hkk_gartenschlaefer_221020
+
Putzig: der Gartenschläfer in der Kiste beim Nickerchen.

Tiere:

Kelkheim: Hier macht "Zorro" sein Nickerchen

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
    schließen

Gartenschläfer breitet sich aus - süßer Fund im Garten Kunz.

Münster. Da staunte Stadtrat und Naturfreund Heinz Kunz nicht schlecht. Er wollte eigentlich mehrere Vogelhäuschen in seinem Garten saubermachen. Eins hob er von unten herunter, konnte also noch nicht hineinschauen. Dann die Überraschung: Ein Gartenschläfer hatte es sich dort gemütlich gemacht und bereits den Winterschlaf begonnen. Kunz holte schnell eine Holzkiste, stattete diese mit Moos und anderem Grün aus - und gab dem putzigen Tierchen von der Größe einer Ratte ein neues Zuhause. Zum Glück wachte der neue Freund dabei nicht auf. Nun steht die Kiste unweit von dem zweckentfremdeten Vogelhaus, aber sicher vor Fressfeinden, berichtet Kunz. Diese Ratschläge hat er sich vom bekannten und engagierten Kelkheimer Naturschützer Willi Westenberger geben lassen.

"Da wird er jetzt hoffentlich überwintern", sagt Kunz. Im Sommer habe er zwei Gartenschläfer bereits in einem Holzstoß im Garten seiner Tochter gesichtet. Im eigenen Grün bietet der Münsterer einigen Tieren eine Heimat. Allein die Meisen in den Vogelhäuschen hätten dieses Jahr acht Junge ausgebrütet, hat Kunz beobachtet. Zudem werden in seinem Garten Rotschwänze, die kleine Gartengrasmücke und natürlich Amseln gesichtet.

Der Gartenschläfer (rund 100 Gramm schwer) hat sich laut Naturschützer Westenberger hier in der Region "etabliert". Mehr als die "Familienmitglieder", der Siebenschläfer (120 Gramm), der ganz seltene Baumschläfer und die kleine Haselmaus (22 Gramm). Auch auf dem Friedhof hat Westenberger drei von "Zorro" belegte Nistkästen ausgemacht. Den Namen verwendet der Experte deshalb, weil der Gartenschläfer eine Gesichtsmaske wie der frühere Fernsehheld hat. Den Winterschlaf beginnt er meist im September bis etwa März. Der Siebenschläfer sei sogar zwischen sieben und neun Monaten in seinem Quartier. Wenn dort ein Mensch störe, sei das im Tiefschlaf der Tiere nicht so schlimm, betont Westenberger. Im Idealfall das Tier einfach in der Behausung belassen oder es vorsichtig wieder hinein betten. Der Gartenschläfer zum Beispiel sei zusammengerollt wie eine Kugel. Westenberger hat einmal ein Exemplar mit gleich sechs Jungen entdeckt. Die Tiere dieser Familie seien als Insektenvertilger sehr nützlich, berichtet er. Und sie stehen unter Naturschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare