Förster Jeremias Gottschalk.
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Förster Jeremias Gottschalk.

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Kelkheim: Jeremias Gottschalk könnte der neue Förster werden

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Vor-Vorgänger Christian Witt arbeitet den Betriebsassistenten derzeit ein.

Kelkheim. Bürgermeister Albrecht Kündiger hat ihn bei mehreren Terminen zuletzt schon als den kommenden Förster für Kelkheim vorgestellt. Ganz so weit ist es zwar noch nicht, aber es sieht gut aus für Jeremias Gottschalk. Vielleicht schon Anfang November, dann endet seine Probezeit beim Forstamt Königstein, könnte der 34-Jährige offiziell für den Kelkheimer Stadtwald zuständig sein. Aktuell ist er seit Anfang Mai bei Hessen-Forst als Forstbetriebsassistent angestellt. Die Leitung des Reviers hat kommissarisch Christian Witt, der früher fast 30 Jahre für Kelkheim zuständig war. Auf ihn folgte Martin Kunze 2016. Er war aber am 1. April in die Obere Forstbehörde ans Regierungspräsidium Darmstadt gewechselt und nach Südhessen umgezogen. Deshalb musste eine Rochade her, mit Routinier Witt als Übergangslösung, der den designierten Förster Gottschalk einarbeiten soll.

Das funktioniert schon sehr gut. Bei vielen Terminen sind die Wald-Fachleute im Gespann aufgetreten. Im Umweltausschuss, als es um ein weiteres Stück Naturwald ging. Dann bei einem Ortstermin mit Jugendlichen, die im Forst bei Münster eine nicht legale Mountainbike-Strecke angelegt haben. Beim Streit ums "Wäldchen" an der Gundelhardtstraße war Gottschalk mit seiner Expertise dabei. Und zuletzt führte das Duo interessierte Bürger bei Münster durch den Wald.

Dabei hinterlässt Gottschalk schon einen sehr kompetenten, entspannten und freundlichen Eindruck. Viele positive Stimmen sind auch aus dem Rathaus schon über den neuen Mann zu hören. So dass der Waldeigentümer mit dieser Personalie, der aber noch ausgeschrieben werden muss, zufrieden sein dürfte. Auch Jeremias Gottschalk ist angetan von der neuen Aufgabe, auch wenn sie für ihn eine kleine Umstellung bedeutet. Der Experte aus Aschaffenburg war 18 Monate in einem Privatwald in Erbach im Odenwald als Büroleiter tätig. Sein Chef war ein Graf als Eigentümer. Doch sei ihm das letztlich doch zu viel Büroanteil gewesen, räumt Gottschalk ein.

Erst Biologie, dann Forstwirtschaft

Nun ist er also wieder mittendrin im geliebten Wald. In Kelkheim sei "wesentlich mehr los" als im beschaulicheren Odenwald, findet er. Hier gebe es deutlich mehr Kontakt zu den Menschen. Ganz unbekannt ist die Region für Gottschalk nicht. Nach seinem Studium war er als Anwärter für den gehobenen Dienst ein Jahr im Forstamt Königstein. So wie er nun über einen kleinen Umweg zurückkehrte, so reifte auch sein Entschluss, Förster zu werden. Sein Vater habe vom Beruf geschwärmt, aber Umweltschutz studiert, weil damals das Forstwirtschafts-Studium begehrt und mit einem sehr niedrigen Numerus Clausus belegt war. Der Sohn versuchte es nach dem Abitur mit Biologie, was ihm etwas zu allgemein gewesen sei, erzählt Gottschalk. Also studierte er Forstwirtschaft an der Fachhochschule mit viel Praxisbezug. Und nun steht der Hobby-Mountainbiker, der bei einem Freund und Kollegen im Forsthaus Friedrichsdorf wohnt, vor der Übernahme seines ersten eigenen Reviers.

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