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Kein schöner Anblick und obendrein schädlich für die Umwelt: Die Mülleimer beim Weihnachtsmarkt in Münster quollen über mit Plastikbechern. Die UKW will nun Mehrwegtassen einführen.

Umwelt

Vorstoß in Sachen Müllvermeidung: Mit Mehrwegbechern gegen Plastikflut

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Überquellende Mülleimer, Plastikgeschirr und Wegwerf-Becher: Damit soll auf den Weihnachtsmärkten 2019 Schluss sein. Die UKW hat im Stadtparlament Verbesserungsvorschläge gemacht, die auf einhellige Zustimmung stießen.

Kelkheim - Auch wenn Stadtrat und Mitorganisator Heinz Kunz (FDP) im Parlament betonte, dass es Mehrweg-Geschirr beim Weihnachtsmarkt in Münster längst gebe – dieses Bild spricht Bände: Die UKW hat es im Plenum verteilt. Es zeigt einen Mülleimer und eine Tonne bei eben jenem Weihnachtsmarkt in Münster, die mit Plastikmüll überquellen. Zahlreiche Becher und Teller liegen außerdem längst auf dem Boden verteilt.

Ein Bild, das die UKW-Fraktion so nicht mehr bei den Weihnachtsmärkten in Kelkheim sehen möchte. Sie fragt: „Muss das sein?“ Die klare Antwort der Politik gab es schon im Parlament: So etwas möchte keiner, Verbesserungen sind erwünscht. Die UKW hat sie in einem Antrag zusammengefasst, der einstimmig in den Ausschuss zur weiteren Beratung verwiesen wurde. Ziel soll es sein, schon bei den Weihnachtsmärkten 2019 auf Einwegbecher an den Ständen zu verzichten und Glühweintassen auszugeben.

Der Antrag der UKW umfasst vier Aspekte: Zunächst soll die Verwaltung ein Konzept zur Mehrwegnutzung erarbeiten, dabei mit den Vereinsringen Kontakt aufnehmen und positive Erfahrungen anderer Kommunen wie Idstein einfließen lassen. Als Folge daraus sollen die Genehmigungen für einen Stand künftig mit dem Hinweis versehen werden, „dass den Marktteilnehmern die Ausgabe von Einwegbechern untersagt wird“. Das Mehrwegsystem soll mit etwas Tempo schon in diesem Jahr umgesetzt werden und in der Folge auf andere städtische Veranstaltungen ausgedehnt werden – vom Stadtmarkt bis zum „Du-und-Ich-Tag“.

Die UKW begründet ihren Vorstoß mit dem Umwelt-Aspekt. Laut einer Quelle des Naturschutzbundes fielen in Deutschland im Jahr 2017 allein 105 000 Tonnen Kunststoffabfälle und To-go-Verpackungen zum Mitnehmen an. Die Europäische Union plane, den Verkauf von Einweggeschirr aus Plastik im Jahr 2021 zu verbieten. Das möchte die UKW schon etwas vorziehen. „Der Antrag soll dazu beitragen, unnötigen Abfall zu vermeiden und die Straßen in der Vorweihnachtszeit sauberer zu machen“, so die Fraktion. Vorsitzende Doris Salmon betonte, den Vereinen soll hier nichts übergestülpt werden – ein bereits praktiziertes Mehrweg-Konzept könne durchaus beibehalten werden.

Die UKW macht allerdings schon einen Vorschlag, wie das Ganze umgesetzt werden kann. Die Stadt soll die Tassen anschaffen. Sie sollen keine Jahreszahl bekommen, damit sie jedes Jahr wieder genutzt werden können. Es handelt sich um Pfandbecher, die mit Kelkheimer Motiven gestaltet werden könnten. Über eine zentrale Spülstation könnten sie von den Ständen gegen Pfand ausgegeben und wieder zurückgenommen werden. So können die Becher über den Markt „wandern“ und landen am Ende wieder in der Spülstation. Auch für weiteres Geschirr sollte eine Umsetzung geprüft werden.

Die Grundidee kam im Parlament bereits gut an. Die Junge Union habe beim Markt in Fischbach schon auf Einweggeschirr verzichtet, berichtete Fabian Beine (CDU). Mit der Idee werde der EU-Vorgabe schlicht vorgegriffen. Auch Eckart Hohmann (SPD) machte sich für eine schnelle Umsetzung stark. Allerdings sei der Kauf der Tassen für die Stadt mit Investitionen verbunden. Und die Vereine müssten stark eingebunden werden, damit ihnen die Stadt die Arbeit an den ohnehin stressigen Markttagen nicht noch schwerer mache.

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