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Im Januar ist auf der B519 ein junger Motorradfahrer ums Leben gekommen. 

Verkehr

Nach Unfällen: Blitzer an der B519 in Kelkheim kommt

Die Stadt will an der Bundesstraße ein Gehäuse aufstellen, in dem die eigene mobile Blitzeranlage zum Einsatz kommen soll. Rund 60.000 Euro soll das kosten.

Kelkheim - Der stationäre Blitzer an der B 519 (Höhe Hauptfriedhof) wird kommen, einen Kreisel hat die Politik aber nicht aus den Augen verloren. Das ist das Ergebnis der Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA). Die Mehrheit war dafür, die CDU enthielt sich noch. Denn die Vorlage der Verwaltung war erst kurzfristig zugegangen, da der Main-Taunus-Kreis erst vor wenigen Tagen die Stadt um die Installation gebeten hatte. Letztlich sind sich Stadt, Kreis, Polizei und Hessen Mobil einig, dass an der Stelle etwas passieren muss und der Blitzer die richtige Lösung ist.

Trauriger Ausgangspunkt war ein tödlicher Unfall im Januar. Danach hatte der Kreis auch die Geschwindigkeit aus Richtung Hofheim auf 60 gedrosselt. Die Polizei hat zudem eine gute Woche ein Tempomessgerät aufgestellt. Mit dem erschreckenden Ergebnis: Jeder zweite Fahrer in beide Richtungen war zu schnell. "Mir geht es darum, dass wir eine gewisse Konsequenz ziehen", sagte Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW). Er hob vor allem die emotionale Seite hervor und drängte auf eine Entscheidung. Eine Vertagung des Themas womöglich bis in den Herbst hinein, könnten die Nahestehenden des Unfallopfers "nicht nachvollziehen".

Ordnungsamtschef Torsten Kleipa setzt auf Abschreckung – Kelkheim will sein mobiles Blitzgerät einsetzen

Ordnungsamtschef Torsten Kleipa erläuterte, wie sich die Stadt die Umsetzung vorstellt. An der Stelle habe es vor dem Todesfall schon viele Karambolagen gegeben - vor allem Auffahrunfälle beim Abbiegen auf die Bundesstraße. Für die Stadt ist es mit 150 Stunden in vier Jahren ein Schwerpunkt beim Einsatz des mobilen Blitzers. Freigegeben wurden nun 60 000 Euro. Das reicht nicht für eine neue Anlage, vergleichbar den Säulen in Eppstein und Liederbach. So etwas kostet laut Kleipa über 100 000 Euro.

Kelkheim will sein mobiles Blitzgerät einsetzen. Es soll in einem Außengehäuse untergebracht werden, das die Stadt an der B 519 anbringen lassen will. Hülle und Stromanschluss über eine längere Strecke schlagen mit rund 60 000 Euro zu Buche. "Man sieht dem Gehäuse nicht an, ob es in Betrieb ist oder nicht", sagt Kleipa und setzt auf Abschreckung. Klar ist: Rund um die Uhr wird dort mit dieser Variante nicht geblitzt - allerdings lässt die Auslastung der mobilen Anlage Luft nach oben. Ein weiterer Vorteil: Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes müssten für die Anlage nicht mehr geschult werden. Die moderne städtische Technik kann auch Motorradfahrer messen.

Politik hat nichts gegen einen Kreisel – Werden weitere Blitzer in der Stadt aufgestellt? 

Die Politik machte deutlich, dass sie nichts gegen einen Kreisel habe. Die SPD hatte vorab einen Antrag zur Prüfung verfasst. Die CDU um Chef Dirk Hofmann sieht im Blitzer nicht die beste Lösung und würde gerne den SPD-Antrag verfolgen. Michael Trawitzki (FDP) ärgerte sich, dass der Kreis etwas beschließe und die Stadt zahlen müsse. Er ist zwar für den Blitzer, aber andere Lösungen wie der Kreisel und eine Ampel sollten weiter Thema bleiben. UKW-Chefin Doris Salmon findet die Idee mit dem Gehäuse prima. Sie regte daher an, gleich weitere Hüllen zur Abschreckung in Kelkheim aufzustellen.

Laut Kleipa ist ein Kreisel an der B 519 nicht möglich, da die Einfahrt eine zu untergeordnete Rolle spiele. Zudem würden "etliche Jahre ins Land gehen, bis sich etwas tut". Die Stadt könne nur Wünsche äußern, Hessen Mobil müsse das anordnen. Kündiger machte den Vorschlag, den Kreis einzubinden. "Das würde die Forderung erheblich verstärken, wenn der MTK auch dahinter steht." So soll es parallel zum Blitzergehäuse nun noch ein Gespräch mit dem Kreis geben.

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