderen Straßenseite schon einmal gründlich schief gelaufen. Dort sollten in einem Mehrfamilienhaus, das über die Stadtentwicklungsgesellschaft gebaut wurde, auch günstige Wohnungen entstehen. Doch verlor die Stadt das Projekt aus bisher nicht genau bekannten Gründen aus dem Blick, und teure Eigentumseinheiten sind daraus geworden. Ein großes Ärgernis, über das keiner mehr so recht reden will. Und das auch die Kelkheimer Politik nicht aufgearbeitet hat oder aufarbeiten wollte.

271 Flüchtlinge leben in Kelkheim

Insgesamt sind in der Möbelstadt 271 Flüchtlinge untergebracht, teilt der Kreis mit. Sie sind verteilt auf Unterkünfte an der Wiesenstraße (10), Robert-Koch-Straße (drei Unterkünfte mit 9, 27 und 38 Bewohnern), der Weilbacher Straße, Wilhelmstraße (40), Langstraße (24) und Frankfurter Straße (95). Zudem gibt es noch die unbegleiteten minderjährigen Ausländer. Von den hier im Kreis 273 betreuten jungen Menschen leben 54 in Kelkheim – in einer vollstationären Einrichtung und zwei Wohngruppen. 

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